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Mittwoch, 18.10.2017

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Ein riesiger Berg Fingerhüte

Durch einen riesigen Berg an Fingerhüten und Garnrollen musste sich Gabriele Wilpers bei ihrem jüngsten Besuch in Geseke wühlen.
Durch einen riesigen Berg an Fingerhüten und Garnrollen musste sich Gabriele Wilpers bei ihrem jüngsten Besuch in Geseke wühlen.
Durch einen riesigen Berg an Fingerhüten und Garnrollen musste sich Gabriele Wilpers bei ihrem jüngsten Besuch in Geseke wühlen. Denn nach dem Aufruf, für die geplante Ausstellung der Kulturpreisträgerin eben jene Fingerhüte und Garn zu spenden, war die Resonanz aus der Bevölkerung immens.

Und so landeten dutzende Fingerhüte aus Metall, Keramik oder Plastik im Kulturamt der Stadtverwaltung. Ob mit filigranen Verzierungen oder gar bunt bemalt - kein Fingerhut glich dem anderen. Voller Vorfreude auf die nächste Überraschung öffnete Gabriele Wilpers nach und nach die vor ihr liegenden Umschläge. Aber auch hunderte Meter Garn wurden für die Ausstellung gespendet, so dass die Realisierung des gesamten Projektes bereits eine weitere große Hürde genommen hat.

"Ich würde mich allerdings freuen, wenn vielleicht die Einsender noch eine schöne Geschichte zu ihrem Fingerhut liefern könnten", hofft Gabriele Wilpers noch einmal auf die Mithilfe aus der Bevölkerung. Denn gerade die Geschichten, die hinter den Fingerhüten stecken, interessieren die Künstlerin besonders. Es können auch einige persönliche Gedanken sein, die den Besitzern zum Thema der Fingerhüte einfallen.

Viele tausend Fingerhüte gehören bereits zum Fundus von Gabriele Wilpers. Und viele dieser Fingerhüte haben eine ganz besondere Geschichte. So z.B. ein Fingerhut, den eine Familie auf der Flucht im Zweiten Weltkrieg zu Geld machen musste, um das eigene Überleben zu sichern. Seit Generationen war der aus Silber bestehende Fingerhut im Familienbesitz. Um Nahrungsmittel kaufen zu können, sah die Familie jedoch keinen anderen Ausweg und veräußerte unter Tränen das lang gehegte Erbstück. Nach jahrelanger Recherche konnte der geliebte Fingerhut dann Jahrzehnte später wieder ausfindig gemacht und wieder in den Familienbesitz überführt werden. "Es sind Geschichten wie diese, die einen besonders berühren und die gesamte Ausstellung bereichern", erklärt Gabriele Wilpers.

Anlässlich des Jubiläums ihrer Heimatstadt möchte Gabriele Wilpers mithilfe der Fingerhüte einen ganz besonderen "Sternenhimmel" in der Stadtkirche St. Petri präsentieren. Wichtig ist ihr dabei der künstlerische Bezug zur Geseker Stadtgeschichte. Passend mit Beginn der Festwoche zum 800-jährigen Jubiläum der Verleihung der Stadtrechte soll die Installation eröffnet werden. Die Vernissage ist für Freitag, 14. Juli, geplant.

"Ich würde mich freuen, wenn vielleicht noch der ein oder andere Fingerhut hinzukäme", hofft die Künstlerin auf weitere Spenden. Wer also noch einen Fingerhut hat und diesen der Künstlerin für ihr Projekt in Geseke zur Verfügung stellen möchte, der kann diesen in einem Briefumschlag verpackt am Empfang der Stadtverwaltung abgeben - gerne mit einer kleinen Geschichte garniert.