Erstes Schülerparlament ins Leben gerufen

15.12.2016
Die Vertreter des neu gegründeten Schülerparlaments an der Alfred-Delp-Schule mit Initiatorin Vanessa Sprick (hinten, l.).
Die Vertreter des neu gegründeten Schülerparlaments an der Alfred-Delp-Schule mit Initiatorin Vanessa Sprick (hinten, l.).
Kinder schon im Grundschulalter für die Politik begeistern und ihnen zeigen, wie Demokratie funktioniert - dieses Ziel verfolgt Vanessa Sprick. Die Schulsozialarbeiterin der Stadt Geseke hat deshalb an der Alfred-Delp-Schule das erste Schülerparlament ins Leben gerufen. Weitere Parlamente an den übrigen Grundschulen sollen folgen.

Zwei Schülerinnen und Schüler werden aus jeder Klasse in das Parlament entsandt. Dabei handelt es sich meistens um die Klassensprecher sowie ihre Vertreter. Ergänzt mit einigen Erwachsenen aus dem Lehrerkollegium und Initiatorin Vanessa Sprick setzt sich das Parlament dann aus rund 20 Personen zusammen. "In den Parlamentssitzungen hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit zu sagen, was an der Schule schlecht läuft, aber auch was gut ist", erklärt Sprick das Prozedere.

Zweimal pro Halbjahr soll das Schülerparlament zusammenkommen. Nach seiner ersten Sitzung Ende November ist nun für Februar das nächste Treffen geplant. "Die Idee, die hinter dem Schülerparlament steckt, ist ganz einfach. Wir wollen die Selbstbestimmung der Schülerinnen und Schüler fördern. Sie sollen sich an der Organisation beteiligen und Verantwortung übernehmen", verrät die Schulsozialarbeiterin. Selbst das Protokoll, das bei jeder Sitzung erstellt wird, wird dabei von den Schülern selbst verfasst. "Die Schülerinnen und Schüler, die im Parlament sitzen, haben auch eine Art Sprachrohr-Funktion. Sie sollen schließlich die Ergebnisse der Sitzung in ihren jeweiligen Klassen vorstellen", so Vanessa Sprick. "Sie sollen zudem lernen in der Gruppe ihre Meinung zu äußern. Das verlangt einen gewissen Mut."

Ähnlich wie in einem Erwachsenen-Parlament finden die Sitzungen statt. So erhält jeder Parlamentarier einen Platz, auf dem sein Namensschild angebracht ist. "Was im Parlament besprochen wurde, wird anschließend auch im Unterricht nachbereitet", erklärt Sprick. Ein Schwerpunkt der Debatten soll sich z.B. auch um das Thema Kinderrechte drehen. Damit alle Schülerinnen und Schüler, aber auch deren Eltern, nach den Parlamentssitzungen alle Ergebnisse nachlesen können, hängen die Protokolle offen und für jeden einsehbar in der Schule aus.

Im Rahmen der ersten Sitzung äußerten die Schülerinnen und Schüler bereits konkrete Verbesserungswünsche. So wünschen sich die Kinder einen Tischkicker für die Pausen, der durch die verschiedenen Klassen wandern soll. "Hier ist nun auch die Mitarbeit der Kinder gefragt. Wir wollen gemeinsam Angebote einholen", nennt Sprick einen weiteren positiven Aspekt der Parlamentsarbeit. Aber auch der Wunsch nach weiteren Streitschlichtern an der Schule wurde geäußert.

"Im kommenden Jahr möchte ich das Projekt auch auf andere Grundschulen ausweiten", verrät Vanessa Sprick ihre Zukunftspläne. Gut möglich also, dass auch an den anderen Schulen im Stadtgebiet künftig gemeinsam debattiert wird.

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