

Archive sind interessant, geschichtlich wichtig, der Aufbewahrungsort älterer, noch heute rechtlich relevanter Unterlagen und bieten dem historisch interessierten Besucher eine große Zahl von Informationsmöglichkeiten. Diese Einsicht versuchte im Februar 1996 in den Räumen des Böddeker Hofes ein abendlicher Vortag mit Archivführung einer Besuchergruppe der Männergruppe der evangelischen Lutherkirche in Geseke zu vermitteln. Dem Kursus zur Familienforschung und
Schriftkunde, der im Wintersemester an der Geseker Volkshochschule veranstaltet wurde, wollte Kursleiter Hans-Peter Busch nicht nur graue Theorie vortragen. Daher konnten die Kursteilnehmer an einem Abend ebenfalls im Februar unterschiedliche Archivalien und gedruckte Hilfsmittel vor Ort "im Original" kennenlernen und ganz allgemein einmal "Archivluft schnuppern".
An zwei Unterrichtstagen im November und Anfang Dezember besuchte jeweils eine Hälfte der Klasse 11/1 des Gymnasiums Antonianum das Archiv im Rahmen der Unterrichtseinheit "Arbeit mit Quellen". Gründlich vorbereitet durch ihre Fachlehrerin Frau Kluge erarbeiteten sich die Schüler weitgehend selbständig geschichtliches Wissen aus den dort vorhandenen unterschiedlichen Informationsquellen.
Die Fachlehrerkonferenz Geschichte des Gymnasiums versammelte sich im November 1996 im Böddeker Hof. Vorgestellt wurden, welche technischen, archivalischen und gedruckten Hilfs- und Arbeitsmittel sowie lokalen Quellengattungen im Geseker Archiv vorhanden sind und sich zur Unterrichtsvorbereitung eignen. Es wurden die praktischen Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Schule und Archiv erörtert. Denn durch die Einbeziehung lokalgeschichtlicher Quellen lässt sich auch trockenerer Geschichtsunterrichtsstoff Schülern vermitteln.
Betreuung und Beratung von Archivbenutzern bildeten, neben archivischen Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten, Öffentlichkeitsarbeit, kleineren Veröffentlichungen, redaktionelle Tätigkeiten und Recherchen auch für die Stadtverwaltung selbst, die Arbeitsschwerpunkte im vergangenen Jahr 1996.
Durch den Umbau des Verwaltungsgebäudes in der Martinsgasse wurden überdurchschnittlich viele Akten für das Zwischenarchiv angeboten. Für deren Lagerung wurde in der Realschule ein weiterer Magazinraum für Zwischenarchivgut bereitgestellt.
Der Archivbibliotheksbestand konnte wieder durch Ankauf und Schenkungen erweitert werden. Beispielsweise wurden jetzt u.a. eine 1985 auch aus Beständen des Stadtarchivs erarbeitete Staatsarbeit zur Geschichte Gesekes im Dreißigjährigen Krieg und das genealogische "Familienbuch Pape" übergeben sowie die zwei Bände "750 Jahre Stadt Salzkotten", Paderborn 1995 angekauft. Die Zeitschriftensammlung des im Stadtarchiv deponierten Archivteils des Geseker Heimatvereins wurde durch Vereinsmitglieder wieder laufend ergänzt.
Besonderer Dank gebührt den zwei Gesekern und einem Auswärtigem, die als Dauerleihgaben (Deposita) verschiedene Unterlagen aus privatem Besitz übergaben. In diesen Deposita finden sich u. a. das Protokollbuch der Geseker Schneiderinnung von 1853 bis 1869, kleine genealogische Notizen zur Apothekerfamilie Jehn oder beispielsweise das Auftrags- und Abrechnungsbuch eines Schmiedes aus den Jahren 1916 bis 1925.