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Donnerstag, 09.09.2010

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Das Stadtarchiv im Jahr 1996

Seit Einrichtung des Stadtarchivs Geseke im so genannten "Böddeker Hof", Wichburgastr. 9, ist es üblich geworden, dass das Archiv seine Aktivitäten, Neuerwerbungen und die Benutzerfrequenz des vergangenen Jahres in den Geseker Heimatblättern der Öffentlichkeit vorstellt. Dies soll auch diesmal wieder geschehen.

Benutzerstatistik:

1996 suchten 300 Benutzer (1995: 347) das Archiv selbst auf bzw. erteilten als Angehörige der Stadtverwaltung den Rechercheauftrag telefonisch. Die Gesamtzahl setzt sich wie folgt zusammen: Verwaltung = 68 (1995: 53), Heimatverein Geseke = 44 (1995: 101), sonstige Benutzer = 188 (1995: 193). Es fällt zunächst auf, dass die Zahl der Benutzungen gegenüber dem Vorjahr besonders unter den Mitgliedern des Geseker Heimatvereins gesunken ist. Dies hat seinen traurigen Grund darin, dass einige derjenigen älteren Heimatvereinsmitglieder, die häufig Archivstudien betrieben, im Jahr 1995 verstorben sind bzw. - nach eigenen Angaben - aus Altersgründen das Archiv nicht mehr aufsuchen können. Dagegen ist erneut ein Anstieg der Anfragen aus der Verwaltung zu verzeichnen, während die Zahl der sonstigen Benutzungen annähernd gleich geblieben ist. Gegen Ende des Jahres 1996 und in den ersten Wochen des Jahres 1997 zeigte sich jedoch schon ein deutliches Ansteigen der Benutzerfrequenz, so dass sich für 1997 wieder höhere Besucherzahlen andeuten. Die telefonische Benutzerberatung wurde statistisch nicht erfasst.

Neue Rufnummer, alte Öffnungszeiten:

Im vergangenen Jahr erhielt das Stadtarchiv eine neue Telefonnummer, sie lautet:
02942/78 13 7
Die Öffnungszeiten sind aber gleich geblieben - vormittags: Mo. - Do. 8.30 - 12.00 Uhr, nachmittags: Mo. - Mi. 14.00 - 16.00 Uhr, Do. 14.00 - 18.00 Uhr. Freitags ist geschlossen.

Verbesserung der technischen Ausstattung:

Auch ein Archiv kann heute nur noch schwer ohne eine entsprechende technische Ausstattung seine vielfältigen Aufgaben erfüllen. Abgesehen von der Arbeitserleichterung und -beschleunigung bei Verzeichnungsarbeiten, die entsprechende Archiv-, Zwischenarchiv- und Bibliotheksprogramme bieten, werden zum Druck bestimmte Texte von den Herausgebern der Zeitschriften häufig nur noch in Form von Disketten akzeptiert. 1996 konnte der überalterte Archiv-PC mit seinem störanfälligen und unangenehm lauten Drucker durch ein leistungsfähigeres Gerät ersetzt werden. Archivbenutzer werden künftig nicht mehr durch Druckergeräusche bei ihren Studien gestört werden.

Vorträge/Führungen u. ä.:

Archive sind interessant, geschichtlich wichtig, der Aufbewahrungsort älterer, noch heute rechtlich relevanter Unterlagen und bieten dem historisch interessierten Besucher eine große Zahl von Informationsmöglichkeiten. Diese Einsicht versuchte im Februar 1996 in den Räumen des Böddeker Hofes ein abendlicher Vortag mit Archivführung einer Besuchergruppe der Männergruppe der evangelischen Lutherkirche in Geseke zu vermitteln. Dem Kursus zur Familienforschung und

Schriftkunde, der im Wintersemester an der Geseker Volkshochschule veranstaltet wurde, wollte Kursleiter Hans-Peter Busch nicht nur graue Theorie vortragen. Daher konnten die Kursteilnehmer an einem Abend ebenfalls im Februar unterschiedliche Archivalien und gedruckte Hilfsmittel vor Ort "im Original" kennenlernen und ganz allgemein einmal "Archivluft schnuppern".

An zwei Unterrichtstagen im November und Anfang Dezember besuchte jeweils eine Hälfte der Klasse 11/1 des Gymnasiums Antonianum das Archiv im Rahmen der Unterrichtseinheit "Arbeit mit Quellen". Gründlich vorbereitet durch ihre Fachlehrerin Frau Kluge erarbeiteten sich die Schüler weitgehend selbständig geschichtliches Wissen aus den dort vorhandenen unterschiedlichen Informationsquellen.

Die Fachlehrerkonferenz Geschichte des Gymnasiums versammelte sich im November 1996 im Böddeker Hof. Vorgestellt wurden, welche technischen, archivalischen und gedruckten Hilfs- und Arbeitsmittel sowie lokalen Quellengattungen im Geseker Archiv vorhanden sind und sich zur Unterrichtsvorbereitung eignen. Es wurden die praktischen Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Schule und Archiv erörtert. Denn durch die Einbeziehung lokalgeschichtlicher Quellen lässt sich auch trockenerer Geschichtsunterrichtsstoff Schülern vermitteln.

Personalia:

Bis zum 30. Juni konnte das Archiv im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zwei Hilfskräfte beschäftigen. Eine Kraft hat einen großen Teil (ca. 700 Akteneinheiten) der stark verschmutzten Akten des ehemaligen Amtes Störmede nach 1945 sorgfältig für eine weitere Bearbeitung vorbereitet, d.h. Blatt für Blatt gesäubert, enteist, umgebettet und listenmäßig erfasst. Eine andere Kraft war mit der Bearbeitung der Zeitungsausschnittsammlung betreut.

Sonstige Aktivitäten, Ergebnisse und Ereignisse:

Betreuung und Beratung von Archivbenutzern bildeten, neben archivischen Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten, Öffentlichkeitsarbeit, kleineren Veröffentlichungen, redaktionelle Tätigkeiten und Recherchen auch für die Stadtverwaltung selbst, die Arbeitsschwerpunkte im vergangenen Jahr 1996.

Durch den Umbau des Verwaltungsgebäudes in der Martinsgasse wurden überdurchschnittlich viele Akten für das Zwischenarchiv angeboten. Für deren Lagerung wurde in der Realschule ein weiterer Magazinraum für Zwischenarchivgut bereitgestellt.

Neuerwerbungen, Schenkungen, Leihgaben:

Der Archivbibliotheksbestand konnte wieder durch Ankauf und Schenkungen erweitert werden. Beispielsweise wurden jetzt u.a. eine 1985 auch aus Beständen des Stadtarchivs erarbeitete Staatsarbeit zur Geschichte Gesekes im Dreißigjährigen Krieg und das genealogische "Familienbuch Pape" übergeben sowie die zwei Bände "750 Jahre Stadt Salzkotten", Paderborn 1995 angekauft. Die Zeitschriftensammlung des im Stadtarchiv deponierten Archivteils des Geseker Heimatvereins wurde durch Vereinsmitglieder wieder laufend ergänzt.

Besonderer Dank gebührt den zwei Gesekern und einem Auswärtigem, die als Dauerleihgaben (Deposita) verschiedene Unterlagen aus privatem Besitz übergaben. In diesen Deposita finden sich u. a. das Protokollbuch der Geseker Schneiderinnung von 1853 bis 1869, kleine genealogische Notizen zur Apothekerfamilie Jehn oder beispielsweise das Auftrags- und Abrechnungsbuch eines Schmiedes aus den Jahren 1916 bis 1925.