Städtisches Hellwegmuseum - Ausstellungsstück des Monats November

05.11.2018
Das Ausstellungsstück des Monats im Hellwegmuseum ist eine sogenannte Mikrographie.
Das Ausstellungsstück des Monats im Hellwegmuseum ist eine sogenannte Mikrographie.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 fanden von den Nationalsozialisten initiierte Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung statt. Überall in Deutschland wurden jüdische Einrichtungen zerstört, Juden tätlich angegriffen und Synagogen angesteckt. Auch die Geseker Synagoge am Steinweg wurde verwüstet. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte man nur wenig Interesse daran, die Erinnerung an das jüdische Leben in Geseke wachzuhalten. Das Synagogengebäude wurde abgebrochen. So gibt es nur noch wenige Überbleibsel, die von den jüdischen Mitbewohnern künden.

Einige wenige Objekte befinden sich im Städt. Hellwegmuseum. Zu ihnen zählt eine scheinbar kuriose Druckgraphik. Auf den ersten Blick handelt es sich lediglich um eine dekorativ dargestellte Szene aus der Geschichte. Sieht man näher hin, verwundert ein Hinweis am unteren Bildrand: "Alles lesbar durch Vergrößerungsglas." Weiter erklärt der Titel, der in Hebräisch und lateinischen Buchstaben ausgeschrieben ist: "Dieses Bild stellt vor: König Salomon beim Empfang der Königin von Saba. Auf der Zeichnung ist alles geschrieben und behandelt der Text die Geschichte und Lebensbeschreibung aller Könige Juda und Jsrael. Verfertigt von M.E. Goldstein".

Ein fast identisches Exemplar befindet sich im Jüdischen Museum in Berlin. Für den Druck wird dort 1888 als Entstehungsjahr angegeben. Diese sogenannte Mikrographie ist eine spezifisch jüdische Darstellungsform. Das Bild wird von Außenlinien aus kleinster hebräischer Schrift geformt. In Deutschland kennt man sie bereits vor dem 13. Jahrhundert. Wie in Islam und Christentum, war das Bilderverbot auch im Judentum ein Streitpunkt. So stellte die Mikrographie einen eleganten Kompromiss dar.

Inwiefern dieses Stück mit Geseke in Verbindung steht, konnte bisher nicht ergründet werden. Am oberen Rand der Darstellung ist mit farbiger Tinte handschriftlich festgehalten, dass das Blatt "dem geehrten Simon Kann" geschickt wurde. Darunter ist ein getilgter Name, der auf "burger" endet und überschrieben wurde.

Der historische Kern der Geschichte von der Begegnung König Salomos mit der Königin von Saba ist nicht eindeutig. So weiß man nicht, ob die sagenhaft reiche und kluge Königin aus dem heutigen Jemen oder aus Äthiopien zu König Salomon nach Jerusalem kam. Sie soll neugierig gewesen sein auf den als weise gerühmten König und sein Land. Zahlreiche Legenden gingen aus diesem friedlichen Zusammentreffen zweier Kulturen hervor. Und vielleicht nicht nur Legenden: Das abessinische Königshaus führte seine Herkunft auf diese Beziehung zurück.

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