Städtisches Hellweg-Museum - Ausstellungsstück des Monats Dezember

14.12.2017
Im Städtischen Hellweg-Museum wird zur Weihnachtszeit die alte Gewohnheit wieder aufgenommen, monatlich ein Ausstellungsstück besonders herauszustellen. Ausstellungsstück des Monats Dezember ist ein unscheinbarer, geflickter Tontopf.
Im Städtischen Hellweg-Museum wird zur Weihnachtszeit die alte Gewohnheit wieder aufgenommen, monatlich ein Ausstellungsstück besonders herauszustellen. Ausstellungsstück des Monats Dezember ist ein unscheinbarer, geflickter Tontopf.

Ein alter Tontopf, der mit Draht umflochten ist. Es musste erst die Künstlerin Gabriele Wilpers darauf aufmerksam machen, dass es ein besonderes Stück ist. Dass dieses Flickwerk, die Rastelbindung, eine eigene Handwerkskunst war. Nun kam ein Hinweis auf entsprechende Literatur zu dem Thema.

Martin Kügler erzählt in seinem Artikel "Die hohe Kunst des Flickens" von "der Wertschätzung einfacher Gebrauchsgüter, die (heute) aufgrund des überreichen Angebots leicht durch neue ersetzbar sind."

Das Besondere ist also nicht der Tontopf, ein Henkeltopf, der vielleicht als Vorratsgefäß diente und dessen Alter noch nicht näher bestimmt werden konnte, sondern das Bemühen, ihn funktionsfähig zu halten, nachdem er zerborsten war.

Es sollen tausende von Drahtbindern gewesen sein, die im Sommer aus der heutigen Slowakei überwiegend nach Deutschland wanderten, um dort solche Reparaturen auszuführen oder beispielsweise Mausefallen zu verkaufen. In Deutschland werden Drahtbinder Mitte des 17. Jahrhunderts erwähnt. Erste Hinweise auf die Drahtbinderei gibt es in der Slowakei 1714. Hundert Jahre später gab es Orte, an denen ein Drittel der männlichen Bevölkerung diesen Beruf ausübte.

Die Tätigkeit der wandernden Drahtbinder war verknüpft mit Armut. Die Verhältnisse in der Heimat zwangen sie, ihren Lebensunterhalt anderswo zu suchen. Dort waren sie gezwungen, unter freiem Himmel oder in kargen Herbergen zu übernachten. Hunger, Unterernährung und Krankheiten, wie Tuberkulose, waren unter ihnen verbreitet.

Dementsprechend war ihr Erscheinungsbild. In der Bevölkerung wurden sie als "Zigeuner" oder "Ungarn" bezeichnet. Als fahrendes Volk, "unehrliche und minderwertige Handwerker" (wie in Grimms Wörterbuch zu lesen) standen sie ständig unter dem Generalverdacht der Kleinkriminalität.

Öffnungszeiten des Hellweg-Museums: samstags von 16.00 - 18.00 Uhr, sonntags von 14.00 - 17.00 Uhr

Adresse (Hauptgebäude):
Stadtverwaltung Geseke
An der Abtei 1
59590 Geseke

Verwaltungsgebäude Altes Rathaus:
Stadtverwaltung Geseke
Am Teich 13
59590 Geseke

Außenstelle Bürgerbüro/Ordnungsamt:
Stadtverwaltung Geseke
Mühlenstraße 11
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Briefadresse/Fon/Fax/Mail:
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Postfach 1442
59585 Geseke

Telefon: 02942 / 500 0
Telefax: 02942 / 500 25
E-Mail: post@geseke.de

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