

Das Stadtarchiv befindet sich in der obersten Etage der Dr.-Adenauer-Grundschule, Ostmauer 2. Der Zugang ist über den Schulhof auf der Rückseite des Gebäudes zu erreichen, links im Bild (Eingangstür verdeckt).
Foto: Stephanie Marks, Stadt Geseke.
Auch im vergangenen Jahr 2004 gab es einige vom „archivischen Alltagsgeschäft“ abweichende Aktivitäten, an die im folgenden Jahresbericht noch einmal erinnert werden soll. Dessen ungeachtet lag der Schwerpunkt der archivischen Tätigkeit wie gewöhnlich hauptsächlich in der Übernahme und Bearbeitung von Unterlagen für das Zwischenarchiv und das historische Archiv, dem archivischen Auskunftsdienst und der Betreuung der Benutzer vor Ort.
Das Jahr 2004 war zwar – oberflächlich betrachtet - ein „Ausrutscher“ in der Statistik der Besucherzahlen der vergangenen Jahre. In den z.T. sehr heißen Sommermonaten begaben sich weniger Besucher als sonst persönlich ins Archiv. Erst im Herbst und Winter steigerte sich die Besucherfrequenz wieder, ohne jedoch das Vorjahresniveau zu erreichen. Hingegen ist die Anzahl derjenigen Archivbenutzer spürbar gestiegen, die telefonisch, brieflich oder per E-Mail um Auskünfte ersuchten. Dem geänderten Benutzerverhalten Rechnung tragend, sollen künftig auch diese Formen der Archivnutzung statistisch erfasst werden.
Es suchten insgesamt 199 Besucher (2003: 343) das Stadtarchiv persönlich auf bzw. erteilten als Mitarbeiter der Geseker Stadtverwaltung ihren Rechercheauftrag zum Teil auf telefonischem Wege, davon waren 86 (2003:101) Verwaltungsmitarbeiter, 36 (2003: 34) Angehörige des Vereins für Heimatkunde Geseke e.V. und 77 gehörten keiner der beiden vorgenannten Gruppen an (Sonstige 2003: 208).
Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, kamen dieses Mal keine Schulklassen geschlossen ins Archiv, wohl aber wieder (auf Anraten ihrer Lehrer) einzelne Schüler - auch aus Schulen benachbarter Kommunen -, die für ihre Facharbeiten eine thematische Beratung suchten oder die Teilnehmer des von der Körberstiftung getragenen Geschichtswettbewerbs 2004/05 des Bundespräsidenten sind und daher den Archivalien- und Bibliotheksbestand nutzten.
Vom 9. bis zum 27. Februar absolvierte eine Schülerin der Geseker Realschule und vom 22. März bis zum 2. April ein Schüler des Gymnasiums ein Archivpraktikum. Um den jeweiligen Schulpraktikanten zu ermöglichen, die unterschiedliche Arbeitsweisen von kleineren und größeren Archiven kennen zu lernen, verbringen Geseker Archivpraktikanten, seit Wiederbesetzung des Archivs in der Nachbarstadt, jeweils einen Tag ihres Praktikums auch im Stadtarchiv Lippstadt. Umgekehrt konnten von dort dieses Jahr im Januar und im Mai jeweils ein Tagespraktikant bzw. eine -praktikantin das Geseker Stadtarchiv besuchen.
Am 19. Mai 2004 wurde die bereits im Vorjahr angekündigte Publikation von Evelyn Richter, „Geschichte des Stadtarchivs Geseke und seiner Bestände“, Münster 2004, im Rahmen einer feierlichen Buchpräsentation vor einem Kreis aus Vertretern des Geseker Stadtrats, des Vereins für Heimatkunde Geseke e.V., der Sparkasse Geseke und Archivleiterinnen und Archivleitern der benachbarten Archive der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Franz Holtgrewe hielt in Vertretung für den kurzfristig erkrankten Professor Dr. Norbert Reimann, Direktor des Westfälischen Archivamtes in Münster, der stellvertretende Leiter des Archivamtes, Dr. Wolfgang Bockhorst, einen Vortrag zu den jahrzehntelangen archivpflegerischen Bemühungen um das Stadtarchiv Geseke. Daran schloss sich ein kurzer Überblick der Stadtarchivarin über einige Etappen der Archivgeschichte an sowie ein persönliches Dankwort an den Geseker Heimatverein, die Sparkasse Geseke und die Stadt Geseke, die jeweils einen Teil des Druckkostenzuschusses übernommen hatten. Die Publikation, die als Bd. 17 in der Reihe „Texte und Untersuchungen zur Archivpflege“ des Westfälischen Archivamtes erscheint, wurde vom Geseker Heimatverein zugleich als Bd. 13 in die von ihm herausgegebene Veröffentlichungsreihe „Beiträge der Geschichte der Stadt Geseke“ aufgenommen.
Darüber hinaus konnten Artikel in den „Geseker Heimatblättern“ und in der Fachzeitschrift „Archivpflege in Westfalen und Lippe“ veröffentlicht sowie ein kleiner Beitrag zur Festschrift der Sparkasse Geseke anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens geleistet werden.
Insgesamt wurden im Jahr 2004 zehn Ausgaben der Geseker Heimatblätter - wie immer als Beilage der „Geseker Zeitung“ bzw. des „Der Patriot“ - veröffentlicht. Die Heimatblätter werden vom Verein für Heimatkunde Geseke e.V. herausgegeben und seit Februar 2003 vom Stadtarchiv redaktionell betreut, da der/die jeweilige Stadtarchivar/in zugleich auch geborenes Beiratsmitglied des Vereins ist.
Allen Autoren, die wie immer ihre interessanten Beiträge unentgeltlich zum Abdruck zur Verfügung stellten, dem Verlagshaus Laumanns, das in der „Geseker Zeitung“ für die Heimatblätter stets bereitwillig Seiten frei hält, Monika Meyer von der Geseker Geschäftsstelle für die freundliche Organisation und den Verlags-Mitarbeiterinnen in der „Setzerei“ Erika Hapke und Veronika Pflug, die mit Geschick und Engagement für die praktische Umsetzung sorgten, soll hiermit herzlich gedankt werden.
Darüber hinaus konnte der Geseker Heimatverein im Oktober 2004 einen gebundenen Band der Geseker Heimatblätter, bestehend aus den Nachdrucken der insgesamt 22 Ausgaben der Jahre 2000 bis 2003, der Öffentlichkeit vorstellen. Die Bände sind jetzt in der Geseker Buchhandlung Berg, beim Verein für Heimatkunde Geseke e.V. und im Geseker Heimatmuseum zu erwerben.
Bekanntlich sind Städte und Gemeinden aufgrund gesetzlicher Vorgaben verpflichtet, in eigener Regie für die zeitlich unbegrenzte und sichere Aufbewahrung des von ihnen erzeugten amtlichen Schriftgutes (im weitesten Wortsinne) mit rechtlichem und historischen Wert zu sorgen. Daher wächst auch im Stadtarchiv Geseke kontinuierlich der historisch oder/und rechtlich wertvolle Archivbestand amtlicher Herkunft. Besonders das vom Stadtarchiv betreute Zwischenarchiv hat 2004 bis an die Kapazitätsgrenze Akten übernommen, die jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt, nach Ablauf der gesetzlichen Mindestaufbewahrungsfrist, und archivischer Bewertung, wenigstens zum Teil in das eigentliche historische Archiv übernommen werden.
Daneben wurden dem Stadtarchiv auch 2004 wieder kleinere Bestände aus privater Hand teils geschenkt, teils als Dauerleihgabe übergeben. Darunter befinden sich zum Beispiel so interessante Archivalien wie eine Akte zum (ehelichen) Güterrecht in Geseke aus der Zeit von 1832 bis 1880, eine für das Paderborner Domkapitel bestimmte Aufstellung der „zur Geseker Domkapitularischen Erhebung gehörigen und alda belegenen Hufen und Wiesen“ aus dem Jahr 1781, ein paar Fotos zum Bau des Gymnasiums und der Restaurierung des Böddeker Hofes oder von Geseker „Arbeitsmeiden“ des weiblichen RAD-Lagers, und anderes mehr.
Die städtische Archivbibliothek konnte ebenfalls um einige Werke erweitert werden. So wurde neben anderen regionalgeschichtlichen Publikationen zum Beispiel das vierbändige Westfälische Autorenlexikon angekauft, das mit seinen bio-bibliographischen Portraits den Zeitraum 1750 bis 1950 umfasst.
Die Bibliothek des z.T. im städtischen Archiv als Leihgabe deponierten Archivs des Vereins für Heimatkunde Geseke e.V. wurde ebenfalls wieder durch Ankäufe und Schenkungen des Heimatvereins selbst ergänzt. Auf diese Weise ist nun auch in Geseke eine beinahe lückenlose Reihe der Lippstädter Heimatblätter vorhanden. Daneben gelang zum Jahresende der Ankauf eines für die Geseker Stadtgeschichte außerordentlich wertvollen, seltenen und alten Druckwerks, dass 2005 durch den Verein für Heimatkunde der Öffentlichkeit noch entsprechend vorgestellt und danach in Auszügen in den Geseker Heimatblättern veröffentlicht werden wird.
Allen denjenigen, die durch Schenkung oder durch eine Leihgabe die Bestände im Stadtarchiv ergänzten und damit die lokalgeschichtlichen Forschungs- und Informationsmöglichkeiten vor Ort erweitern halfen, sei hiermit nochmals herzlich gedankt.