Städtisches Hellweg-Museum - Ausstellungsstück des Monats Mai

07.05.2018
Das Ausstellungsstück des Monats Mai ist ein Portrait Ferdinands III.
Das Ausstellungsstück des Monats Mai ist ein Portrait Ferdinands III.
Am 23. Mai jährt sich zum vierhundertsten Mal der Prager Fenstersturz. Dieser Akt der Auflehnung gegen den habsburgischen Kaiser Matthias gilt als Auslöser einer Reihe von mehr oder minder religiös geprägten Konflikten, die als Dreißigjähriger Krieg in die Geschichte eingegangen sind. Bereits ein knappes Jahr später folgte auf Kaiser Matthias dessen Vetter Ferdinand II.

Von dessen Sohn Ferdinand III (geboren 1608, gestorben 1657), er regierte seit 1637, befindet sich ein Portrait im Geseker Hellwegmuseum. Wahrscheinlich stammt es aus dem Stift und wäre heute etwa vergleichbar mit dem Portrait des Bundespräsidenten in mancher Amtsstube, wenn auch in kraftvollerer Form. Ins Museum gekommen ist es vor einigen Jahren als Schenkung von Eugenie und Walter Hillenkamp.

Die Darstellung zeigt Ferdinand im Harnisch mit dem Orden vom Goldenen Vlies. Es ist unwahrscheinlich, dass der Kaiser dafür dem Maler unseres Portraits Modell gestanden hat. Der unbekannte Maler wird es von einem Gemälde des Hofmalers Frans Luycx aus der Zeit um 1637 kopiert haben. Luycx war ein Schüler von Rubens und vier Jahre älter als der Kaiser.

Ferdinand hatte, bevor er Kaiser wurde, nach dem Tod Wallensteins 1634 den formellen Oberbefehl über die Truppen der kaiserlichen katholischen Liga übernommen. Er war jedoch nicht nur als Feldherr tätig, sondern bemühte sich diplomatisch auch um einen Friedensschluss. Trotzdem blieben die folgenden elf Jahre seiner Herrschaft vom Krieg bestimmt. Bis zum Westfälischen Frieden 1648. Hier vertrat der Geseker Johann Crane die Interessen des Kaisers.

Das bedeutet nicht, dass Kultur und Bildung in seinem Leben keine Rolle spielten. So soll er mindestens vier Sprachen fließend beherrscht haben. Und er war der erste Habsburger, der als Komponist in Erscheinung trat. Es sind zahlreiche weltliche und geistliche Stücke überliefert, ebenso Gedichte.

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