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Mittwoch, 08.02.2012

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Das Stadtarchiv im Jahr 1993

Wie in den vergangenen Jahren, so soll auch in diesem Jahr wieder ein kurzer Tätigkeitsbericht des Stadtarchivs über Benutzerfrequenz, Neuerwerbungen für Bibliothek und Archiv sowie von Ausstattungsgegenständen informieren.

Benutzerstatistik:

1993 suchten insgesamt 261 (Vorjahr 152) Benutzer das Archiv selbst auf bzw. beauftragten als Angehörige der Verwaltung das Archiv telefonisch mit einer Recherche. Die Gesamtzahl setzt sich wie folgt zusammen: Verwaltung: 41 (Vorjahr: 22), Heimatverein Geseke: 82 (Vorjahr: 50), sonstige Benutzer: 138 (Vorjahr: 80). Zahl der schriftl. Anfragen an das Stadtarchiv: 31 (Vorjahr: 24). Die telefonische Benutzerberatung wurde statistisch nicht erfasst.

Der auffällige Anstieg der Benutzerzahlen im Jahre 1993 gegenüber 1992 ist darin begründet, dass 1993 das Stadtarchiv wieder ganzjährig geöffnet war.

Neben den persönlich erschienen Benutzern bzw. schriftlichen Anfragen aus ganz Deutschland nahmen auch Personen und Institutionen aus den Niederlanden, den USA, aus Polen, Österreich und Israel die Dienste des Stadtarchivs in Anspruch.

Neuerwerbungen des Stadtarchivs:

Der Bestand der heimatkundlichen Bibliothek konnte in diesem Jahr wieder um zahlreiche Bände durch Ankauf, Schenkung und Übernahmen aus verschiedenen städtischen Einrichtungen erweitert werden, so zum Beispiel um einen fotomechanischen Nachdruck der 1755 erschienenen mehrbändigen "Westfälischen Geschichte" des Johann Diederich von Steinen. Zu den Neuerwerbungen zählen weiterhin die Festschriften derjenigen Vereine, denen das Stadtarchiv durch Bereitstellung seiner Unterlagen weiter helfen konnte sowie die Publikationen benachbarter Ortschaften und Heimatvereine (z. B. "Steinhausen 1243 - 1993", ersch. 1993).

Überwiegend als Schenkung aber auch als Depositum (= Dauerleihgabe) gelangten aus privater Hand erneut Unterlagen wie Fotografien, Totenzettel, Postkarten, Manuskripte und sogar Akten des 19. Jhs. in das Stadtarchiv, so z.B. eine Akte die Untersuchung der Strafsache Delion betreffend.

Für diese freundlichen Schenkungen bzw. Leihgaben für die Bibliothek oder die Sammlungen des Stadtarchivs sei an diese Stelle ausdrücklich gedankt.

Verbesserung der technischen Ausstattung:

Um die Ordnung und Verzeichnung (Buchtitel- und Verfasseraufnahme) der Archivbibliothek voranzutreiben bzw. die Verwaltung (Fristen-, Standort- und verwaltungsinterne Leihverskehrüberwachung) des im alten Rathaus untergebrachten Zwischenarchivs zu erleichtern, konnten zwei spezielle Archivprogramme für den PC im Böddeker Hof erworben werden. Sie ergänzen das ausschließlich für die Verzeichnung von Akten, Fotografien und Plänen entwickelte Computerprogramm, das sich im Stadtarchiv schon seit ungefähr drei Jahren bewährt hat.

Seit November 1993 steht dem Archivbenutzer ein Mikrofiche-Lesegerät mit einem besonders großen Bildschirm zur Verfügung. Damit können erstmals die verfilmten Pläne des Geseker Urkatasters (Anfang 19. Jh.) eingesehen werden, die schon seit langem als Depositum des Geseker Heimatvereins vorhandenen sind aber bisher nicht genutzt werden konnten.

Geseker Zeitung:

Den eigentlichen Grund für den Ankauf dieses Lesegerätes bildete jedoch die Verfilmung der Geseker Zeitung aus den Jahren 1892 bis 1972 auf so genannte Mikrofiches. Die Verfilmung konnte noch im Jahre 1993 abgeschlossen werden. Zusammen mit den in städtischen Besitz sich befindenden und laufend ergänzten Ausgaben ist nun die Geseker Zeitung bis einschließlich 1993 im Stadtarchiv einzusehen. Die Ausgaben 1892 bis 1972 dürfen jedoch aus konservatorischen Gründen nur ausschließlich in Form von Mikrofiches und mit Hilfe des Lesegerätes genutzt werden.

Die Bedeutung der Geseker Zeitung als lokales Informationsmedium und - besonders in Hinblick auf die ältesten Ausgaben - als historische Quelle, dürfte wohl unbestritten sein, zumal sie ja bis heute gleichzeitig die Funktion eines Amtsblattes erfüllt. So ist es um so verdienstvoller, dass sich die frühere Verlegerfamilie Flamm entschlossen hat, das einzige in vollständiger Reihe erhaltene Exemplar der Geseker Zeitung der Jahre 1892 bis 1972 aus ihrem Familienbesitz als Depositum dem Stadtarchiv zur Verfügung zu stellen. Gedankt werden muss in diesem Zusammenhang aber auch für die finanzielle und ideelle Unterstützung des Geseker Heimatvereins, der Sparkasse Geseke, der Verlegerfamilie Laumanns und dem Westfälischen Archivamt.