Städtisches Hellwegmuseum - Ausstellungsstück des Monats August

19.08.2019
Ein Wappen der Familie von Hörde ist das Ausstellungsstück des Monats August im Geseker Hellwegmuseum.
Ein Wappen der Familie von Hörde ist das Ausstellungsstück des Monats August im Geseker Hellwegmuseum.

Vor einhundert Jahren manifestierte sich im Untergang des Kaiserreiches ein gesellschaftlicher Wandel. Die Einführung der Demokratie brachte die rechtliche Abschaffung des Adels in Deutschland mit sich. Am 14. August 1919 endeten die Privilegien des Adels. Die vormaligen Titel und das "von" durften allerdings weitgehend als Namensbestandteil weiterbestehen.

Die Auswirkungen betrafen aber hauptsächlich die regierenden Fürstenhäuser. Für den hiesigen Landadel dürfte sich damals praktisch wenig geändert haben.

Im bürgerschaftlich organisierten Geseke selbst, in der heutigen Kernstadt also, spielte der Adel ohnehin schon früher nicht die Rolle, die er auf den Dörfern oder in den Orten spielte, wo eine Adelsfamilie das politische und wirtschaftliche Leben maßgeblich beeinflusste.

Natürlich waren bestimmte Positionen in Staat, Kirche und Militär bis in die Zeit Napoleons und zumindest de facto auch darüber hinaus Adligen vorbehalten. Also war es auch für Geseke selbstverständlich, dass hohe Ämter von Adligen besetzt waren. Aus der Familie von Hörde, die zeitweilig mit dem heute "Haus Thoholte" genannten Adelshof auch Besitz in Geseke hatte, stammten einige Landdrosten. Diese übten als landesständische Vertreter für den Kölner Landesherrn im Herzogtum Westfalen hoheitliche Aufgaben aus.

Die Familie von Hörde war westfälischer Uradel aus dem Ort Hörde, heute ein Dortmunder Stadtbezirk. Ende des 13.Jahrhunderts ging die dortige Burg in den Besitz der Grafen von der Mark über. Kurze Zeit später ist die Familie mit Besitz in unserem Raum nachgewiesen. In verschiedenen Linien war die Familie von Hörde in Störmede vertreten und besaß seit dem 15. Jahrhundert das Schloss Eringerfeld.

Das Wappen der Hörder Adligen bestand aus dem roten, fünfspeichigen Rad auf Silber (heraldisch gleich mit Weiß). Nach der Heirat mit Kunigunde von Störmede kam die rote Rose hinzu. Auf einem gevierten Schild, das zur Sammlung des Hellwegmuseums gehört, sieht man auf silbernem Grund diagonal angeordnet ein Feld mit je einem Rad und in den beiden anderen Feldern je eine rote Rose. Die Wappendarstellung wird von einer Freiherrenkrone bekrönt. Die seitlichen Zierelemente deuten darauf hin, dass das Wappen im 18. Jahrhundert hergestellt wurde. Landdrost und Geheimrat Ferdinand Friedrich Freiherr von Hörde errichtete zu dieser Zeit das Schloss Schwarzenraben, das dem barocken Repräsentationbedürfnis nachkam.

Das Wappen ist aus Stücken geschmiedeten Bandeisens und getriebenen Blechen zusammengenietet. Schweißen konnte man zu der Zeit noch nicht. Ein Rad fehlt. Über der Krone befindet sich eine Gewindestange, an der weitere Zierelemente, etwa ein Helm, eine Helmzier oder dergleichen befestigt gewesen sein könnten. Vielleicht hat es dereinst ein Tor oder ein Gitter an einer der hördeschen Besitzungen in Geseke oder Umgebung geziert. Bis in das 19. Jahrhundert besaßen die verschiedenen Linien der Familie von Hörde noch die Güter Störmede, Schwarzenraben, Eringerfeld und Erwitte. Einige waren zuletzt im Besitz der Familie von Ketteler, bis sie in bürgerliche Hände übergingen. Das schmiedeeiserne Wappen wurde dem Museum durch Karl-Josef Freiherr von Ketteler überlassen.

Städtisches Hellwegmuseum Geseke, Hellweg 13
Öffnungszeiten: mittwochs von 17:00 - 19:00 Uhr, samstags und sonntags von 11:00 - 18:00 Uhr

Adresse (Hauptgebäude):
Stadtverwaltung Geseke
An der Abtei 1
59590 Geseke

Verwaltungsgebäude Altes Rathaus:
Stadtverwaltung Geseke
Am Teich 13
59590 Geseke

Außenstelle Bürgerbüro/Ordnungsamt:
Stadtverwaltung Geseke
Mühlenstraße 11
59590 Geseke

Briefadresse/Fon/Fax/Mail:
Stadtverwaltung Geseke
Postfach 1442
59585 Geseke

Telefon: 02942 / 500 0
Telefax: 02942 / 500 25
E-Mail: post@geseke.de

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