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Montag, 23.10.2017

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Besondere Ausstellung zum Stadtjubiläum

Zehntausende Fingerhüte sollen im Rahmen der Ausstellung von Gabriele Wilpers von der Decke der Stadtkirche herunterhängen (hier ein Bild aus der Überwasserkirche in Münster). Foto: Gröne
Zehntausende Fingerhüte sollen im Rahmen der Ausstellung von Gabriele Wilpers von der Decke der Stadtkirche herunterhängen (hier ein Bild aus der Überwasserkirche in Münster). Foto: Gröne
"Zahlreich wie die Sterne des Himmels" - so hieß vor einigen Jahren eine Rauminstallation der Geseker Kulturpreisträgerin Gabriele Wilpers anlässlich des 1.200-jährigen Bestehens des Bistums Münster. Die Sterne, die seinerzeit in der Überwasserkirche erstrahlten, waren tausende Fingerhüte, die Gabriele Wilpers gemeinsam mit vielen Helfern und in mühevoller Arbeit im Kirchenschiff befestigt hatte. Anlässlich des Jubiläums ihrer Heimatstadt möchte Gabriele Wilpers ihren besonderen "Sternenhimmel" in ähnlicher Form präsentieren, jedoch mit künstlerischem Bezug zur Geseker Stadtgeschichte. Für das Projekt hat die Künstlerin die Stadtkirche St. Petri auserkoren. Hier soll passend mit Beginn der Festwoche zum 800-jährigen Jubiläum der Verleihung der Stadtrechte die Installation eröffnet werden. Die Vernissage ist für Freitag, 14. Juli, geplant.

Viele tausend Fingerhüte gehören seit 2005 zum Fundus von Gabriele Wilpers. "Viele von diesen Fingerhüten haben eine ganz besondere Geschichte", weiß Wilpers. So z.B. ein Fingerhut, den eine Familie auf der Flucht im Zweiten Weltkrieg zu Geld machen musste, um das eigene Überleben zu sichern. Seit Generationen war der aus Silber bestehende Fingerhut im Familienbesitz. Um Nahrungsmittel kaufen zu können, sah die Familie jedoch keinen anderen Ausweg und veräußerte unter Tränen das lang gehegte Erbstück. Nach jahrelanger Recherche konnte der geliebte Fingerhut dann Jahrzehnte später wieder ausfindig gemacht und wieder in den Familienbesitz überführt werden. "Es sind Geschichten wie diese, die einen besonders berühren und die gesamte Ausstellung bereichern", erklärt Gabriele Wilpers.

Um ihrer Installation den lokalen Bezug zu geben, ist Gabriele Wilpers auf der Suche nach gebrauchten Fingerhüten aus Geseke und Umgebung. "Ich würde mich freuen, wenn auch aus meiner Heimat einige Fingerhüte zusammenkämen. Und vielleicht gibt es ja auch zu diesen Fingerhüten ganz besondere Geschichten, die ich dann natürlich auch gerne erfahren würde", hofft die Künstlerin. Wie sie auf die Idee kam, eine Ausstellung mit Fingerhüten zu entwickeln, dafür hat Wilpers eine ganz einfache Erklärung: "Indem ich den Fingerhut zum Thema mache, wird diesem sonst so unscheinbaren kleinen Gegenstand, der uns fast schon fremd geworden ist, eine ganz neue Aufmerksamkeit zuteil. Viele der Fingerhüte erzählen Geschichten, stecken voller individueller Erinnerungen an Schönes und Schweres. Durch die Fingerhüte möchte ich an die vielen namenlosen Frauen in der Geschichte der Stadt erinnern."

Wer also noch einen Fingerhut hat und diesen der Künstlerin für ihr Projekt in Geseke zur Verfügung stellen möchte, der sollte diesen bitte bis Freitag, 31. März, in einem Briefumschlag verpackt am Empfang der Stadtverwaltung abgeben (benötigt wird auch jede Menge feines Nähgarn, an dem die Fingerhüte aufgehängt werden). Wenn es zu dem Fingerhut auch eine kleine Geschichte gibt, kann diese dem Umschlag einfach schriftlich beigelegt werden.