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Mittwoch, 18.10.2017

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Das Stadtarchiv im Jahr 2016

von Evelyn Richter

Der folgende Jahresbericht des Stadtarchivs Geseke möchte einen kurzen Überblick über Tätigkeiten und Ereignisse geben, die neben der Erledigung von regelmäßig wiederkehrenden Aufgaben das archivische Handeln im Jahr 2016 hauptsächlich bestimmten.

 

 

Das Forschungs- und Buchprojekt "Geseker Stadtgeschichte"

Die Stadt Geseke wird im Jahr 2017 das 800-jährige Jubiläum ihrer Stadtwerdung feiern können. Anlässlich des Jubiläums wird Mitte des Jahres Bd. 1 bzw. Ende des Jahres 2017 Bd. 2 einer zweibändigen Stadtgeschichte unter dem Titel "Geseke. Geschichte einer westfälischen Stadt, herausgegeben im Auftrag der Stadt Geseke von Detlef Grothmann und Evelyn Richter" im Aschendorff Verlag erscheinen.
Mit der wissenschaftlichen Bearbeitung der geplanten Publikation war seit dem Jahr 2013 der Paderborner Historiker Dr. Detlef Grothmann beauftragt, sowie knapp 70 Autoren für ca. 58 Einzelbeiträge. Daher stand für das Stadtarchiv Geseke - wie schon seit Projektbeginn - auch 2016 die intensive archivische Betreuung der Autoren ganz im Vordergrund. Weil Dr. Grothmann aufgrund unvorhersehbarer widriger persönlicher Umstände die von ihm begonnenen redaktionellen Arbeiten leider nicht bis zur Drucklegung zu Ende führen kann, hat das Archiv die Redaktion seit Mai 2016 übernommen und wird sie auch 2017 fortführen. Infolgedessen mussten die normalen archivischen Aktivitäten eingeschränkt und die Öffnungszeiten des Stadtarchivs reduziert werden. Seit dem 31. Mai 2016 ist das Archiv nur noch montags geöffnet.

 

Benutzerstatistik

Die reduzierten Öffnungszeiten bewirkten leider zwangsläufig auch einen Rückgang der Benutzungszahlen. Dennoch wurden im Jahr 2016 noch ingesamt 333 Benutzungen gezählt (2015 waren es 463 Benutzungen). Davon haben 128  (= 38,4%) Benutzer (2015: 229 = 49,6 %) das Archiv persönlich aufgesucht, während 205 (= 61,64 %) Personen (2015: 234 = 50,54 %) telefonisch, brieflich, per E-Mail oder mündlich ihre manchmal sehr aufwendigen Rechercheaufträge erteilten bzw. um Auskunft ersuchten. 17,4 % (= 59) der Benutzungen erfolgten verwaltungsintern, also zu dienstlichen Zwecken (2015: 11,88 % = 55), während 82,3 % (= 274) der Benutzungen durch externe, also nicht verwaltungsangehörige Benutzer, erfolgten (2015: 88,12 % = 408).

 

 

 

Archivgebäude

Im Oktober 2016 wurde bei einer routinemäßigen Überprüfung festgestellt, dass sich aus der Fassade des Schulgebäudes, in dessen oberster Etage sich das Stadtarchiv befindet, kleine Fassadenteile lösen könnten. Aus Sicherheitsgründen musste daher der Schulhof und damit auch der Eingang zum Stadtarchiv vorübergehend abgesperrt werden. Besucher des Archivs mussten einige Wochen umständlich über einen Seiteneingang und persönlich begleitet ins Archiv geführt werden. Nach Anbringung von Netzen zur Fassadensicherung ist der normale Archiveingang jedoch jetzt wieder problemlos zugänglich.

 

 

Zusammenarbeit mit Schulen

Wie in den vergangenen Jahren besuchten auch 2016 wieder Schülerinnen und Schüler verschiedener Geseker Schulen zu schulischen oder persönlichen Recherchen das Stadtarchiv, wenn auch aufgrund der reduzierten Öffnungszeiten in geringerem Umfang als gewöhnlich.

 

 

Verfilmung und Digitalisierung der Standesamtsregister

Die bereits im Jahr 2013 aus konservatorischen Gründen begonnene Verfilmung und gleichzeitige Digitalisierung (Hybridverfahren) der archivreifen Personenstandsregister des ehemaligen (bis zum 31. Dezember 1974 bestehenden) Standesamtes Störmede und des Standesamtes Geseke durch eine damit beauftragte Fachfirma musste im Jahr 2016 aus zeitlichen Gründen unterbrochen werden. Diese Arbeiten sollen jedoch Ende 2017 wieder aufgenommen werden.

Folgende Register können jedoch bereits im Lesesaal des Stadtarchivs am dortigen PC als PDF-Dokumente eingesehen werden (Stand: Dezember 2015):

Standesamt Störmede:
Geburtsregister 1874-1903
Heiratsregister 1874-1929
Sterberegister 1874-1974

Standesamt Geseke:
Geburtsregister 1874-1904
Heiratsregister 1874-1933
Sterberegister 1874-1895

 

 

Zusammenarbeit mit dem Verein für Heimatkunde Geseke e.V.: Redaktion Geseker Heimatblätter

Im Verein für Heimatkunde Geseke e.V. ist die jeweilige Stadtarchivarin bzw. der jeweilige Stadtarchivar sozusagen "geborenes“ Beiratsmitglied. Im Auftrag des Vereins übernimmt seit 2003 das Stadtarchiv die Redaktion der Geseker Heimatblätter. Für das vergangene Jahr wurden wieder 10 Ausgaben der Geseker Heimatblätter redigiert.

Die Ausgaben der Jahre 2013 bis 2015 hat der Geseker Heimatverein 2016 erneut einbinden lassen. Der Band (Hardcover) kann bei den üblichen Verkaufsstellen (Buchhandlung Berg, Geseker Zeitung) bzw. über den Geseker Heimatverein käuflich erworben werden.

Bei den unentgeltlich schreibenden Autoren und Autorinnen der bisher erschienenen Ausgaben bedanken sich Geseker Heimatverein und Redaktion auf diesem Wege nochmals für ihre durchweg interessanten, unterhaltsamen und oft anspruchsvollen Artikel.

In diesen Dank soll besonders auch Herr Dr. Reinhard Laumanns, Inhaber des Laumanns-Verlages, eingeschlossen werden, insbesondere dafür, dass er bisher und auch künftig die Heimatblätter als Beilage seiner Tageszeitung veröffentlicht und wie gewohnt die auf haltbarerem Papier gedruckten Ausgaben für den Dreijahresband bereitstellt.

Weiterhin dankt der Heimatverein auch den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Tageszeitung "Der Patriot" in Lippstadt, die verantwortlich für die technische Umsetzung und das Layout sind, und hier insbesondere Frau Erika Hapke, tätig in der Zeitungstechnik des "Patriot", sowie Frau Veronika Pflug. Auch dieser Danksagung schließt sich die Redaktion hiermit ausdrücklich an.

 

 

Übernahmen, Ankäufe, Schenkungen

Die Bestände des Stadtarchivs umfassen sowohl amtliches als auch nicht-amtliches Archivgut. Während die Zuständigkeit für amtliche Unterlagen gemäß Archivgesetz NRW geregelt ist und dem Archiv quasi "zuwachsen", müssen nicht-amtliche Unterlagen "eingeworben" werden. Umso erfreulicher ist, dass auch 2016 wieder nicht-amtliche Archivalien aus privater Hand dem Stadtarchiv geschenkt oder leihweise zur dauernden Aufbewahrung übergeben wurden. Dazu zählten einzelne Fotografien und ganze Fotoalben, alte Geseker Ansichtskarten, Totenzettel, Privatnachlässe bzw. Teilnachlässe mit zeitgeschichtlich interessanter Korrespondenz, das Original der Chronik des Bahnhofs Ehringhausen (der Text selbst wurde bereits früher in den Geseker Heimatblätter veröffentlicht) und weiteres mehr.

Da Archivbenutzer sich im Benutzungsantrag verpflichten von Veröffentlichungen, die wesentlich auf der Benutzung vorgelegter Archivalien beruhen, ein (bzw. bei Archivalien aus im Geseker Stadtarchiv deponierter Archiven Dritter zwei) Belegstück(e) abzuliefern, konnte die Archivbibliothek beispielsweise um eine 2016 erschienene hochinteressante Dissertation zu Barockisierungsprozessen in Damenstifts- und Frauenklosterkirchen in Westfalen (die St. Cyriakus-Kirche in Geseke zählt dazu) und um eine Schrift zu den Toten der Kriege 1808-1813, 1870/71, 1914-1918 und 1939-1945 aus Mönninghausen ergänzt werden.

Allen Schenkenden und allen Leihgebern sei an dieser Stelle nochmals ganz herzlich gedankt. Ohne diese Archivalien aus Privathand könnte so manches Kapitel der Geseker Geschichte sonst nicht dokumentiert werden.

Und auch das als Dauerleihgabe im Stadtarchiv deponierte Vereinsarchiv des Geseker Heimatvereins wurde wieder durch geschichtlich wertvolle Unterlagen bzw. Bücher ergänzt.