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Entwicklungskonzept vorgestellt

Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss wird am kommenden Dienstag über die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes E12 - nördlich "Auf den Strickern" - der Stadt Geseke im Verfahren nach § 13 a BauGB beschließen. Im Plangebiet befinden sich Teile der Eisengießerei Schonlau. Bereits im Vorfeld der Sitzung am 27. November wurde das Entwicklungskonzept den Anwohnern der Eisengießerei, der Politik und der Bürgerinitiative "Leben mit Schonlau" vorgestellt.

Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss wird am kommenden Dienstag über die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes E12 ? nördlich "Auf den Strickern" ? der Stadt Geseke im Verfahren nach § 13 a BauGB beschließen. Im Plangebiet befinden sich Teile der Eisengießerei Schonlau. Ziel der Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes, der detaillierte Voraussetzungen und Festsetzungen für die künftige Nutzung und Bebauung des Areals vorsieht und festschreibt, ist es, die städtebauliche Konfliktsituation der Eisengießerei mit dem Wohnumfeld zu entschärfen. Unter Beteiligung der Firma Schonlau und des beauftragten Planungsbüros hat die städtische Planerin Sonja Hirt ein Entwicklungskonzept erarbeitet, welches die Belange der umliegenden Bevölkerung und auch die Entwicklung der Eisengießerei gleichermaßen betrachtet und analysiert.

Bereits im Vorfeld der Sitzung am 27. November wurde das Entwicklungskonzept den Anwohnern der Eisengießerei, der Politik und der Bürgerinitiative "Leben mit Schonlau" vorgestellt. Bürgermeister Dr. Remco van der Velden begrüßte die rund 80 Anwesenden, die der kurzfristigen Einladung ins Evangelische Gemeindezentrum gefolgt waren. "Die Kurzfristigkeit der Einladung ist keine böswillige Absicht, sondern bestimmten Notwendigkeiten geschuldet. Ich freue mich, dass Sie trotzdem so zahlreich gekommen sind. Da sich mein Elternhaus in unmittelbarer Nähe befindet, kenne ich die Situation aus jahrzehntelanger eigener Anschauung. Unser Anliegen ist es, in einen Lösungspfad zu kommen, der für Sie Verbesserung bringt. Das wird jedoch nur in kleinen Schritten funktionieren, da wir hier eine seit langem gewachsene Struktur haben und ein Befreiungsschlag nicht möglich ist." Er übergab an Stadtplanerin Sonja Hirt, die einen Rückblick auf ehemalige Planungen aus dem Jahr 2010 zeigte, die Herausforderungen der städtebaulichen Konfliktsituation mit dem Wohnumfeld auf der einen Seite und der Eisengießerei Schonlau auf der anderen Seite präsentierte und Ziele und Lösungsansätze vorstellte. Stadtplanerin Hirt stellte deutlich heraus, dass nicht mit einer schnellen Lösung zu rechnen sei, sondern mit einer schrittweisen und hoffentlich spürbaren Verbesserung. So sei durch den geplanten Bau einer Beschichtungsanlage mit einer Entlastung der Straße "Auf den Strickern" zu rechnen, die geplante Lärmschutzwand würde den vom nördlichen Betriebsgelände ausgehenden Lärm mindern, die vorgesehene Grünanpflanzung das Gebiet abschirmen und die Belästigungswirkung senken. Eine Rolle wird dabei auch das städtische Grünkonzept "Zukunft Stadtgrün" spielen. In 2019 sollen die Grünbereiche im Geseker Westen - Karl-Arnold-Park, Schulbereich, Dr.Sonnenschein-Straße, Spielplatz - konzeptionell überarbeitet werden. Wesentlicher Bestandteil wird dabei die Wegebeziehung zwischen den westlichen Wohnbereichen und der Innenstadt unter Einbeziehung der Straße "Am Sandgraben" sein.

Die Anlieger brachten ihre Bedenken und Anregungen in der anschließenden Diskussionsrunde vor. Bürgermeister van der Velden und Stadtplanerin Sonja Hirt stellten sich gemeinsam mit Lärmgutachter Dirk Dräger und Markus Caspari vom Planungsbüro sowie Markus Dürkes, geschäftsführender Gesellschafter der Schonlau Werke, den Fragen der Zuhörer. Diese äußerten Zweifel, dass die geplanten Maßnahmen nicht zu einer deutlichen und spürbaren Verbesserung der Situation führen. Sie machten verschiedene Vorschläge zur Verlagerung von Betriebsteilen und zur Verbesserung der Verkehrssituation. Die Anregungen und Bedenken wurden von der Stadt Geseke aufgenommen.

Bürgermeister Dr. Remco van der Velden bedankte sich abschließend für den guten und offenen Dialog. "Wir stehen noch ganz am Anfang. Der Bauausschuss muss zunächst den Beschluss zur Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes fassen. Erst dann beginnt das förmliche Verfahren, in dem Sie dann Ihre Einwendungen vortragen können. Für uns als Stadt ist wichtig, dass die Richtung stimmt, die wir nur in ganz kleinen Schritten durch verschiedenste Maßnahmen ändern können. Wir gehen diesen Weg, weil wir glauben, dass das für Sie als Anlieger und für alle Kindergarten- und Schulkinder notwendig ist. Unser Ziel ist es, Konflikte zu entschärfen und für alle Seiten eine befriedigende Lösung herbeizuführen. Darum eröffnen wir mit dieser Informationsveranstaltung eine umfassende Beteiligung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger, die weit über die gesetzlich vorgeschrieben Verfahren hinausgehen und streben ein transparentes Verfahren an."

Hintergrund:

Die Firma Schonlau ist ein mittelständiges, familiengeführtes Eisengießereiunternehmen, das sich zentral im Westen der Kernstadt von Geseke befindet. Auf Grund der geschichtlichen Entwicklung und der Lage des Standortes gibt es ein Spannungsfeld zwischen Wohnbau- und Unternehmensentwicklung. Die unbefriedigende Situation im öffentlichen Verkehrsraum, Konfliktsituationen durch An- und Ablieferungsverkehr in Kumulation mit Alltags- und Schulverkehr, Lärm durch Verkehr, Produktion und innerbetriebliche Wegekonstellationen, Geruch und Staub als Immissionsfaktor und die Integration in die städtebauliche Struktur bieten Konfliktpotenzial. Herausforderung für das Unternehmen sind die derzeitigen Produktions- und Lagerstandorte, die sich auf zwei Areale erstrecken und durch die Straße "Auf den Strickern" getrennt werden. Das führt zu unzeitgemäßen Produktionsabläufen, zergliederten Strukturen, unnötigen Wegen und keiner zweckgerechten Situation der innerbetrieblichen Verkehre.

Es gilt, diese Herausforderungen und Konfliktpotenziale zu entschärfen und Lösungsansätze und Entwicklungsstrategien zu schaffen. Der erste Baustein ist die Wohnumfeldverbesserung und ?aufwertung. Die Verkehrssituation im öffentlichen Straßenraum soll entlastet und die Lärmimmission minimiert werden. Ein optischer Lärm- und Sichtschutz führt zur städtebaulichen Aufwertung und kann gleichzeitig zur Entschärfung des Spannungsverhältnisse führen. Der zweite Baustein ist die Betriebs- und Standortsicherung der Eisengießerei Schonlau für die Unternehmensstrategie und künftige Ausrichtung der Eisengießerei. Die Arbeitsplätze von derzeit etwa 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden langfristig gesichert und die Wettbewerbsfähigkeit durch betriebsinterne Umstrukturierungen und Optimierung von Produktionsabläufen und anfallenden Wegekonstellationen verbessert. Zu den verschiedenen Handlungs- und Lösungsansätzen in dem erarbeiteten Entwicklungskonzept, zählt u.a. der Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan E12 ? nördlich "Auf den Strickern" ? im Verfahren nach § 13 a BauGB, über den der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss am kommenden Dienstag entscheidet.