

Neben der Erledigung der üblichen archivischen Kernaufgaben wurde im letzten Viertel des Jahres 2007 mit dem Übertrag des bisher nur in maschinenschriftlicher Form vorliegenden Findbuches aus dem Jahr 1954/55 des Geseker Archivalien-Altbestandes (Bestände A, B, C und U) in elektronische Form begonnen. Ziel ist es, bis 2009 wenigstens einen Teil des Findbuches unter dem Internetportal www.archive.nrw.de recherchierbar einzustellen.
Gegenüber dem Vorjahr ist bei der Gesamtbenutzungszahl ein leichter Rückgang zu beobachten, der jedoch ausschließlich darauf zurückzuführen ist, dass in diesem Jahr zum erstem Mal keine Schulklassen während einer Unterrichtseinheit geschlossen das Archiv besuchten. Dies ist wohl eine Folge der landesweiten Veränderungen in den Schulen selbst, deren Lehrkräften kaum noch Zeit gelassen wird, Lokalgeschichtliches in ihren Unterricht einzubauen. Die Zahl der (in der Regel betreuungsintensiveren) externen Einzelbenutzungen ist dagegen zum Jahr 2006 relativ und absolut sogar ein wenig gestiegen.
Es wurden 2007 insgesamt mindestens 384 Benutzungen (2006: 417) gezählt. Davon haben 167 Benutzer (2006: 178) das Archiv persönlich aufgesucht, während 217 Personen (2006: 239) telefonisch, brieflich, per E-Mail oder mündlich ihre manchmal recht aufwändigen Rechercheaufträge erteilten bzw. um Auskunft ersuchten. 73 (= 19 %) der Benutzungen erfolgten verwaltungsintern und zu dienstlichen Zwecken (2006: 116 = 27,8 %), während 311 (= 81 %) der Benutzungen durch externe, also nicht verwaltungsangehörige Benutzer erfolgten (2006: 301 = 72,2 %).
Obgleich 2007 keine ganzen Schulklassen das Archiv besuchten, kamen doch wieder einzelne Schüler oder Schülergruppen in das Stadtarchiv, um für ihre geschichtlichen Facharbeiten oder andere größere Hausarbeiten lokalhistorisch zu recherchieren. Auch wurde Lehrpersonen lokalgeschichtliches Material zur Unterrichtsvorbereitung gern zur Verfügung gestellt.
Im Januar und Februar 2007 absolvierten nacheinander im Rahmen eines Schulpraktikums in der Stadtverwaltung drei Schülerinnen der Realschule einen je einwöchigen Praktikumsteil im städtischen Archiv. Im März 2007 arbeitete ein Schülerpraktikant des Gymnasiums Antonianum zwei Wochen im Stadtarchiv.
Am 1. Februar 2007 besichtigte die Arbeitsgruppe „Frauenbelange“ aus Geseke das Stadtarchiv. Diese Arbeitsgruppe wurde 2001 von der damaligen stellvertretenden Gleichstellungsbeauftragten Kerstin Tölke ins Leben gerufen. Die weiblichen Rats- und Ausschussmitglieder treffen sich in dieser Arbeitsgruppe regelmäßig mit der derzeitigen städtischen Gleichstellungsbeauftragten Birgit Dobbels zum Erfahrungsaustausch, um die Interessen der Bürgerinnen in unserer Stadt besser vertreten zu können. Den Besucherinnen wurden nach einer allgemeinen Archivführung insbesondere die Archivalien vorgestellt, die in besonderem Maße Zeugen weiblichen Wirkens in der lokalen Geschichte sind.
Im Jahr 2007 konnten wieder 10 Ausgaben der Geseker Heimatblätter fertig gestellt werden. Die 30 Ausgaben der Jahre 2004 bis 2006 der Geseker Heimatblätter, die seit 1926 vom Verein für Heimatkunde Geseke e.V. herausgegeben werden und deren Redaktion seit 2003 auf Wunsch des Vereins beim Stadtarchiv liegt, wurden in der ersten Jahreshälfte 2007 in einer gebundenen Form herausgegeben, von der derzeit (Stand Frühjahr 2008) beim Geseker Heimatverein bzw. in der Buchhandlung Berg in Geseke noch Exemplare käuflich erworben werden können.
Mit dem Tode von Frau Hannelore Berg, Inhaberin der zuvor genannten Buchhandlung, am 15. August 2007, verlor der Geseker Heimatverein ein hochgeschätztes Beiratsmitglied und eine uneigennützige Verbreiterin und damit Förderin der ortsgeschichtlichen Literatur. Ihre ehemaligen Mitarbeiterinnen haben es auf sich genommen, dieses Wirken im Sinne der Verstorbenen weiter zu führen.
Wie immer sei an dieser Stelle allen Autoren und Autorinnen für ihre durchweg interessanten, unterhaltsamen und oft anspruchsvollen Artikel herzlich gedankt, ebenso auch den Mitarbeitern der „Geseker Zeitung“ bzw. des „Der Patriot“, in Lippstadt für die technische Umsetzung und das Layout insbesondere Frau Erika Hapke, tätig in der Technik-Setzerei des Patriot, und nicht zu vergessen dem Verlag Laumanns selbst dafür, dass er die auch überörtlich bekannten Geseker Heimatblätter weiterhin als Beilage seiner Tageszeitung unentgeltlich veröffentlicht.
Dank zweier, im Rahmen der leider zeitlich befristeten umgangssprachlich so genannten „Ein-Euro-Jobs“, nacheinander tätigen engagierten Hilfskräfte konnten das Einscannen klassifizierter und das Sortieren bereits gescannter Zeitungsartikel nach einer vorgegebenen Klassifikation bis Ende 2007 zu einem vorläufigen Abschluss gebracht werden. Die Artikel mehrere Jahre sind nun vollständig eingearbeitet, so dass das Stadtarchiv jetzt eine fast lückenlose Dokumentation der nach Themen und chronologisch geordneten Artikel aus der Geseker Zeitung seit 1983, ergänzt ab ca. 2003 um einzelne Artikel aus der Neuen Regionalen und dem Wochentip, besitzt. Damit ist die archivische Zeitungsausschnittsammlung zu einer wertvollen Informationsquelle zu Ereignissen aus der Lokalgeschichte der letzten Jahrzehnte geworden, besonders für Vorgänge, für die es keine alternativen Quellenzeugnisse gibt. Sie gehört inzwischen zusammen mit der verfilmten alten Geseker Zeitung (1892-1972) zu dem am häufigsten genutzten dokumentarischen Einzelbestand.