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Montag, 23.10.2017

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Geschichte Geseke

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6./7. Jh.  Geseke ist altes Siedlungsgebiet. Bei Ausgrabungsarbeiten wird 1973 ein fränkischer Töpferofen auf dem Stiftsgelände (Innenstadt) entdeckt. 
833  Erste schriftliche Erwähnung des Ortes Geseke in einer Schenkungsurkunde Ludwigs des Frommen. Damit wird zugleich karolingisches Königsgut in Geseke nachgewiesen. 
946  Die Familie der Haholde gründet zu Ehren der Hl. Jungfrau und des Hl. Cyriakus ein freiweltliches Damenstift in Geseke. 
952  König Otto I. bestätigt die Gründung und nimmt das Damenstift unter seinen Schutz. Die Bezeichnung Gesekes als "civitas" und die Erwähnung einer Befestigung, sind Zeichen für die Bedeutung des Ortes. 
1011  Schenkung der umfangreichen Grafschaft der Haholde an Bischof Meinwerk von Paderborn durch Kaiser Heinrich II. Damit wurde auch das Geseker Gebiet den Bischöfen von Paderborn unterstellt. 
1014  Übertragung des Kanonissenstiftes an den Erzbischof von Köln. 
1180  Sturz des Sachsenherzogs Heinrich des Löwen durch Kaiser Friedrich Barbarossa. Der Kölner Erzbischof wurde mit dem neugeschaffenen Herzogtum Westfalen belehnt, zu dem auch die stadtähnliche Siedlung Geseke gehörte. Geseke war der wichtigste östliche Grenzort gegenüber dem Bistum Paderborn. 
um 1217  Der Kölner Erzbischof Engelbert I. erhebt Geseke zur Stadt.
Als Stadtverfassung wird das ursprünglich aus dem Soester Recht entwickelte Rüthener Stadtrecht übernommen. Wegen seiner Grenzfunktion gegenüber Paderborn und den damit verbundenen ständigen Unruhen, Übergriffen und Plünderungen wurde Geseke nach der Stadterhebung zu einer imposanten Festung ausgebaut. Auf den alten Befestigungsanlagen wurde eine 3 km lange Mauer (2,50 bis 3,00 m hoch und 1,20 - 1,50 m breit) mit 6 Toren und 9 Türmen errichtet. Nach außen dienten ein 5 - 6 m tiefer Wallgraben und ein Hagen als Schutzvorrichtung. 
1286  Erste Erwähnung eines Gografen mit Sitz in Geseke: Zum Gerichtsbezirk Geseke gehörten die Ortschaften Störmede, Langeneicke, Ermsinghausen, Mönninghausen, Ehringhausen, Bönninghausen, Dedinghausen, Rixbeck und Esbeck. 
1294  Die bisherige konfliktreiche gemeinsame Herrschaft von Köln und Paderborn wird durch einen Schiedsspruch beendet. Geseke wird endgültig dem Kölner Territorium eingegliedert. 
1317  Pfarrteilung in Geseke: Die Stadtkirche und die Stiftskirche erhielten jeweils einen eigenen Pfarrbezirk. 
1348  Pest in Geseke. 
1360  Einteilung der Stadt in 4 Quartale oder Hoven:
Osthove - Westhove - Nordhove - Mittelhove. Die Hoven hatten wichtige Funktionen wahrzunehmen, vor allem bei der Stadtverteidigung und bei der Wahl von Bürgermeister und Rat. 
1374  Stiftung des Hospitals zum Hl. Geist. 
1380  Erster schriftlicher Beleg für die Mitgliedschaft Gesekes in der 1356 gegründeten Städtehanse
1412  Die noch heute bestehende Geseker Schützenbruderschaft zu Ehren der Heiligen Fabian und Sebastian wird erstmalig erwähnt. 
1444 - 1449  Soester Fehde: Während Geseke auf der Seite des Kölner Kurfürsten Dietrich II. von Moers stand, hielten Lippstadt und Paderborn zu Soest. 1445 überfielen Soester und Lippstädter die Stadt Geseke. Es waren 8 Gefallene zu beklagen, unter ihnen auch der Bürgermeister Friedrich von der Borg. Als Folge dieses Überfalls schlossen Geseke, Rüthen, Büren und Salzkotten 1446 ein Städtebündnis. 
um 1465  Der Maler Gert van Lon in Geseke geboren: Bedeutende Werke sind u. a. die Fresken der Kirche in Verne, Weltgerichtsaltar im Dom zu Paderborn, Hörster Kreuzigungsaltar und der Kreuzigungsaltar im Mindener Dom. 
1469 - 1480  Der Geseker Johann Ymmink ist Weihbischof von Paderborn: 1476 - 1480 war er auch Generalvikar. 
1564  Die lutherische Lehre wird in Geseke verbreitet. 
1584  Unter dem neugewählten Kölner Kurfürsten Ernst von Bayern wird in Geseke ein Landtag abgehalten. 
1591  Im Zuge der Truchsessischen Wirren wird die Stadt durch staatische Truppen unter dem Befehl des Grafen v. Oberstein besetzt und muss hohes Kontributionsgeld zahlen. 
1608  Bau der Stiftsschule (sog. Trivialschule) durch das Damenstift. 
1613  Pest. Viele Opfer waren zu beklagen. 
1622  Geseke kämpft unter Dietrich Othmar von Erwitte erfolgreich gegen Herzog Christian von Braunschweig und bleibt damit in Westfalen die einzige vom "tollen Christian" nicht eroberte Stadt.
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) eroberte Herzog Christian von Braunschweig, der "tolle Christian", die Städte Paderborn, Soest und Lippstadt. Am 06.04. und 09.04. griff er Geseke erfolglos an, das unter der Führung des Obersten Dietrich Othmar von Erwitte erbitterten Widerstand leistete. Geseke blieb damals die einzige nicht eroberte Stadt Westfalens. Aus Dankbarkeit und als Erinnerung an dieses Ereignis findet noch heute an jedem 3. Sonntag nach Ostern eine Lobetagsprozession statt. Sie führt über die Wälle der Stadt zu den Stationen am Steintor, Lüdischen Tor und Viehtor. 
1633 

Ernennung des Johann von Crane zu Geseke zum Kaiserlichen Reichshofrat in Wien. 1648 war Crane als Bevollmächtigter des Kaisers entscheidend an den Verhandlungen zum "Westfälischen Frieden" in Münster beteiligt.

Geseke fällt nach achttägiger Belagerung in die Hände des Landgrafen Wilhelm von Hessen.

 
1635 - 1636  Pest. Die Bevölkerung Gesekes wird stark dezimiert. 
1637  Gründung des Franziskanerklosters in Geseke. 
1664  Bau des Handelshauses Dickmann
1687  Eröffnung des durch die Franziskaner geleiteten "Gymnasium Antonianum". 
1689, 30. Aug.  Großer Stadtbrand: Fast ein Viertel der Stadt wurde vernichtet. 
1699  Rote Ruhr in Geseke: In 2 Monaten waren 130 Todesfälle zu beklagen. 
17. - 18. Jhd. 

Zahlreiche Hexenprozesse in Geseke: Der Volksmund prägt den Begriff "Hexen-Geseke".

 
1705  Weihe der Maria-Hilf-Kapelle
1733 - 1745  Der Abt des Klosters Abdinghof, der gebürtige Geseker Meinwerk Kaup, war Weihbischof von Paderborn. 
1802  Nach Aufhebung des Kurfürstentums Köln untersteht mit dem Herzogtum Westfalen auch Geseke dem Landgrafen von Hessen-Darmstadt. 
1806  Geseke hat 447 Häuser mit 2.741 Einwohnern. Davon waren 2.593 Einwohner katholischen, 14 Personen lutherischen und 134 Einwohner jüdischen Glaubens. 
1816  Geseke wird preußisch und dem neugeschaffenen Kreis Lippstadt eingegliedert. 
1821  Durch päpstliche Bulle wird das kölnische Westfalen dem Bistum Paderborn überwiesen, damit wird Geseke dem Paderborner Bischof unterstellt. 
1823  Aufhebung des Damenstiftes St. Cyriakus. 
1834  Aufhebung des Franziskanerklosters. 
1841 

In den Räumen des ehemaligen Franziskanerklosters wird die Provinzial-Pflegeanstalt, das spätere Landeskrankenhaus, eingerichtet.

 
1843  Mit Einführung der preußischen Landgemeindeordnung von 1841 im Kreis Lippstadt wird das Amt Geseke (Bönninghausen, Ehringhausen, Ermsinghausen, Langeneicke, Mönninghausen und Störmede) gebildet, 1845 um vier Gemeinden (Dedinghausen, Esbeck, Rixbeck und Böckenförde) erweitert und in Amt Störmede umbenannt. 
1850  Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Hamm-Soest-Paderborn. Geseke wird Bahnstation. 
1854  Gründung der städtischen Sparkasse Geseke. 
1868  Unter dem Titel "westfälischer Volksfreund" erscheint die erste Geseker Zeitung. Die erste städtische Straßenbeleuchtung - noch sind es Petroleumlampen - wird installiert. 
1870  Aus dem 1811 eingerichteten Viehmarkt, später auch Krammarkt, wird der Gösselmarkt (Gössel=Gans) der 1933 mit einer Kirmes verbunden und zu einem großen Volksfest wird. 
1892  Gründung der bis heute bestehenden "Geseker Zeitung". 
1894  Gründung der Freiwilligen Feuerwehr 
1899  Kanalisierung der Bachstraße: Bis zu diesem Zeitpunkt war die Straße ein offener Wassergraben. Daran erinnert noch heute die Quelle vor dem Krankenhaus (genannt "Geseker Spring"). 
1900  Die Eisenbahnlinie Geseke-Büren wird in Betrieb genommen und damit die Entwicklung der Zementindustrie gefördert, die für Geseke lange Zeit der wichtigste Wirtschaftszweig ist. Das Städtische Elektrizitätswerk beginnt mit der Stromerzeugung, die Straßenbeleuchtung wird elektrifiziert. 
1901, Okt.  Anschluss an das Fernsprechnetz. 
1912/1914  Bau des städtischen Wasserwerkes. 
1918  Geseke zählt 6.031 Einwohner. 
1933  Bau der ersten evangelischen Kirche in Geseke. 
1935  Einweihung des Kriegerehrenmales am Rosenteich. 
1944/1945  Mehrere schwere Bombenangriffe fordern über 130 Todesopfer. Am 1. April 1945 wird die Stadt von Amerikanern besetzt. 
1946  Durch den Zustrom von Flüchtlingen steigt die Zahl der Einwohner von 7.341 im Jahre 1938 auf nun 9.728. 
1948 - 1952  Bau der Siedlung "Auf den Strickern". 
1950  Gründung des Bürgerschützenvereins 
1954  Grundsteinlegung zur Marienkirche im Geseker Süden: Die Einweihung fand am 17.11.1957 statt. 
1965  Fertigstellung der Südumgehung der B 1. Die Innenstadt wird vom Durchgangsverkehr entlastet. 
1968  Die Gesekerin Ingrid Becker gewinnt bei den Olympischen Spielen in Mexiko die Goldmedaille im Fünfkampf. 
1974, 31. Dez.  Die Stadt Geseke hat 13.239 Einwohner. 
1975  Im Zuge der kommunalen Neugliederung wird das Amt Störmede mit den Ortschaften Störmede, Ehringhausen, Ermsinghausen, Eringerfeld, Bönninghausen, Mönninghausen und Langeneicke mit der Stadt Geseke verbunden und dem neugebildeten Kreis Soest zugeordnet. Am 1. Januar hat die Gesamtstadt 19.940 Einwohner. 
1978, 5. Mai  Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Loos. Die Freundschaftsurkunde hat nachstehenden Wortlaut: "Wir, Bürgermeister von Loos und Bürgermeister von Geseke, geloben im Einvernehmen mit unseren Bürgern dauernde Freundschaft zwischen unseren Städten. Sie soll durch ständige und rege Kontakte auf möglichst vielen Ebenen mit Leben erfüllt werden. Wir sind gewiß, dass diese Freundschaft sowohl einem Herzensanliegen unserer Bürger entspricht als auch zur politisch notwendigen Zusammenarbeit zwischen dem französischen und dem deutschen Volk beiträgt. Möge sie letztlich einmünden in das friedliche Zusammenleben aller Völker, vereint durch die Sprache des Herzens."

gezeichnet Avinee, Bürgermeister der Stadt Loos
gezeichnet Heinrichsmeier, Bürgermeister der Stadt Geseke 

1983, 25. Juni  Über 300 Jahre nach dem Untergang der Hanse unterzeichnet Geseke zusammen mit 19 anderen ehemaligen Hansestädten die Gründungsurkunde des Westfälischen Hansebundes
1985  Mit dem Friedenspreis für deutsch-französische Freundschaft werden Loos und Geseke in Paris ausgezeichnet. 
1994  Verleihung des Bundespreises (Bronzemedaille) für vorbildliche Integration von Aussiedlern. 
1996  22. September:
Der gebürtige Geseker Prof. Dr. Reinhard Marx wird mit 43 Jahren im Dom zu Paderborn zum Weihbischof geweiht. Er ist damit der jüngste Bischof Deutschlands. Nach Bischof Johannes Ymminck (1469 - 1493) und Meinwerk Kaup (1733 - 1745) ist er der dritte Geseker, dem ein Bischofsamt übertragen wurde.  
1998  Die Einwohnerzahl Gesekes (einschließlich der Stadtteile) überschreitet erstmals die Grenze von 20.000 Einwohnern. Im Jahre 1998 sind 20.097 Einwohner in Geseke registriert. 
2002  01. April:
Prof. Dr. Reinhard Marx wird im Rahmen eines feierlichen Pontifikalamtes im Hohen Dom zu Trier als neuer Bischof des Bistums Trier eingeführt. Mehrere tausend Gläubige, darunter über 200 Gesekerinnen und Geseker wohnen diesem außergewöhnlichen Ereignis bei. Es erfüllt die Geseker Bevölkerung mit Freude und Stolz, dass mit Prof. Dr. Marx ein gebürtiger Geseker als jüngster deutscher Bischof die älteste Diözese Deutschlands leitet. 
2007  30. November: Papst Benedikt XVI. ernennt Reinhard Marx zum Erzbischof von München und Freising.  
2008  30. Januar: Der neu ernannte Erzbischof wird im Erzbistum feierlich eingeholt.
02. Februar: Erzbischof Marx wird feierlich in sein Amt eingeführt.  

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