

Keine mittelalterliche Stadt konnte ohne Verteidigungsanlagen bleiben. 3 Kilometer lang waren Wall und Mauer, die das Stadtgebiet abgrenzten; neun Türme und sechs Stadttore dienten der Verteidigung, aber auch der Dokumentation der eigenen Rechtsstellung und Selbstverwaltung. Wichtigstes Datum in der Geschichte der Stadtmauer war sicher das Jahr 1622, als die Geseker ihre Stadt als einzige in Westfalen vor der Einnahme und Plünderung durch den Tollen Christian bewahren konnten.
Entscheidende Hilfe erhielten sie durch kaiserliche Truppen. Daran erinnert die jährliche Lobetagsprozession. Von der Stadtmauer ist nur der immer noch rund um die Stadt verlaufende Wall geblieben. Mauern, Türme und Tore wurden ab 1820 abgerissen. Der vorgelagerte tiefe Graben ist verrohrt, die Gärten, Hagen genannt, sind größtenteils mit Wohnhäusern bebaut. Von den Befestigungen selbst ist nur der Stumpf des Pulverturmes erhalten. Nach dem Volksmund wurden hier die Hexen gefangengehalten. "Hexengeseke" war lange Zeit Gesekes Spitzname in nah und fern, obwohl hier in der frühen Neuzeit nicht mehr, aber auch nicht weniger Hexenprozesse stattfanden als anderswo.