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Mittwoch, 08.02.2012

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Das Stadtarchiv im Jahr 1992

Wie auch in den vergangenen Jahren, seit Einrichtung des Stadtarchivs als einer von einer hauptamtlichen Kraft betreuten öffentlichen Einrichtung der Stadt Geseke, so soll auch für das Jahr 1992 eine kurze Übersicht über Personalia, Benutzerstatistik und Neuerwerbungen des Archivs informieren.

Personalia:

Als Nachfolgerin der langjährigen Leiterin des Stadtarchivs, Frau Ortmanns, habe ich am 1. April 1992 meinen Dienst angetreten. Ich möchte mich daher Ihnen kurz vorstellen. Mein Name ist Evelyn Richter. Ich bin Jahrgang 1959, habe in Bonn und Marburg die Fächer Geschichte, Philosophie und Soziologie studiert und mit dem Magisterexamen im Fach Neuere Geschichte abgeschlossen. Anschließend war ich in Bonn in einem historischen Forschungsinstitut und für den wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestages tätig. Daran schloss sich eine einjährige Ausbildung als Wirtschaftsarchivarin an. Zuletzt arbeitete ich sowohl im Stadtarchiv Bonn als auch im Hausarchiv der Deutschen Ausgleichsbank. Meine bisherigen Erfahrungen als Archivarin der Stadt Geseke kann ich nur als positiv bezeichnen, nicht zuletzt Dank des guten Verhältnisses zu den Kollegen der Stadtverwaltung und dem Verein für Heimatkunde Geseke e. V., dem ich als Mitglied des Beirats angehöre.

Benutzerstatistik:

Im Jahr 1992 wurden 152 Benutzer gezählt, die das Archiv entweder persönlich besuchten oder als Angehörige der Stadtverwaltung den dienstlichen Rechercheauftrag telefonisch erteilten. Diese im Vergleich zu den Vorjahren niedrigere Zahl erklärt sich daraus, dass das Archiv in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres geschlossen war. Zu beobachten war jedoch eine von Monat zu Monat sich steigernde Benutzerfrequenz. Von den 152 Benutzern gehörten 22 der Verwaltung an, 50 wurden als Mitglieder des Geseker Heimatvereins oder des Museums betreut, während die größte Gruppe 80 als "Sonstige" bezeichnete Archivbenutzer umfasste. Unter der Rubrik "Sonstige" wurden u. a. Familienforscher, Mitglieder verschiedener lokaler Vereine, erfreulicherweise auch Angehörige der Heimatvereine in den Geseker Ortsteilen, Studenten und Doktoranden der Hochschulen in Münster und Paderborn gezählt. Darüber hinaus konnten 24 schriftliche Anfragen beantwortet werden. Die telefonische Benutzerberatung wurde statistisch nicht erfasst.

Neuerwerbungen und Übernahmen des Archivs:

Die Stadtverwaltung hat ihren älteren Buchbestand durchforstet und insgesamt 240 Bände abgegeben, die inzwischen klassifiziert und der Archivbibliothek eingegliedert werden konnten. Sie stammen zu einem großen Teil aus der vor Jahren durch die Stadt erworbenen ehemaligen Schupmannschen Hausbibliothek. So finden sich neu in der Archivbibliothek neben zahlreichen rechtsgeschichtlichen und Kirchenrechtsabhandlungen auch Raritäten wie der dritte Band der Seibertz'schen Quellen zur westfälischen Geschichte (1869) und der zweite Band seines Urkundenbuches zur Landes- und Rechtsgeschichte des Herzogtums Westfalen (1843) sowie ortgeschichtlich Bemerkenswertes wie z.B. das Tagesprogramm eines Geseker Seifenkistenrennens aus den 60er Jahren oder die "Provinzial-Feuer-Polizei-Ordnung, und Lokal-Feuer-Polizei-Ordnung für die Stadt Geseke, nebst Schornsteinfeger-Instruction" aus dem Jahre 1843.

Weiterhin wurde durch Ankauf der Bestand an Hilfsmitteln der Chronologie, der Schriftkunde und der familienkundlichen Nachschlagewerke desgleichen der Bestand an Findbücher anderer Archive erweitert.

Für die Bildsammlung konnten Luftbildnegative Gesekes aus den 70er erworben werden, während durch Schenkung für die Geschichte des Schäfereiwesens im 19. und 20. Jahrhundert interessante Familienunterlagen in das Archiv gelangten.

Überhaupt soll noch einmal darauf hingewiesen werden, dass das Stadtarchiv sehr gern Unterlagen Geseker Läden und Handwerksbetriebe oder ganz allgemein Familiennachlässe sei es als Schenkung oder als Depositum (= Dauerleihgabe mit dem Recht, diese der Forschung zugänglich zu machen) übernimmt.