Sozialer Wegweiser in der Corona-Krise

27.03.2020

Wer ist zuständig? Ein grober Überblick über soziale Hilfen

Abbildung von Viren

Viele Menschen sind in der aktuellen Corona-Krise von mitunter massiven Einnahmeausfällen betroffen. Nicht selten drohen soziale Notlagen. Manche fragen sich, wie sie in nächster Zeit noch ihre Wohnungsmiete bezahlen oder anderen privaten Zahlungsverpflichtungen nachkommen können.

Die Abteilung Soziale Sicherung der Stadt Geseke berät insoweit individuell und gibt eine erste Orientierung über mögliche Hilfen und Sozialleistungen. Dabei kommt es entscheidend darauf an, je nach Lebenssachverhalt schnell und zielgenau die richtige Sozialleistung zu beantragen.

Wer? Wie? Was? Wo?

Eine ganz grobe Orientierung möchten wir Ihnen schon mit den nachfolgenden Erläuterungen geben. Berücksichtigen Sie aber bitte, dass es sich hierbei um eine vereinfachte Darstellung handelt und dass wir an dieser Stelle nicht jeden Lebenssachverhalt und jegliche Besonderheit abbilden können. Im Zweifel rufen Sie uns bitte an. Wir beraten Sie dann anhand Ihrer persönlichen Situation. Oder wenden Sie sich wegen weiterer Informationen direkt an die für Sie in Betracht kommende Sozialleistungsbehörde.

Bei Arbeitslosigkeit:
Sofern Sie bislang versicherungspflichtig gearbeitet haben und nun arbeitslos geworden sind, könnte ein Anspruch auf Arbeitslosengeld I bestehen. Wenden Sie sich dann bitte vorrangig an die Arbeitsagentur. Falls zu erwarten ist, dass das Arbeitslosengeld I nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt komplett zu decken, kann ergänzend dazu entweder Wohngeld bei der Stadt Geseke beantragt werden oder aufstockendes Arbeitslosengeld II beim Jobcenter.

Bei Kurzarbeit:
Je nach Höhe der Einkommenslücke könnte auch hier entweder Wohngeld (Stadt Geseke) oder Arbeitslosengeld II (Jobcenter) in Betracht kommen. Wer erhebliche Einkommenbseinbußen hat, wird vermutlich mit Wohngeld den monatlichen Fehlbedarf nicht decken können. Denn Wohngeld wird nicht bedarfsdeckend berechnet, sondern als pauschaler monatlicher Zuschuss. Wenn unsere Wohngeldstelle überschlägig ermittelt, dass mit Wohngeld der notwendige Lebensunterhalt eindeutig nicht gedeckt werden kann, dann verweist die Wohngeldstelle auf die bedarfsdeckenden Leistungssysteme, bei erwerbsfähigen Menschen auf das Jobcenter (Arbeitslosengeld II). Bei eher geringen Einkommenseinbußen könnte demgegenüber möglicherweise Wohngeld die günstigere Leistung sein. Rufen Sie uns an. Wir prüfen das gerne für Sie.

Sonstige Notlagen, andere Personen:
Nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch andere Menschen können aktuell in Schwierigkeiten geraten. Zum Beispiel ältere Mitbürger, die sich bisher neben der Rente noch etwas hinzuverdient haben oder Gewerbetreibende ohne größere private Rücklagen.

Bei ausbleibenden Einnahmen und ähnlichen Notlagen ist - wie schon vorstehend erläutert - auch hier zu prüfen, ob Wohngeld ausreicht, um Einkommenseinbußen abzufangen oder ob der monatliche Fehlbedarf so hoch ist, dass statt Wohngeld eine existenzsichernde Leistung beantragt werden muss. Im Zweifel prüft das unsere Wohngeldstelle oder auch unser Sozialamt gerne telefonisch.

Existenzsichernde Leistungen erbringen für Menschen im Rentenalter und für voll erwerbsgeminderte Menschen die Sozialämter und für jüngere, erwerbsfähige Menschen die Jobcenter. Als voll erwerbsgemindert gilt in dem Zusammenhang nur jemand, der aufgrund eines Gutachtens der Deutschen Rentenversicherung so eingestuft worden ist. Andere (amts-)ärztliche Gutachten sind insoweit nicht relevant. Etwas vereinfacht (es gibt Ausnahmen und Spezialfälle) stellt es sich also wie folgt dar: In Not geratene Menschen, die Altersrente beziehen oder die so genannte Regelaltersgrenze erreicht haben, sollten sich an unser Sozialamt wenden. Dasselbe gilt für Menschen, die nach Feststellung der Deutschen Rentenversicherung voll erwerbsgemindert sind. Alle anderen, also jüngere und erwerbsfähige Menschen, sind beim Jobcenter (Arbeitslosengeld II) an der richtigen Adresse.

Andere Sozialleistungen:
In besonders gelagerten Einzelfällen können auch andere Sozialleistungen in Betracht kommen, beispielsweise Kinderzuschlag. Alle vorstehend erwähnten Sozialleistungsbehörden werden stets auch prüfen, ob noch andere Sozialleistungen beansprucht werden können, entweder ergänzend zu der nachgefragten Leistung oder - nach dem Günstigkeitsprinzip - anstelle dieser.

Zugang zu den Leistungen:
Die jeweils zuständigen Behörden informieren auf ihren Homepages darüber, wie in Zeiten der Corona-Krise Leistungen möglichst unkompliziert und ohne persönliche Besuche beantragt werden können. Wir tun das beispielsweise hier. Informationen des Jobcenters sowie einen formlosen Online-Kurzantrag auf Arbeitslosengeld II finden Sie hier. Und die Agentur für Arbeit informiert hier über die aktuelle Situation.

Mieter- und Verbraucherschutz durch neue gesetzliche Regelungen:
Der Bundesrat hat am 27.03.2020 dem Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht zugestimmt. Die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt erfolgte ebenfalls am 27.03.2020. Diese gesetzlichen Regelungen sehen u. a. Schutzmaßnahmen für Wohnungsmieter und Verbraucher vor. Ausführliche Informationen dazu finden Sie hier.

Abschließend noch dies:
Wir wünschen Ihnen an erster Stelle Gesundheit. Sofern Sie von einer sozialen Notlage betroffen sind, wünschen wir Ihnen darüber hinaus, dass Sie möglichst schnell und unkompliziert die für Ihre persönliche Situation am besten geeignete Sozialleistung finden und auch zeitnah erhalten können.

Die vorstehenden Hinweise sollen keine persönliche Beratung ersetzen, aber eine erste, schnelle Orientierung bieten. Bei Fragen rufen Sie uns bitte an oder kontaktieren Sie uns per E-Mail.

Weitere Meldungen:

Hier finden Sie aktuelle Informationen der Abteilung "Soziale Sicherung" der Stadt Geseke sowie Pressemitteilungen und sonstige Artikel zu sozialen Themen.

Welche Projekte gibt es in Geseke in Sachen "Zuwanderung & Integration"? Kann ich mitmachen? Und wie ist der aktuelle Stand? Hier erfahren Sie es.

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