Neujahrsempfang 2019

31.01.2019
Plakat Neujahrsempfang

Bei seinem nunmehr fünften Neujahrsempfang begrüßte Bürgermeister Dr. Remco van der Velden die anwesenden 450 Gäste in der Aula des Gymnasiums wieder zum "wahrscheinlich letzten Neujahrsempfang des Jahres". Anwesend waren unter anderem die stellvertretende Landrätin Irmgard Soldat, die Landtagsabgeordneten Marlies Stotz und Jörg Blöming sowie Elisabeth Kneuper, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Salzkotten.

Zum Auftakt spielte die Big Band der Musikschule Geseke unter Leitung von Matthias Hülshoff das dreimal Grammy-ausgezeichneten Jazz-Stück "Birdland" und den Filmsong "Mission Impossible". Remco van der Velden: "Beim diesjährigen Rückblick berichte ich, anders als in den Vorjahren, von bleibenden Veränderungen und Sachen, die sonst untergehen."

Mit den Finanzen und der Entwicklung des Eigenkapitals begann seine Rückschau. 2014 belief sich die städtische Ausgleichsrücklage auf 0 ¤, Ende 2018 befanden sich mind. 10,5 Mio. ¤ in dieser Rücklage. "Überall läuft es gut, bei uns läuft es richtig gut. Wir können deutlich wirtschaftlicher agieren. Der verabschiedete Doppelhaushalt bringt Vorteile bei Ausschreibungen, Vergaben und der Digitalisierung der Verwaltungsprozesse. Ein weiterer Punkt, warum es der Stadt finanziell gut geht, sind die Fördergelder, die wir zielgerichtet verwenden. Ein Kollege der Bauverwaltung befasst sich einen Teil seiner Zeit nur mit Förderprogrammen Wir haben im letzten Jahr eine Zusage über 22 Millionen Euro Städtebaufördermittel für Projekte innerhalb des Walles bekommen, davon ist der erste Förderbescheid über 630.000 ¤ bereits bei uns. Zu den Projekten, die aus den Städtebaufördermitteln realisiert werden sollen, zählen u.a. das Schulzentrum Mitte mit der Fassadensanierung, das neue Rathaus, das Museum, der Wallumgang und der Marktplatz."

Fördermittel fließen aber nicht nur in die Kernstadt, auch die Dorfentwicklung profitiert. Geplant sind drei Dorfgemeinschaftshäuser in Ehringhausen, Mönninghausen und Langeneicke. Anfang 2018 hatten die Ortsvorsteherinnen Hans, Schulte-Döinghaus und Struwe-Pieper Ministerin Scharrenbach eine Liste mit Wünschen übergeben und sie nach Geseke eingeladen. Bei ihrem Besuch in Ehringhausen im Sommer 2018 sagte die Ministerin das Projekt Dorfziege direkt zu. Der Förderbescheid soll in den nächsten Tagen übergeben werden. "Ich bin hoffnungsfroh, dass auch das Projekt in Mönninghausen gefördert wird. Langeneicke hat mit der Vereinsgründung seine Fördervoraussetzungen gesichert. Stadtseitig werden wir insgesamt bis zu 600.000 ¤ zur Unterstützung der Projekte bereitstellen."

Eine Institution, die sicherlich nur wenigen Gesekern bekannt ist, ist die Feldmarkinteressentengesamtheit. Alle Grundeigentümer in der alten Geseker Feldflur wurden im Rahmen einer Flurbereinigung Zwangsmitglied der in der Mitte des 19 Jahrhunderts gegründeten Feldmarkinteressentengesamtheit. Verwalter ist seit 1956 der Bürgermeister. "Betriebswirtschaftlich gesehen ist die Interessentengesamtheit ein echter Problemfall. Seit 1975 mussten die Wege in der Feldflur ohne Beiträge unterhalten werden, lediglich Wegeverkäufe führten zu Einnahmen. Es ist uns aber gelungen, ab 2019 wieder Beiträge einzuführen, so dass wir mit großen Schritten in zwei, drei Jahren den Nothaushalt verlassen werden."

Als Highlight seiner Amtszeit bezeichnete der Bürgermeister die 2017 gegründeten Stadtwerke, die in Geseke Strom und Gas vertreiben und in der Wohnungswirtschaft tätig sind. "Die Stadtwerke schaffen im Moment am Trappenweg und an der Nordmauer insgesamt 24 neue und bezahlbare Wohnungen, die dringend benötigt werden."

Nach dem Sängerin Anne Schnieders aus Langeneicke mit dem Song "Hit The Road Jack" und Xenia Lappe aus Geseke mit Adele's Song "Set Fire To The Rain" begeisterten, führte Bürgermeister van der Velden seinen Rückblick weiter aus. "Geseke ist eigentlich keine Zementstadt mehr, sondern der Schwerpunkt hat sich auf die Gießereien verlagert. Wir haben hier zwei Eisen- und eine Aluminiumgießerei. Bedingt durch das starke Wachstum der Elektromobilität, und die damit einhergehende Nachfrage nach Aluminiumgussteilen, investiert Druckguss Westfalen 40-50 Millionen Euro am Schneidweg und schafft ca. 150 neue Arbeitsplätze."

Nicht im Gewerbegebiet, sondern direkt im Wohngebiet und am Schulweg befindet sich die 1904 gegründete Eisengießerei Schonlau. "Hier besteht eine städtebauliche Konfliktsituation zwischen der Eisengießerei und dem Wohnumfeld, die es zu entschärfen gilt. Priorität hat hierbei die Verkehrssituation. Eine Rolle bei der Entschärfung der Verkehrssituation wird das städtische Grünkonzept "Zukunft Stadtgrün" spielen. In 2019 sollen die Grünbereiche im Geseker Westen - Karl-Arnold-Park, Schulbereich, Dr. Sonnenschein-Straße, Spielplatz - konzeptionell überarbeitet werden. Dabei wird die Wegebeziehung zwischen den westlichen Wohnbereichen und der Innenstadt unter Einbeziehung der Straße "Am Sandgraben" ein wesentlicher Bestandteil sein. Wir müssen die Belange beider Seiten betrachten. Eine Lösung wird auf Grund der seit langem gewachsenen Struktur nur in kleinen Schritten erfolgen können, aber hoffentlich für beide Seiten erträglich sein."

Als nächstes großes Projekt sprach Dr. van der Velden die Digitalisierung an. "Die zukunftsfähige, flächendeckende Breitbandversorgung liegt mir sehr am Herzen und ich habe mich fast fünf Jahre intensiv dafür eingesetzt. Ich freue mich, dass nicht nur die geförderten Ortsteile Breitband bekommen, sondern das innogy TelNet, die den Zuschlag beim geförderten Breitbandausbau erhalten haben, nun mit eigenen Finanzmitteln die Ortsteile Ehringhausen, Mönninghausen und Langeneicke mit Glasfaser bis an Haus versorgen wird. Die Vermarktung in Geseke und in Störmede beginnt demnächst. Ich hoffe sehr, dass wir auch hier die notwendige Quote von 30% erreichen. Glasfaser ist die Endtechnologie, besser wird es nicht. Wir haben den Weg geebnet. Der Ball liegt nun bei Ihnen", appelliert van der Velden. "Damit unsere Schulen den Weg zur digitalen Schule umsetzen können, haben wir gemeinsam mit den Schulen eine Digitalisierungsstrategie und ein Medienkonzept erarbeitet und einen Kollegen im Bereich der EDV eingestellt, der sich nur um die Schulen kümmert. iPads und Kurzdistanzbeamer wurden bereits angeschafft. Und ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen die tolle Nachricht verkünden kann, dass wir hier in Geseke das Pilot-Projekt für eine große namenhafte Firma in Sachen W-Lan-Access-Points werden."

Ein Projekt, das in der Öffentlichkeit nicht allen bekannt ist, ist sicherlich die Naturschutz-Stiftung Geseke. Die Stiftung, einzigartig in der Region, ist vor 10 Jahren von der Stadt, dem Naturschutzverein VerBund e.V., dem Hegering, dem Landwirtschaftlichen Gemeindeverband, der örtlichen Zementindustrie sowie der Landschaftsbehörden gegründet worden. Ziel der Stiftung ist es, ökologisch wertvolle Flächen zu pflegen, aufzuwerten und langfristig für den Naturschutz zu erhalten. Das gelingt durch die Übernahme von Kompensationsmaßnahmen, denn für jede Baumaßnahme, sei es ein Wohnhaus, eine Betriebserweiterung oder wie jetzt die Tank- und Rastanlage an der A44, ist eine Ausgleichsmaßnahme zu schaffen. 42 ha im Osterschledde-Tal und im Westerschledde-Tal werden bereits von der Stiftung bewirtschaftet. Hier sind schon wieder offene und blütenreiche Grünland- und Gehölzflächen entstanden, die einst typisch für die Schledden waren.

Die Bürgerinnen und Bürger haben durch die Änderung der Abfuhrtage in den Bezirken eigentlich erst gemerkt, dass die Stadt Geseke die Restmüllabfuhr von einem privaten Anbieter zurückgeholt hat. "Wir wollen die Müllabfuhrgebühren stabil halten, darum fahren wir seit Anfang des Jahres Restmüll und Sperrmüll wieder selber ab. Mit unserem eigenen Müllfahrzeug und den Kollegen vom Bauhof werden wir die Kosten niedrig halten", ist Remco van der Velden überzeugt.

"Ohne Ehrenamt funktionieren wichtige Vorhaben in unserer Stadt nicht. Ich bedanke mich bei allen Ehrenamtlichen und wenn ich heute nicht alle erwähnen kann, dann seien Sie mir nicht böse. Ein großer Dank geht an unsere Freiwillige Feuerwehr, die super läuft. Wir haben im letzten Jahr fünf Fahrzeuge übergeben und werden 2020/2021 eine neue Drehleiter anschaffen, aber gemeinsam mit weiteren vier bis fünf Kommunen. Das Demenznetz Geseke kümmert sich um Demenzkranke und ihre Angehörigen. Zum Austausch haben sie einen regelmäßigen Stammtisch ins Leben gerufen, sie organisieren Ausstellungen oder veranstalteten sehr zur Freude der Erkrankten, einen Tanztee. Die Musik und der Tanz weckten Erinnerungen an alte Zeiten. Bereits zum Zehnen Mal findet am 09. März der Frühjahrsputz statt, der von der Initiative Geseke ins Leben gerufen wurde. 2018 setzten sich über 900 Geseker Bürgerinnen und Bürger, Schulen und Vereine für eine saubere Stadt ein und engagierten sich zwei Stunden für ihre Stadt. Seien Sie auch in diesem Jahr bei der "Schönheitskur für Geseke" dabei."

Zum Abschluss freute sich Bürgermeister Dr. Remco van der Velden auf das Konzert mit Rea Garvey am 19. Juni 2019 im Steinbruch. "Von den 7.700 Karten sind nur noch knapp 100 Karten im Verkauf. Somit können wir hoffentlich den Verlust vom Konzert mit Stefanie Heinzmann und den Guano Apes ausgleichen. Ein Lowlight in Sachen Konzert war für mich aber nicht nur der finanzielle Verlust im letzten Jahr, sondern das ein Ratsmitglied bei einem laufenden Prozess Unterlagen aus dem nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung der anderen Seite durchgesteckt hat."

Dr. Remco van der Velden bekräftigte beim Neujahrempfang erneut, dass er noch einmal zur Bürgermeisterwahl antreten möchte: "Als ich vor knapp 5 Jahren in dieses Amt gekommen bin, habe ich nicht geahnt, wie langsam die "Verwaltungsmühlen" mahlen. Das zerrt manchmal doch an meinen Nerven. Nichtsdestotrotz gehe ich jeden Tag wieder mit einem Lachen zur Arbeit und versuche das Beste für Geseke zu erreichen."

Für Gänsehautmomente und gute Laune sorgte an diesem Vormittag die Big Band der Musikschule Geseke unter Leitung von Matthias Hülshoff. Die Musikerinnen und Musiker und die Sängerinnen Anne Schnieders und Xenia Lappe begeisterten das Publikum, so dass der offizielle Teil des Empfanges erst nach zwei Zugaben beendet war.

Impressionen


Adresse (Hauptgebäude):
Stadtverwaltung Geseke
An der Abtei 1
59590 Geseke

Verwaltungsgebäude Altes Rathaus:
Stadtverwaltung Geseke
Am Teich 13
59590 Geseke

Außenstelle Bürgerbüro/Ordnungsamt:
Stadtverwaltung Geseke
Mühlenstraße 11
59590 Geseke

Briefadresse/Fon/Fax/Mail:
Stadtverwaltung Geseke
Postfach 1442
59585 Geseke

Telefon: 02942 / 500 0
Telefax: 02942 / 500 25
E-Mail: post@geseke.de

nach
oben