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Mittwoch, 08.02.2012

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Das Stadtarchiv im Jahr 1994

 1994 jährte sich zum 10ten mal der Tag der Eröffnung des Stadtarchivs Geseke. 1984 erhielten die historischen Unterlagen der Stadt Geseke mit der Unterbringung in dem denkmalgeschützten "Böddeker Hof" erstmals ein auch der breiten Öffentlichkeit zugängliches eigenes Archivgebäude und mit Frau Monika Ortmanns eine erste hauptamtliche Archivarin. Damit ging ein langgehegter Wunsch zahlreicher Geseker Bürger in Erfüllung. Seitdem hat sich das Archiv zu einer vielgenutzten Einrichtung für Geseker Bürger und Auswärtige, für Heimat- und Familienforscher, für Schüler, Studenten und Wissenschaftler entwickelt. Der Umfang und die Zahl seiner Bestände hat sich seit 1984 um ein Mehrfaches vergrößert, zumal einige Vereine und Familien die Möglichkeit genutzt haben, ihre Privatarchive im Stadtarchiv als Dauerleihgabe zu deponieren und der Forschung unter gewissen Auflagen zur Verfügung zu stellen. Die Erhaltung des vorhandenen Archivgutes und seine Ergänzung durch Unterlagen, die im Zuge städtischen Verwaltungshandelns laufend entstehen, aber nicht mehr aktuell benötigt werden, sichert erst seit 1989 das nordrhein-westfälische Archivgesetz. In Geseke hatte man bereits 5 Jahre zuvor der Einsicht in die Notwendigkeit, die historische Überlieferung der Stadt auch für die Zukunft zu bewahren, Taten folgen lassen.

Tag der offenen Tür:

Anlass genug, am 16. November 1994 (Buß- und Bettag) mit einem "Tag der offenen Tür" der Öffentlichkeit auch einmal die Räumlichkeiten zu zeigen, die dem Besucher normalerweise verschlossen bleiben, im Rahmen der Führungen durch das Haus die Bestände zu präsentieren, ihre Zusammensetzung und Bedeutung zu erläutern sowie ein wenig das Aufgabenfeld eines Archivars darzustellen. Selbst das recht unfreundliche Wetter an diesem Tag vermochte es nicht 40 Besucher aus Geseke und Umgebung von einem Besuch abzuhalten.

Sonstige Ereignisse und Aktivitäten:

Im Februar 1994 wurde in den Räumen des Archivs im Rahmen einer kleinen Feierstunde durch die Verlegerfamilie Flamm und im Beisein des Stadtdirektors, des Bürgermeisters, den Vertretern der Ratsfraktionen, denen des Geseker Heimatvereins, der Sparkasse und der Presse, die einzige noch vollständig erhaltene Ausgabe der Geseker Zeitung von 1892 bis 1972 als Dauerleihgabe dem Archiv auch formell übergeben.

Neben einem Vortrag vor dem Seniorenbeirat im Oktober, einer Aufsatzveröffentlichung und der Betreuung und Beratung von Archivbenutzern, bildeten archivische Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten, Öffentlichkeitsarbeit, redaktionelle Tätigkeiten und Recherchen auch für die städtische Verwaltung die Arbeitsschwerpunkte im vergangenen Jahr.

Benutzerstatistik:

Seit seiner Eröffnung konnte das Archiv noch nie so viele Benutzer verzeichnen wie im Jubiläumsjahr.

1985198619871988198919901991199219931994
202255269320268289ohne Ang.152261384

(Anm. zu den Jahren 1991 und 1992: Dez. 1991 schied Frau Monika Ortmanns aus dem Dienst aus. Das Archiv erhielt erst im April 1992 mit Frau Evelyn Richter eine neue Leiterin)

1994 suchten insgesamt 384 Benutzer das Archiv selbst auf bzw. erteilten als Angehörige der Stadtverwaltung den Rechercheauftrag telefonisch. Die Gesamtzahl setzt sich wie folgt zusammen: Verwaltung = 39, Heimatverein Geseke = 92, sonstige Benutzer = 253. Zahl der schriftlichen Anfragen an das Stadtarchiv = 18. Die telefonische Benutzerberatung wurde statistisch nicht erfasst.

Die Steigerung der Benutzerzahlen um 123 gegenüber dem Vorjahr ist auf die verstärkte Zusammenarbeit mit den Schulen, auf den "Tag der offenen Tür" aber auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass es nun möglich ist, den mikroverfilmten Altbestand der Geseker Zeitung im Archiv einzusehen. Damit wurden besonders diejenigen gewonnen, deren Interesse sich vorwiegend auf den Zeitraum der letzten 100 Jahre beschränkt sowie jene Heimatforscher, die aus einem der Nachbarorte Gesekes im Verbreitungsgebiet der alten Geseker Zeitung stammen.

Verbesserung der technischen Ausstattung:

Nachdem sich schnell zeigte, dass der Vergrößerungsfaktor des Objektivs des noch im November 1993 aufgestellten Mikrofiche-Lesegerätes für manche Brillenträger nicht ausreichte, konnte 1994 noch ein weiteres Objektiv angeschafft werden. Der Text wird nun durch das Lesegerät wahlweise auch in stärkerer Vergrößerung als bisher abgebildet.

Nicht neu, aber funktionsfähig ist der Fotokopierer, der im November 1994 im Stadtarchiv aufgestellt wurde. Seitdem können Besucher, die eine Kopie aus einem Buch oder einer Zeitschrift (von Archivalien werden aus konservatorischen Gründen grundsätzlich keine Kopien angefertigt) wünschen, diese gegen Erstattung der üblichen Gebühren sofort mitnehmen. Doppelte Wege oder die mit dem Postversand verbundenen erhöhten Gebühren entfallen somit für den Archivbenutzer.

Neuerwerbungen:

1994 konnte der Archivbibliotheksbestand wieder durch Ankauf und durch Schenkungen erweitert werden. So steht nun beispielsweise auch der 2. Bd. des "Westfälischen Klosterbuches" zur Verfügung. Ein ungenannt bleiben wollender Geseker Bürger schenkte dem Archiv einige wertvolle Archivalien aus der Zeit des 19. und 20. Jh. Ihm sei an dieser Stelle ausdrücklich gedankt. Eine Altaktenübergabe von der Stadtverwaltung bescherte dem Archiv u.a. eine Akte betreffend den Krankenversicherungsverein der Handwerksgesellen mit einer Mitgliederliste aus der Zeit vor der Bismarckschen Sozialgesetzgebung. Auch die Bibliothek des Geseker Heimatvereins mit ihrer Zeitschriftensammlung wurde durch Vereinsmitglieder wieder laufend ergänzt.