Umgestaltung Marktplatz: Barrierefreiheit

21.05.2019
Rollstuhlfahrer als ICon

Der Begriff Barrierefreiheit umfasst nicht nur die Beseitigung von Stolperfallen, Stufen etc., die vor allem für gehbehinderte Menschen problematisch sind. Barrierefreiheit betrifft beispielsweise auch Blinde oder stark sehbehinderte Menschen. Diese benötigen niedrige Kanten oder Erhebungen, die mit einem Stock ertastet werden können. Hierfür werden in der Regel sogenannte "Taktile Leitsysteme" mit Aufmerksamkeitsfeldern und Leitstreifen aus Rillen- und Noppenplatten hergestellt, wie man sie von Bushaltestellen, Bahnhöfen oder auch Fußgängerüberwegen etc. kennt. Außerdem sind kontrastreiche Farben für Sehbehinderte hilfreich.

Der vorhandene Marktplatz weist keinerlei Merkmale einer Barrierefreiheit auf. Neben den zahlreichen Stolperfallen durch die Wurzeln ist das Kopfsteinpflaster an sich für die Behindertenvertreter schon ein absolutes "No Go". Die Überquerungsbereiche vor der Apotheke über die Mühlen- und Bäckstraße sind weder optisch noch ertastbar für Sehbehinderte zu erkennen. Auf dem gesamten Platz gibt es keinerlei Orientierungsmöglichkeiten wie Leitstreifen oder ähnlichem. Nur ein Eingang zur Stadtkirche ist ebenerdig.

Die Neuplanung des Marktplatzes ist im Detail mit der Behindertenvertretung beim Kreis Soest abgestimmt worden. Die klare Trennung der Verkehrs- und Aufenthaltsräume ist dabei wohlwollend zur Kenntnis genommen worden. Dabei wurde ausdrücklich gefordert, zukünftig möglichst auf Kopfsteinpflaster zu verzichten. Das neue Wasserspiel soll durch eine umlaufende Kante mit einer Höhe von ca. 3 cm sowohl für Sehbehinderte eine Orientierung bieten als auch vor Einrollen von Rollstühlen oder Rollatoren geschützt werden. Auf ein taktiles Leitsystem aus Rillenplatten soll verzichtet werden, da dieses ohnehin nicht jede Wegebeziehung über den Platz darstellen könnte und es keinen zentralen Anlaufpunkt auf dem Platz gibt. Sollte es zukünftig freies W-LAN im Bereich der Innenstadt geben, können entsprechende Apps Sehbehinderte bei Ihrer Orientierung unterstützen. Die Behindertenvertretung beim Kreis Soest hat ebenso die Erreichbarkeit der Kirche über eine Rampe, die verwendeten Materialien, das Beleuchtungskonzept sowie die weitgehende Beseitigung oberirdisch verlegter Versorgungsleitungen bei Veranstaltungen positiv aufgenommen.

Die Zustimmung der Behindertenvertretung ist übrigens zwingende Voraussetzung für die Förderfähigkeit.

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