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Donnerstag, 19.10.2017

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Hansische Aktivitäten in der Stadt Geseke
(von Monika Ortmanns)

Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes Geseke stammt aus dem Jahr 833 und beinhaltet eine Schenkung Ludwigs des Frommen an den Grafen Ricdag. Diese Schenkung Ludwigs bestand aus 5 Hufen in dem Ort Geseke, hier "Geiske" genannt. Geseke gehört damit zu den Orten der Hellwegzone, in denen karolingisches Königsgut nachweisbar ist.

Eine interessante Eintragung befindet sich im ältesten Probsteiregister der Abtei Werden, das um 1150 entstand. Unter der Ortsbezeichnung "Gesike" bzw. "Jeseke" werden Besitzungen der Abtei in Geseke ausgewiesen. Die Besitzungen müssen schon vor 1150 bestanden haben, denn es ist erwiesen, dass die Schreiber der Handschrift aus teilweise erheblich älteren Quellen geschöpft haben.

952 bestätigt König Otto I. das von seinem Vasallen Hahold und dessen Geschwistern im Jahre 946 zu Ehren de hl. Jungfrau und des hl. Cyriakus gegründete Frauenkloster in Geseke, nahm es in seinen Schutz und verlieh ihm Immunität. In derselben Urkunde wird Geseke "civitas" genannt, was in Verbindung mit der Bemerkung "interioris muri" (innere Befestigung) auf einen befestigten Ort von einiger Bedeutung hinweist.

Die Deutung des Ortsnamens ist bis heute noch nicht abschließend geklärt. Die Vermutungen gehen dahin, dass man den Ortsnamen Geseke mit einem Quellbach oder Flüsschen in Zusammenhang bringt, bzw. übersetzt.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde Geseke durch Erzbischof Engelbert I. um 1220 zur Stadt erhoben. Von besonderem Interesse ist bei der Frage der Stadtwerdung Gesekes die Engelberturkunde aus dem Jahre 1217, in der die Begriffe "pretorium" (Rathaus) und "ius civile" (Bürgerrecht) erscheinen, sowie eine Marktkirche und ein unter Königsbann richtender Freirichter genannt werden. Ein sicherer Beweis für eine Stadt Geseke ist die Nennung von Stadtrat und Siegel in einer Urkunde von 1237, an der sich auch noch Reste dieses Stadtsiegels befinden.

Geseke erhielt Rüthener Stadtrecht und gehörte damit zum Soester Stadtrechtskreis.

1256 wird Geseke in einer Urkunde "oppidum" genannt und eine Mühle "extra fossatum" (außerhalb der Befestigung) erwähnt.

Über die wirtschaftlichen Aktivitäten von Geseke zur Zeit der Kaufmannshanse (12. - 14. Jh.) ist wenig bekannt. Geseke hatte, bedingt durch seine geographische Lage am Hellweg, gegenüber anderen Orten wirtschaftliche Vorteile.

Noch vor Entstehung der Städtehanse war es an mehreren Städtebünden und Landfriedensbündnissen beteiligt, so z.B. an dem im Jahr 1307 geschlossenen Landfrieden zwischen Rhein und Weser. In der Landfriedensurkunde vom 21. Oktober 1307 setzte der Kölner Erzbischof Heinrich als Beitrag der kölnischen Städte zur Sicherung des Landfriedens fest, dass diese ebenso wie er selbst im Bedarfsfalle 30 Bewaffnete zu Pferd zu stellen hätten. Auf Geseke entfiel die Stellung eines bewaffneten Reiters. Im Jahr 1325 schloss Geseke mit den übrigen Städten und Burgmännern des Herzogtums Westfalen einen gemeinsamen Landfrieden, der im Jahr 1326 erneuert und erweitert wurde. Diese feierliche Bestätigung des Landfriedens fand wahrscheinlich in Geseke statt.

Schon wenige Jahre später, am 1. März 1331, schlossen sich einige Städte, darunter Geseke, zu einem Schutzbündnis zusammen gegen die Stadt Soest. Für dieses Schutzbündnis hatten die kleineren westfälischen Städte den Grafen Wilhelm von Arnsberg und dessen Lehensleute gewinnen können.

Auch im Landfriedensbündnis von 1372 zwischen dem Erzbischof Friedrich III. von Köln, den Bischöfen Florenz von Münster, Heinrich von Paderborn, Melchior von Osnabrück und dem Grafen Engelbert III. von der Mark und unter Beteiligung Dortmunds, dessen Ziel die Wahrung des von Kaiser Karl IV. dem Lande Westfalen gegebenen Landfriedens war, ist Geseke als eine der Städte des kölnischen Westfalens genannt.

Es fehlen Belege, wann Geseke der Städtehanse beitrat. Allerdings liegen Hinweise auf die Mitgliedschaft aus späterer Zeit vor. In diesem Zusammenhang ist ein Brief aus dem Jahr 1380 von Interesse, den die Grafen von Hoya-Bruchhausen an mehrere niederrheinische und westfälische Städte, so auch an die Ratsherren von Geseke, richteten. Dieser Brief beinhaltet eine Unschuldsbeteuerung der beiden Grafen. Die geben darin eine Erklärung ab, dass sie an der Belästigung und Gefangennahme von Kaufleuten durch den Grafen von Hoya-Nienburg, ihren Verwandten, nicht beteiligt seien.

Dieser Brief ist der erste Hinweis auf eine Mitgliedschaft Gesekes in der 1356 gegründeten Städtehanse.

Einen weiteren Hinweis auf Gesekes Mitgliedschaft in der Städtehanse liegt aus dem Jahre 1464 vor. Während eines Streites der Stadt Deventer mit den holländischen Städten - Anlass war der Erlass von Vorschriften über Butterfässer durch Deventer -, sandte Deventer seine Boten in sämtliche Orte Niederdeutschlands und damit auch nach Geseke. Die Boten hatten einen Sendbrief zu überbringen, der die Aufforderung Deventers enthielt, seinen Markt zu besuchen.

Auch wird Geseke in der Literatur als eine zum Marktgebiet von Deventer zugehörige Stadt gerechnet.

1554 nennt Soest u.a. Geseke, das nach den Rezessen von 1434, 1450 und 1464 kontribuiert hätte.

Geseke gehört zu den kleinen westfälischen Hansestädten, die als Beistädte von Soest geführt wurden. Es gehörte damit zum Soester Unterquartier. Soest hat mit großer Energie seine kleinen Hansestädte zusammengehalten. Allerdings scheint sich die Zugehörigkeit zum Soester Unterquartier erst allmählich, wohl kaum ohne tatkräftige Mithilfe Soests, herausgebildet zu haben; denn noch um 1469 war unklar, ob Geseke zu den von Soest geführten Städten oder zur Gruppe der lippischen kleinen Hansestädte gerechnet werden sollte. Auch im Jahr 1507 war die Zugehörigkeit von Geseke noch fraglich. Soest entschied die offene Frage zu seinen Gunsten. 1536 legte Soest ein Hansebuch an, in dem die Beistädte eingetragen wurden und begann eine rege Korrespondenz mit ihnen.

Diese Korrespondenz stellt eine der wichtigsten Quellen für den hansischen Werdegang der Soester Beistadt Geseke dar. Auf dem Weseler Drittelstag von 1554 nannte Soest mit berechtigtem Stolz als hansisch seine von alters her zugehörigen kleinen Städte; neben Geseke auch Lippstadt, Brilon, Rüthen, Arnsberg, Attendorn und Werl.

Geseke zählte zu den zur städtischen Kurie im Herzogtum Westfalen gehörenden 4 Hauptstädten. Es nahm hinter Brilon und Rüthen, jedoch vor Werl, den 3. Rang ein. Die vier Städte wehrten sich im Jahre1652 erfolgreich gegen Anmaßungen durch Attendorn, das behauptete, es habe das Recht zur Bestellung eines Hansemeisters über alle Krämerzünfte des Landes. In einem Rezess konnten sich die 4 Hauptstädte gegen Attendorn durchsetzen. Damit wurde auch Geseke das Recht zur Bestellung eines eigenen Hansemeisters zuerkannt, d. h. das Recht zur Benennung eines Vorstehers für die Kaufleute- und Krämergilden der Stadt Geseke selbst sowie für die zugewandten Städte dritten Ranges. Bis heute ist jedoch nicht bekannt, ob Orte dritten Ranges zu Geseke gehört haben.

Aus der schon erwähnten Korrespondenz, die Soest u.a. auch mit Geseke geführt hat, geht hervor, von welcher Art die Zusammenarbeit zwischen der Prinzipalstadt und ihren Beistädten hinsichtlich der Hanseangelegenheiten war. So trat Soest auf den Hansetagen nicht nur für sich, sondern stets auch als Vertreter für seine Beistädte auf. Dazu war es erforderlich, das die Beistädte der Prinzipalstadt die Vertretungsvollmacht erteilten; damit verbunden war für sie jedoch stets die Verpflichtung zu einer anteiligen Übernahme der Besendungskosten für die Soester Gesandten. Dafür erhielten die Beistädte wiederum das Recht der ausführlichen Information über die Ergebnisse des jeweiligen Hansetages zuerkannt.

Aus der Korrespondenz der Stadt Soest mit seinen Beistädten seien nachfolgend einige bedeutendere Ereignisse angemerkt.

Der erste westfälische Städtetag in Soest von 1469 ist wohl der erste, den man als hansischen Regionaltag in Westfalen quellenmäßig fassen kann. Hierbei wies Soest Lippstadt an, es möge u.a. auch die Stadt Geseke von der Einladung unterrichten. Es ist nicht bekannt, ob Geseke einen Vertreter entsandte.

Im Jahr 1507 bat Soest seine Beistädte um Vollmacht für den bevorstehenden Hansetag in Lübeck. Auch hier fehlt in den Quellen die Antwort aus Geseke.

Die wiederholte Zurückhaltung Gesekes auf Soester Einladungen bzw. Anfragen dürfte kaum mit einem quellenmäßigen Zufall zu erklären sein, denn im Jahr 1517 wies die Stadt Soest in einem Antwortschreiben auf die Einladung zu einem Hansetag auf mehrere "ungehorsame" Beistädte, u.a. auch auf Geseke hin und bat den Hansetag, diese ungehorsamen Städte des Kölnischen Westfalen als nicht mehr zur Hanse gehörig zu behandeln und ihre Bürger von allen hansischen Freiheiten auszuschließen. Der hier fassbare Zwist zwischen Soest und seinen Beistädten scheint längere Zeit bestanden zu haben, denn auch zur Vorbereitung des Hansetages von 1518 wurde Geseke von Soest nicht angeschrieben. Vielmehr forderte Soest vom Hansetag erneut die Ergreifung von Maßnahmen gegen seine "ungehorsamen" Beistädte. Alle Städte sollten aufgefordert werden, diesen "ungehorsamen" Beistädten die Hansegerechtigkeit zu versagen und kein Erbgut mehr an deren Bürger auszuliefern.

Offenbar ist Soest mit seinem Begehren auf den Hansetagen nicht durchgedrungen und sah sich auf andere Wege verwiesen. Es wandte sich deshalb auf dem Hansetag von 1521 an die Ratssendboten der Stadt Köln. Diese sollten dafür Sorge tragen, dass der Ausschluss u.a. von Geseke aus der Hanse endlich in den Hanserezess aufgenommen würde. Es fehlen wiederum Belege, ob über den Ausschluss verhandelt wurde. Der Anlass zu dieser über mehrere Jahre geführten Auseinandersetzung geht aus den Quellen nicht hervor. Es liegt die Vermutung nahe, dass es sich dabei um Zwistigkeiten hinsichtlich der Summenhöhe der von Soest geforderten Beitragszahlung handelte, denn gerade im 16. Jahrhundert traten mehrfach neue Steuerarten, Umlagen und sonstige Kontributionen auf, wodurch die Städte oftmals über ihre finanzielle Leistungskraft hinaus gefordert wurden. Da die Hansegerechtigkeit wegen des geringen Umfanges des Handels für die Beistädte eine wesentlich geringere Bedeutung besaß als für die Prinzipalstädte, bestand wohl deren einziges Druckmittel, die Beistädte zu Beitragszahlungen zu veranlassen darin, das diesen der Verlust gewisser Vorrechte ihrer Bürger, vor allem das Versagen von Erbgut, angedroht wurde.

Erst 1535 scheinen die Auseinandersetzungen beigelegt zu sein, denn über einen auf den 1.7.1535 nach Lüneburg ausgeschriebenen Hansetag unterrichtete Soest wieder alle seine Beistädte (auch Geseke) und lud sie zur Vorbereitung auf einen Tag nach Soest am 5.6.1535 ein. Von Geseke erschien an diesem Tag Bürgermeister Bertram.

Zur Beratung der von Soest angeregten Vorschläge sind Treffen der Ratssendboten aus den Beistädten am 11.6.1535 in Arnsberg und am 22.6.1935 in Meschede nachweisbar. Nach der Rückkehr der Soester Gesandten vom Hansetag hat Soest wieder alle seine Städte zu einem Städtetag am 19.10.1535 eingeladen. Bei dieser Tagfahrt war aus Geseke der Ratsherr Johan Greve zugegen.

Spätestens 1576 verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Soest und seiner Beistadt Geseke erneut, wiederum aus finanziellen Gründen. Geseke teilte seiner Prinzipalstadt nämlich mit, dass es den Hansetag nicht zahlen könne, zudem habe es mit Ausnahme von Todes- und Erbschaftssachen auch wenig von der Hanse. Hier wird augenfällig, welchen geringen Stellenwert, zumindest zur fraglichen Zeit, die Stadt Geseke und wohl auch andere Beistädte ihrer Hansezugehörigkeit zuwiesen. Es ist unübersehbar, dass die Beistädte durch ihre Mitgliedschaft in der Hanse vor allen Dingen die Vorrechte ihrer Bürger gewahrt wissen wollten. Ein weitergehendes Interesse bestand kaum.

Dieses schlechte Verhältnis zu Soest scheint auch noch 1579 bestanden zu haben, denn auf eine Einladung von Soest zu einer Tagfahrt am 4. Mai schickte Geseke lediglich den Empfang des Schreibens.

Aber nicht allein finanzielle Belastungen boten ständig Reibungspunkte zwischen Soest und seinen Beistädten. Auch in Fragen der gegenseitigen Unterstützung sammelte sich Zündstoff an, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen. Bedingt durch die Truchsesschen Wirren gerieten die Beistädte von Soest in Verteidigungsschwierigkeiten. Daher wandten sich am 27. März 1588 die Bürgermeister und Räte mehrere Städte, darunter auch Geseke, unter Berufung auf den Abschied eines jüngst in Soest abgehaltenen Quartiertages an die Stadt Soest mit der Bitte, ihnen bei der drohenden Kriegsgefahr zu helfen. Dieser Hilferuf war das Ergebnis eines Beschlusses, den die Städte zuvor auf dem Landtag in Arnsberg gefasst hatten. Sie hofften darauf, dass die Hanse sie gegen die Bedrohungen schützte und den Erzbischof zur Einstellung der Feindseligkeiten veranlasste. Die Stadt musste 1588 seine Beistädte jedoch enttäuschen, da die Hanse weder die Macht noch die Möglichkeit besaß, im Konflikt zwischen dem Domkapitel und dem Kölner Erzbischof Gebhard Truchsess zu Waldburg zu vermitteln. Die Antwort der enttäuschten Beistädte ließ nicht auf sich warten. 1591 gaben Geseke, Rüthen und Brilon auf ein Einladungsschreiben der Stadt Soest zur Antwort, wegen Kriegswirren, Plünderungen und sonstigen Belastungen müssten sie sich entschuldigen.

Abermals enttäuscht durch die Hanse wurde die Stadt Geseke im Jahr 1603, als sie auf einem Soester Städtetag der Erwartung Ausdruck gab, dass die Hanse sie unterstütze in ihrem Prozess gegen den Landesherrn und vor höheren Gerichten Schutz gewähre. Die Stadt war nämlich in Streitereien mit dem Stift Geseke geraten und dabei in Ungnade bei ihrem Landesherren, dem Kölner Erzbischof Ernst, gefallen. Der Städtetag sah sich zu einer Vermittlung zwischen Geseke und dem Kurfürsten jedoch nicht in der Lage.

Als nun auch noch im gleichen Jahr auf einem Hansetag in Lübeck eine 40-fache Kontribution ausgeschrieben wurde, führte dies zu erregten Diskussionen über den Nutzen der Hanse bei den westfälischen Städten. Entsprechend war die Zahlungsmoral. Erst 1614 war Geseke wieder dazu bereit, seinen Jahresbeitrag an Soest zu entrichten.

Da Geseke nur eine Beistadt war, kann man im Hinblick auf wirtschaftliche Aktivitäten keine allzu großen Erwartungen setzen. Die Quellenbelege hierfür sind dürftig. Auf seine Beziehungen zu Deventer ist im Rahmen dieses Aufsatzes schon hingewiesen worden.

Ein weiteres Beispiel für seine in diesem Falle weitreichende wirtschaftliche Tätigkeit stellt ein Zuversichtsbrief für Riga dar, den Soest 1572 ausstellte und beglaubigte. Er bestätigt die Zugehörigkeit Gesekes zum Hansebund und war bestimmt für die Auslieferung von Erbgut.

In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass oftmals in den Quellen Bürger mit dem Zunamen "Geseke" erwähnt werden. Schon im 14. Jh. sind Kölner und Dortmunder Neubürger mit dem Zunamen "von Geseke" nachweisbar. So taucht in den Jahren 1420/21 in den Urkunden bzw. Hanserezessen ein Johann oder Hannes von Geseken auf, der als früherer Lieger des Königsberger Grossschäffers in Flandern tätig war. Brügger Kaufleute hatten über ihn einen Arrest verhängt, worauf er das Gut der Schäfferei arrestiert hatte. Der damalige Hochmeister Michael Küchmeister war um die Schlichtung dieser Angelegenheit sehr bemüht und richtete ihretwegen u.a. Schreiben an Riga und Liefland.

Ein anderer Kaufmann "von Geseke" wurde in Schweden wegen einer Geldschuld angeklagt. Es handelte sich dabei um Wyneken von Geseke, der im Jahr 1438 durch einen Reymer Beyendorff angeklagt wurde für eine Schuld von 77 Mark "Homesch paymants".

Von besonderem Interesse ist ein Wynneke van Geseke to Hildensem (Hildesheim), der als Bürgermeister von Hildesheim im 15. Jahrhundert mehrfach auf den Hansetagen seine Stadt vertrat. Er scheint nicht der einzige Geseker gewesen zu sein, der nach Hildesheim auswanderte, denn in einem Schreiben vom 25. August 1414, das die Stadt Hildesheim an Lüneburg richtete, wird ein Bürger von Hildesheim mit Namen Hermann von Gheseke erwähnt.

Auskunft über die auf dem Markt in Geseke gehandelten Waren gibt ein Notizzettel eines Rüthener Bürgers aus dem Jahr 1620. Danach wurde auf dem Wochenmarkt neben Gütern des täglichen Bedarfs und zum Lebensunterhalt, wie friesische Butter, Stockfisch, Hering sowie Lachs, auch Leinwand und Futtertuch, ja sogar Olivenöl angeboten. Geseke war bis zuletzt Mitglied der Hanse. Es hat seine Mitgliedschaft während dieser Zeit nicht unterbrochen, auch hat der Hansetag nie eine Entscheidung über einen etwaigen Ausschluss der Stadt getroffen, obwohl des öfteren dieses von Soest gefordert wurde (s.o.). Die letzten Korrespondenzen, die Soest mit seinen Beistädten, darunter Geseke, führte, datieren aus den Jahren 1651 und 1668.

Obwohl im Jahr 1669 in Lübeck der letzte Hansetag stattfand, auf dem keine westfälische Stadt mehr durch Ratsabgesandte vertreten war, hielt man die Hanse in Westfalen nicht für erloschen, zumal sie nie offiziell für aufgelöst erklärt wurde. Noch Ende des 17. Jahrhunderts vermeinten kleinere zugewandte Orte im Soester Hansequartier Stadt- und Hanserecht zu besitzen. Für die Soester Beistadt Geseke ist dies nicht überliefert.