Geseker Plattdeutsch-Aufnahmen

Nachdem das Projekt "Plattdeutsch bewahren" der beiden Geseker Gerhard Schulte und Franz-Josef Koch im letzten Jahr mit dem Heimatpreis der Stadt Geseke ausgezeichnet wurde, geht es nun in die zweite Runde. Die zur dauerhaften Aufbewahrung an das Stadtarchiv Geseke abgegebenen 47 Audioaufnahmen plattdeutscher Erzählungen und Anekdoten des Sprechers Franz-Josef Koch stehen ab sofort auch online zur Verfügung. Wer die in Geseke mittlerweile nahezu ausgestorbene Mundart im wahrsten Sinne des Wortes noch einmal ‚live‘ erleben möchte, kann dies nun auf der vorliegenden Internetseite tun. Die Aufnahmen sind - zusammen mit kurzen Textzusammenfassungen in niederdeutscher Sprache - im Anhang dieses Textes als Einzeldateien abrufbar (siehe unten). Die zugehörigen hochdeutschen Übersetzungen der Erzählungen liegen in schriftlicher Form im Stadtarchiv vor und können bei Interesse dort eingesehen werden. Stadtarchivar Ralf Schumacher freut sich über die gelungene Kooperation: „Die plattdeutsche Sprache gehört zum immateriellen Kulturerbe unserer Region. Für die Geseker Kernstadt ist sie vor allem durch Veröffentlichungen von Josef Grönenberg, Christel Schulte Krude und Werner Freise sowie Materialien zu Veranstaltungen des ehemaligen „Plattdeutschen Krinks“ des Vereins für Heimatkunde Geseke bereits gut dokumentiert, allerdings überwiegend schriftlich. Gerade eine Sprache lebt jedoch davon, dass sie gesprochen wird. Daher freue ich mich, dass Franz-Josef Koch und Gerhard Schulte in den letzten Monaten weitere Aufnahmen erstellt und auch diese dem Stadtarchiv zur Nutzung überlassen haben“. Sollte das Audioprojekt auch in anderen Geseker Ortsteilen Anklang finden, steht das Stadtarchiv gerne als Ansprechpartner zur Verfügung (Telefon: 02942/500-141, E-Mail: ralf.schumacher@geseke.de

 


Plattdeutsche Aufnahmen

Dat Dreykünigssingen hätt in Geyseke ne alle Tratiziaun. Ik kann dat ment nohe vertellen, wie dat in Geyseke nohen Kreyge was.

Do mäken sik dey Blagen eyne Kreune un en Stiern iut Pappdeckel. Dey wör mit Goldpapier ümmewickelt. Dann word dey Stiern anen Besenstiel fastemaket. Niu troken sik dey Blagen en witet Laken öwer, un satten sik dey Kraune upen Kop. Eyner van dey Blagen wor schwat maket. Dat wör dey Kasper, dey mochte diern Stiern driegen.

Niu troken dei drey Künige los. Se troken nich wie van Dage dür dey ganze Stadt. Ne, dey gengen ment no dey Nowers, Onkel un Tante, un Bekandten.

 

Et kam ower auk vür, dat sik dey Grauten Owens upen Patt mäken. Düses wör ower ment Plessier. Dann gengen se no einen Nower, un bliwen dien ganzen Owend do sitten. 

 

Wann niu dey drei Künige vür dei Hiusdür stönnen, do fängen se anteu singen:

„Wir wollen mal singen Gott lobt den Herrn,

 die heiligen drei Könige mit ihrem Stern.

 Wir kommen aus dem Morgenland,

 die Sonne hat uns schwarz gebrannt.

 Wir sehen aus wie Mohren,

 und haben schwarze Ohren.“

Niu räp eyner van deyn Blagen: „Kasper prädige mal.“ Dann väng dey Schwatte an teu predigen:

„Es war einmal ein Mann. Der kaufte sich ein Kamm.

Der Kamm war ihm zu klein, da kauft er sich ein Schwein.

Das Schwein war ihm zu fett, da legt er sich ins Bett.

Das Bett war ihm zu kalt, da ging er in den Wald.

Der Wald war ihm zu grün, da ging er nach Berlin.

Berlin war ihm zu groß, da ging er nach Franzos.

Franzos war ihm zu frech, patsch hat er einen weg.“

Dann gafte et für dey Dreykünige en Appel oder ein paar Plätzken van dien Weyhnachtsteller.

 

Niu is dat alles aners worn. Dat Dreykünigssingen hiet dey Kierke seyt 1961 inne Hand nuhmen. Niu laupet dey Blagen dür dey ganze Stadt un sammelt Geld vör armen Blagen inne drüden Welt. Dey Kierke besteyt 

 

Noh diem Kreyge wor dat ierste Schüttenfest 1947 ub dien Sportplatz upen Rabenfittich fiehert. 

Dotau wor en grautet Telt ubbugget, dann dey Schüttenhalle wör nau eyn Kawelwirk unnerbrocht.

Do dey Duitschken noh diem Kreyge keyne Waffen häben droften, wor dey Schüttenvogel mit Steyne afschmieten. Dey Blagen mossten teun Bahndamm laupen, un Bahnschotter halen. Wann se wieken miebrochten, kreygen se teyn Pennig.

Wann niu dey Vugel afschmieten wör, wor mit diem Künigspaar Schützenfest fiehert.

Niu kamm sölwes gebrannten Schnaps iut Reuwen un auk iut Tiuffeln ub dien Dischk. Doför kreg dey Festwert Korkenstüer.

Ower fiehert hiät dey Schützen ganz jut.

 

Düt hiet mey Drögen Heinz vertallt.

Dat Kriutbund binen hiet eyne alle Traditsjaun. 

Freuer wor dat seu, dat dey Lühe selten nohen Doktor gengen. Et gafte keyne Krankenkasse, un dey Doktor was teu düher. Dey Lühe hiet sik sölwer mit Hiusmittel kureiert. Dey Hiusmiddel wöhern dey Kriuter, dey se int Kriutbund sammelt hiet.

In dien Kriutbund kamen dey Kruiter rin:

Johannes Kriut, Wermut, Bleyfuß,

Schobgawe, Tymian, Baldrian, Eysenkriut,

Peperminze, dey veier Getreidesurten

un dey Küngskirze.

 

Am Dage Maria Himmelfahrt am fünfteynten August, wor dat Kruitbund in dey Kirke segnet. Dann wor et teun droknen ubhangen. In Winter wor dann iut Kriuten Tee kuoket.

Domit hiet sik dey Lühe sewes kureiert.

 

Un dat geng auk.

In Geiseke was et freuher Briuk, dat teu Niggejohr dat Nijörken maket un verschenkt wor.

Teun Nijörkenmaken briugere man drey Obsttweyge, eynen scheunen grauten Appel, Bugsbäumtweige un Wallnüte oder Haselnüte. Dey kleynen Obsttweyge wohern als Feute in dien Appel sticket. Donohe werd dey Bugsbäum in dey Appelbleute rin stiecket. Dey Nüte wierd an den Bugsbaum annemaket un ferig is dat Nijörken.

Am Niggejohrs Muorgen worde dat Nijörken an dien Nowers un Bekannten mit dien Wohern: „Wey wünschket jiu eyn gesignet nigges Johr“ verschenket.

Verleiwete Burschken stellen dey Leiwesten Niggejohrs Muogens dat Nijörken für dey Dör.

Wann dat Nijörken nohmittags im Fienster stont, was dey Friggger teun Kaffee inloden. Stan et ower nich im Fienster, was hey nit willkumen.

Hey was afblitzet.

Dat Windrecht för dey Windmeuhle

 

Dey Watermeuler, dey hade dat Waterrecht. Dey Windmeuler, dey hade dat Windrecht.

Do was ik einmol im Münsterlene, do ston eyne ole Windmeuhle mitten in eynem Neubeugebiet. Do frochte ik diern Möller: „Köt jey dann no mohlen?“ Do sechte dey Möller: “Nee, wey hiet dat Windrecht an dey Siedlungsgesellschaft verkoft.“

Dat Windrecht secht, dat in eynem gruauten Umkryes keine grauten Bäme anplantet weren drüwenn, un keyne Huiser buget weren drüwen.“

 

Wan man ok öler werd, man lehrt imer no detau.

Dey Almeradwieg

 

Dey Alme flüt van Alme, wo sey entspringet, 70 Kilometer no Schloßnihius. Do flüt sey in dey Lippe.

 

An dien Dage, wo sey dein Radwieg (1994) eröffnet hiäten, feuheren auk viele Prominente Lühe met. Dobey was auk dey Arbeitsminester Norbert Blüm.

Dey Radler meken Rast in eyner urigen Buernkneipe bey “Stewen in Weyne.“

Alle hieten sik all henesat. Ment dey Minester Blüm geng echter dien Tresen, un zapfere Beier.

Dat soh Stewens Mutter nit seu girne.

Et geng ne Teyt gut, do schante Stewens Mutter: „Diu geist bius do echter denne.“

Do frochte Blüm. „Worüme dat dann.“

Do schante Stewens Mutter: „Weyl diu do echter nix teu seuken hiest.“

Do sachte Blüm: „Ich bin doch der Arbeitsminister aus dem Bundestag.“

Do schante Stewens Mutter ierst recht: „Dat is mey egal, wike diu bist un wo diu denne kümmest. Bey us do wiet dey Glieser vull maket.“

 

Et half alle nix, hey mochte dat Field rümen, un sik teu dien Annern setten.

 

Hey hiet dat Stewens Mutter nit üwel numen.

Noh twey Dagen, do schickere hey Stewens Mutter en grauten Bliumenstrius un en Bild van sik.

Dat Bild wor bius in dey Kneipe uphangen. Et kann niu van allen Giästen bewunnert wern.

Dey Anraupbeantworter

 

Jans R. was eyn bekannter Schrotthändler in Geiseke un eyn Orginol.

Do hadde ihne eyner secht, hey sall bey ihne Schrott afhalen. Paar Dage läter kümmet dey Kune un frochte noh: „Jans diu wollst mey doch anreupen wann diu dien Schrott afhälst.“

Jans secht: „Dat hef ik jo auk don, ower am Telefon secht eyne Frugge teu mey: ‚Sprechen sie nach dem Piepton‘ un wann anere Lühe peipen, kürt Jans nit!“

 

Dat sit dey ollen Westfolen.

Dey Füherhaken auk Hale nannt

 

Dey Füherhaken wör dat heyligste Gerät im Hiuse.

Wann eyn Hius nigge inwiget wor, dann wor teu ierst dey Füherhaken segnet.

Bey Unwiher schmät man dien Füherhaken dien Unwiher entgigen um dat Wiher teu beruigen.

Dey Füherhaken heng im Kameyn öwer dien openen Füher, auk Esse nannt, in dey Küke.

Hey was in Furm eyner Säge mit vielen Tänen. Dorüme was et müglich, dien Kochpott dey unen anhäng däper un höchter tau verstellen. Je deyper dey Pott häng umseo heiter wör das Ieten.

Vandage secht man nau, wann et fix gohen mot: „Leg eynen Tan tue.“

Dey Hippe mot nohn Bock

 

Dey Zementarbeyter van Steynhiusen, dey gengen vür dey Arbeyt liuter bey dey Wirtschkoft Lohmeier vürbey. Dey stond up dien halwen Wiege an dey Bürener Strote. Do wo vandage dey Rühenplatz ist. Do wor dey Flachmann wiehe vull maket, un dann geng et noh dey Arbeit.

Anton van Steinhiusen kam van dey Arbeit trügge, do secht seyne Frugge: „Anton, diu most mit use Hippe no Geiseke teun Bock.“

Niu wor dey Hippe upen Hankorren sat, un Anton trock los. Upen Trügewiege makere hey Halt bey Lohmeiers.

Wo hey wiehe in Hiuse wör, do sechte seyne Frugge: „Anton, dat is nit use Hippe, dat is eyn Bock.“ Do mochte Anton mit dien Bock wiehe no Lohmeirs laupen un ihne gien seyne Hippe intiuschken.

Dey Kasten-Jans

 

Do wöher dey Jans iut dey Krämergasse (Lohmeier). Hey handele mit eynen Biugladen. Dat wöher seune Holtkisten, dien traug man vühern Biug.

 

Jans verkofte Heftploster, Schaubänner, Näggegorn un all seun Kleintuig. Seu trok hey van Huis teu Hius. Dorümme sachten se teu ihene „Kasten Jans.“

Kasten Jans wöher mol wiehe teufeute noh Paderbuore teun inkaupen unnerwiergens. Als hey wiehe trügge kamm, hade hey en allen Kinnerwagen teu schiuwen.

Do schante seyne Frugge:

„Jans, wat sollt wey allen Lühe dann nau mit en Kinnerwagen maken? Iut dien Aller sit wey beyden doch all lange riut.“

 

„Dat weyt ik, “sachte dei Jans, “ower hey was doch seu wahne billig.“

Dey Kirghof

 

Freuer lachte dey Friedhof ümme dey Kirke. Dorüme sachten dey Lühe: „Wey goht teun Kirghof.“ Do dey Platz üme dey Kirke to enge wor was, wor dey Kirghof für dey Stadt an dey Delbrügerstrote verlecht. Ower dey allen Geyseker seget van Dage nau: „Wey geyhet teun Kirghof.“

 

Do was mey Enkel, dey frochte dey Mämme:

„Wo is use Opa henne?“

Do secht meyne Dochter:

„Dey is mit diem Fahrrad teun Kirghof fot.“

Do frochte meyn Enkel:

„Un wike halt dat Fahrrad wieder?“

Dey Kratzsteyn

 

In dien Dielendüren dey Buernhuiser un dien Schüeren, wor unnen rechts un links, eyn dicker Steyn eyn bugget. Dat wör dey Kratzsteyn.

Do dey Radnaben dey Riher van dien Ackerwagen öwerstunden, konnen düse dey Dürpeiler kaput maken.

Do denten dey Kratzsteyne als Afstanshaler.

 

Wann man einen nit liehen kann, secht man: „Kratz dey Kurwe.“

Dey Lobedag Altor

 

Teu Lobedagprozesiaun mit dien drey Statiaunen buggere dey Familien Hahnel un Koch (meyne Familie un ik) öwer lange Jöhre am Veytor für Mennen Hius als leste Statiaun liuter ien grauten Altor ub.

Riechs un links stallte dey Frugge Menne dann liuter dey Figuren van dey Mutter Gottes un diem Herz Jesus rin. Ower in düsem Johr konn sey dey Figuren nit wieher finnen.

Wann wey mit diem Ubbugen ferig wöhern, dann ladere us dey Frugge Menne dey dien Altor höre teun Freuhstücken in. Wey wöhern am Freuhstücken, do höhr ik van dey Üikernbrügge hier dey Prozesiaun singend kumen. Dey Geiseker Reinhard Marx, niu Bischkof van Trier, was in voller Montur un seynem Biskofstab auk dobey. Do sin ik riut gohn um noh dey Kierzen teu keyken.

Do hef ik mey ower verschroken. Do wo süs dey Mutter Gottes un dat Herz Jesu stunden, hade use Markus, seun Stöwer van acht Johern, twei Gohentwierge inne stallt.

Do sin ik ower flott wohern. Dann dat Kruiz mit dey Prozesiaun kam liuter nöher.

 

Ower et is naumol alles gut gohn.

Dey Niggejohrsprädige

 

Hey was eyn Pasteuer, wie man ne sik ment wünschken konn. Hey hadde Anseyhn un Achtunge in dei Gemeynde. Hey bugere inne Kiärke viel üme un bugere en niggen Kinergoher.

 

Ower mit dien Betahlen van dey Handwierker, domit was hey wahne echten an. Freuher, do sechten dey Lühe: „Bis Silivester, do möt dey Handwierkerriegnungen betahlt sin. Man geyt nit mit Schulden ins nigge Johr.“

Niu hadde dei Pasteuer Niggejohrs Muorgen inne Haumisse geprädigt:

„Dey Lühe, sallen dey Handwierkerrechnungen betahlen, dann dey Handwierker möt je auk van dien Gelle lieben.“ Noh dey Haumisse stunden die Mannslühe upen Marktplatz upen Haupen un schanten üwer dey Priädigte.

Mit mol sechte eyner teu dien Bildhauer: „Franz, (dat wey meyn Patenonkel) diu most dat van Dage wohr maken. Diu most dien Pasteuer bius dey Rieknungen hene bringen.“

Dat dä dey Bildhauer auk. Hey schikere eynen van seynen Jungen mit dey Rieknungen noh dien Pasteuer.

Dey Junge sachte teun Pasteuer:

„Scheunen Gryiuss van meynen Vah, ik sall dey Rieknungen afgiwen, un dat Geld bius mitnihmen.“

Do sachte dei Pasteuer:

„Bestell deinem Vater einen schönen Gruß, so hätte ich das gemeint.“ 

Dey Pasteuer un dey Schöper

 

Am Sunndag was dey Haumisse wiehe vull. Dey Pasteuer wör upp dey Kanzel vull in seynen Element. Hey räp dat Figefüher teu hülpe mit all dey Peyn. Un dey Düwel mocht hierhallen teun awschrecken van all dien Untaten. Et was muiseken still inne Kierke.

Noh dey Haumisse draw dey Pasteuer mit dien Schöper teusammen.

Do frochte dey Pasteuer dien Schöper:

„Wie hett jiu dey Predige gefolln?“

„Je“, sachte dei Schöper, „Hierr Pasteuer, wann jey dien Düwel un dat Figefüher nit hädden, un ik nit meine Rühens, dann könn wei beiden dey Schope nit teusammen hallen.“ 

Dey Sängerwettstreyt

 

Dey Geiseker Gesangsvereyn Cäcilia woll teu eynem Sängerwettstreyt feuhern. Dey Frugggen wöhern mit inlohen, ower dey Mannslühe wollen dey Fruggen nit mithäwwen.

Teu dey Teyt füer 1950 droften dey Autobusse nau mit eynem Anhänger feuhern. Dey Sänger stägen in dien Autobus in, do se nau Uiwen mochten. Dey Fruggen stegen in dien Anhänger in. Dey Autobus feuher los, un dey Anhäger blef uppe dien Market stohen. Eyner van dien Sängern hadde iut Niggelichkeyt dien Anhänger awhangen.

Singend feuhern dey Sängers los.

Dey Fruggen wöern alle ant schennen. Obens wo dey Sängers wiehe in Hiuse wöern, heng bey eynigen dey Hiussiegen scheyf.

 

Ower dey Sänger hiet eynen schönen Dag hat.

 

Düt hiet mey use Vah vertalt, hey wör auk bey dien Sängers.

Dey Sarg uppen Anhänger

 

Düse Geschichte hiet sik kurt noh en Kreige taudriegen, un was van usen Vah vertalt.

 

Dey Vah van eynen Geyseker Gastwärt, dey feuhere en paar mol innen Johr noh Bad Pyrmont inne Kur. Et wör innen kallen Winter. Do was dey Vah wiehe inne Kur in Bad Pyrmont. Dat leigeste was, hey was inne Kur gestuowen.

Niu mochten se dien daue Vah noh Geyseke halen. Hey konn ja nit in Bad Pyrmont begrawen wärn. Un mit dey Eysenbahn konn se iehne nit transpoteyern. Do kamm dey Suhn upp dien Gedanken:

„Ik hale dien Vah mit en Auto un en Anhänger aw.“

Seu wort et maket. In Bad Pyrmont do laden se dien Sarg mit dien Vah de inne uppen Anhänger, un aw geng dey Fahrt noh Geyseke.

 

Freuher, dao wören in dey Autos keynen Heyzungen. Do was dey Suhn wahne an freisen. In Lügde, do was en Wärt, dey stamme iut Geyseke. Do makere dey Suhn ies mol Halt, un wärmere sik upp. Se kühren van Geyseke un wat et nigges gafte. Do secht dey Suhn: „Dien Vah, dien hewe ik auk dobey.“

„Hahl ne ment rinn,“secht dei Wärt.

„Dat geyt ower nit“, secht die Suhn, „dey is daut, un ligget innen Sarg uppen Anhänger.“

Dey Schmid van Warenduob

 

Noh dien eisten Weltkreige wöhern dey Kuohlen knapp und düer.

Do träpen sik dey Schmide iut dien Münsterlane in Warenduorf, um dey Sake teu bekühern. 

Do sachten seu Klaugscheiters: „Wey möt eynen Iutschuss noh Berleyn schiken.“

Do stond dey Schmid van Warenduob upp, hocht harre mit dey Fiust upen Dischk und schante:

„Keyn Iutschuss! Männer möt dohenne! Männer möt dohenne!“

 

Seu word maket. Et sid Männer noh Berleyn fohern.

 

Düt hiet mey dey Enkel van dien Schmid vertallt.

Dey Tawanakelschlütel

 

Anton, dat was en Schmied, wie et ment einen gift. Hei was en grauten unen starken Kerl. Dey hadde vüern Daut un Duiwel keyne Angest.

Ower einmol is hey wahne is schwäten kumen. Un dat will ik jiu mol vertellen.

 

Inne Kiäke standen se upen Haupen un wören an klaugküren. Dey Pasteuer, de hadde dien Schlütel innen Tawanakel awbruoken. Do halw keyn biehen un Kop scheiw hallen, dey Tawanakeldür mochte wiehe uopen maket weren.

Do kamm eyner up dien Gedanken: „Wey halt Anton dien Schmied, Blanken Vah, dobey. Dey meket de Dür us wieher uopen.“

 

Seu wort maket. Anton dey Schmied, kamm mit seinen Handwierksgeschirr un geng ans Wierk. Hey sachte teu dien Pasteuer: „Dat dey Heärgott mey iut dien Tawanakel ower nit riutkümmet, süs bliwt dey Dür teu.“ Dey Pasteuer beruigere iehne, un sachte: “Mag dey Dür ment uopen, dey Heärgott, blift do all inne.“

Anton wör an schwäte, dat iehne dat Water van Koppe läp. Wo hey niu dey Dür uopen hadde, stemmere he sik mit beyden Arms do gigen un räp: “Pasteuer, kumm un hal dey Dür teu, se is los.“ Do kamm dey Pasteuer un hal dey Dür teu. Anton, läp wat hey konn noh ächten inne Kiäke un wischkere sik dien Schwät van de Blesse.

 

Nohier hätt hey mey vertallt: „Ik hadde ment Naut, dat dey Heärgott do riut kruoppen wör, dat kaste mey gläwen.“

Dey Wallfahrt no Vierne

 

Wan im Mai in Vierne dey Wallfahrt teu Mutter Gottes anfäng, dann spannere Anton van Langeneyke Sunndags dey Guile an. Hey lechte Brier öwer dien Ackerwogen, wo sik dey Fruggenslühe upsetten konn un dann feuhere hey mit dien frummen Fruggen (Biehegluggen) van Langeneyke no Vierne. In Vierne wohern veyle frume Saken verkoft: Kierzen, Hillegenbieler un Reusenkränze.

Niu was dat seu, dey ungewiggende Reusenkränze dey kosteren 50 Pennig. Un dey gewiggeten Reusenkränze kosteren 1 Mark.

In Vierne ankumen, kofte Anton dey ungewiggeten Reusenkränze alle up, un verkoffte sey dann als gewiggeten Reusenkräze för 1 Mark widder.

 

Im Hannel stecket dey Siegen.

 

 

Anmerkung: Biehegluggen = Betglucken = fromme Frauen. Eine Glucke ist ein brütende Henne oder eine Henne mit Küken. Im übertragenen Sinn wurde eine Mutter, die übermäßig ihre Kinder umsorgt, früher als Glucke bezeichnet.

 

Dey Westfölischke Dreysatz van dien Pastauer van Virne

 

Dey Pastauer van Virne hadde sik wahne öwer seyne Schope irgert. Hey wolle mit dien Jungen Lühen wat nigges infeuern. Ower dey Ollen wöhern dogigen. Sey sachten: „Nigge Besben fieget gut.“

Niu stan dey Pastauer upe Kanzel un was an predigen. Hey was ganz verneidigt un in Fohrt.

Teun ene sachte hey ganz harre, dat et auk olle verstohen konnen:

„Kenn jey dien Wetfölischken Dreysatz?

- Dat wör all liuter seu

- Dat wör jau noch scheuner

- Do könn je jider kummen.“

Domit genk hey van dey Kanzel runer.

 

Na dey Haumisse stonden die Ollen teusammen, und wöhen an schenen.

 

Läter hiet se sacht: „Dat hiet hey doch gut maket. Dey jungen Lühe kümmet immer mehr in dey Kirke.“

Dey Wunner-Dokter Vetter

 

Dey Herr Vetter was keyn Doktor, hei was eyn Heilpraktiker.

In Geiseke un Ümegiegend kühen dey Lühe van ihen ment als Wunner-Dokter.

Sau satten eynmol no dye Huimisse der Buern bey us in dey Küke teusammen, un küheren över dien Wunner-Dokter.

Voß Graf häl dat für Quackselwerrigge. Use Vah kühere van Uilenspiegelei.

Nur Lappen Heynrich iut diem Eggerwiege was ganz van dien Doktor üwertüget. Hey secht:

„Kürt jiu ment, ik sin bey inen wiesen. Dey kiket dey ment inne Augen, un dann, weit hey all wat diu hest. Do briukeste nit mol diern Hals teu woschken un keyn siuber Himet antreken.“

„Jau“, sachte Voß Graf was seyn Nower was: „Dorümme geit et dey ment auk, nit woschken un keyn siuber Himet, dann blift dat Untuig wienigstens in deyne schitrigen Tuig sitten.

 

Ein mol do kam ne Buersfrugge van dey Lippe in dat Geiseker Krankenhius. Do was dey Doktor Lampe Chefarzt.

Do sachte dey Frugge:

„Herr Lampe ik sin al bey dien Dokter Vetter wiesen, ower dey hiet mey no jiu schicket. Vilichte köt sey mey jo helpen Herr Lampe.“

 

Dey Dokter Lampe hiet dey Frugge hulpen. Hey hiet dey Frugge dien Glauwen an dien Wunner Doktor nit numen.

General-Sporck-Lied

Autor: August Ignatz Schmittdiel (1831-1909)

Ehem. Kanonikus der Stiftskirche Geseke

 

Generol Sporck, tärätätätätä, dat was en Reytersmann, tärätätätä.

Haug to Piärd, tärätätätätä, dyen blanken Küraß an, tärätätätä.

Slaug uppen Turk, asse wör’t alst Eysen, deh diän Franzeusen diän Lauppaß weysen,

Gloria Viktoria! Sägten dei Saldoten, dei Sporck is do.

 

As dei Turk, tärätätätätä, bey Sünte Guodhard stund, tärätätätä.

Do reip Sporck, tärätätätätä, Sui do diän Türkenhund, tärätätätä.

Söw mey hillige Kruiz Saldoten, uss van diän Turk kuggeneiren loten,

Gloria Viktoria! Segten dei Saldoten, dei Sporck is do.

 

Vür diär Hand, tärätätätätä, hey biede sick eis mol, tärätätätä.

Leiwe Guott: tärätätätätä, Diu höggeste Generol! Tärätätätä.

Läwerlot diu uss diän Turk mol iäwen, dann sast Diu Deynen Spaß erliäwen,

Gloria Viktoria! Segten dei Saldoten, dei Sporck is do.

 

Un do genk’t, tärätätätätä, dei Spork flaug in dei Schlacht, tärätätätä.

Midden mank, tärätätätätä, un hoggede helsk unsacht, tärätätätä.

Jagede für sik ganze Tröppe, deh asse wören’t Disselnköppe,

Gloria Viktoria! Segten dei Saldoten, dei Sporck is do.

 

No diär Schlacht, tärätätätätä, dei Kayser riäp ne vür, tärätätätä.

Segget mol, Spork , tärätätätätä, wiu sätten jey dat dür, tärätätätä.

Dat dei Turk seu mochte laupen, t‘was durach en gans gewalt’gen Haupen,

Gloria Viktoria! Segten dei Saldoten, dei Sporck is do.

 

Do trock hei, tärätätätätä, siän Sarraß von diä Seyt, tärätätätä.

Un senk an, tärätätätätä, tä fuchteln dunnersmeyt, tärätätätä.

Sui seu meiken wey datt Verdreywen, danke diän Duiwel nau stohen te bleywen,

Gloria Viktoria! Segten dei Saldoten, dei Sporck is do.

 

Owwer do, tärätätätätä, mit einem mol oweih, tärätätätä.

Klingelingelink, tärätätätätä, dei Speigel was entzwei, tärätätätä.

Sine Majestät, watt kostet datt Dingen? T’sall jiu keinen Schaden bringen,

Gloria Viktoria! Segten dei Saldoten, dei Sporck is do.

 

Do peck sick, tärätätätätä, dei Kaiser an diän Bort, tärätätätä.

Käk iähne an, tärätätätätä, un gnuigelde gans aport, tärätätätä.

Maket jey ment, dat dei Turk mott laupen, Speigels dei kann ick mey sölwers kaupen,

Gloria Viktoria! Segten dei Saldoten, dei Sporck is do. 

Geschichten von Pastören - Ewiges Licht

Geschichten von Pastören - Ewiges Licht

 

Wey drugen dey grauten Bäme teun Haugaltor rin. Dat Ewige Lecht hän an drey Kien. Wey striepete do ane fürbey un et dregere sik un was bius iut. Do was was los. Dey Kösterin was ganz düeneyn un schannte dorümme un räp. „Wey möt dat Ewige Lecht van dey Stiftskirke halen.“ Ik segge: „Alle riut teun Bäme halen.“ Do hewe ik ne Stikke anstiket un dat Ewige Lecht lüchtet van Dage nau. 

 

Anmerkung: Das Ewige Licht, in der Nähe des Tabernakels, zeigt in der katholischen Kirche die Gegenwart Jesu Christi an. Während des Karfreitags und Karsamstags wird das Licht gelöscht und in der Osternacht über Osterfeuer und Osterkerze wieder angezündet. Falls die Flamme unglücklicherweise, wie in unserer Geschichte geschehen, verlischt, so muss sie über ein anderes Ewiges Licht etwa in einer Nachbarkirche wieder angezündet werden.

Geschichten von Pastören - Jetzt wieder „Herr Koch“

 

Ik was eynen Sunndag nau dey Haumisse ine Sakristey. Do kamm dey Pastauer Schläger rin, un sachte teu mey: „Na Herr Koch wie geht es.“ Ik sege: “Niu hewet echternaner. Ub dey Kanzel hiet se nau kührt: “Leiwe Süster un Breuers. Un niu sin ik wihe Herr Koch.“ Do geng hey af un gnuiselte sik eyn in Bort

Geschichten von Pastören – Kapsköppe Upsprunge

Dien Pastauer van Upsprunge haden se in dey Nacht van Soderdag ub Sunndag dey ganzen Kapsköppe stuhlen.

Sunndag Murgens stun hey ub dey Kanzel un hade eynen Kapskopp ine Hand. Hey sacht: „Van Nachte hit man mey dey ganzen Kapsköppe stuhlen. Un dien lesten Kapskopp schmeite ik dien an dien Kop, dey se mey stuhlen hiet!“

Do räb eine Frugge: „Anton duk dey, dey schmit wirklig.“

Geschichten von Pastören - Korn am Altar

Niu vetelle ik jiu mol Dönekes van use Pastörkes

 

Wey, Köster un Kösterin mangmol auk dey grauten Missedeiner, Drütgen un ik hiet dietig Johre in dey Stadtkirke dey Krippe upbugget.

Am iersten Owend, wann dey Bäme am Hauchaltor stunden, dann kam dey Pastauer Kothes mit eyne Flaschke Likör für dey Küsterin un meyne Frugge un für us Mannslühe mit ne Flaschke Korn. Dann stallte hey dey grauten Fuhrmannspinnekes um dien Haugoltor, un schütte us einen in.

Ich sege: „Am Haugoltor kann man keynen Korn drinken.“ Do secht Pastauer Kothes: „Wo man Weyn drinken kann, da kann man auch Korn drinken. Denn der Herrgott hat das Korn auch wachsen lassen.“

 

Niu weyt ick bescheyt. Jieder Schluck Korn ist eyn Geschenk det Himels.

Geschichten von Pastören - Maria Lichtmess

Noh Maria Lichtmess am tweden Februar is dey Weyhnachteyt fürbey. Dann wied dey Krippe wiehe abbugget. Dey druigen Tannenbäme lachten wey liuter tigen dat Pfarrheym (Kanisiushaus) af. Wann dann dey Blagen wiege wörn, dann stikere dey Pastauer Kohtes dey Bäme an. Hey frögere sik wien Blage teu Weynachten. In eynem Johr, hadden wey dey Bäme teu nohe an dat Pfarrheym lacht. Use Pasteauer stikere dey Bäme wiehe an. Do wöhern wey wahne in Knellen un in Upregung dat us dat Pfarrheym afbrannet. Dey Kösterin un meyne Frugge läpen mit graute Kirzen van einem Hilligen teun anern un sticken se an.

Et is naumohl alles gut gohn.

 

Dorub heft wey us ierstmohl eynen Korn drunken.

Gift et in Geiseke dey Metzkerigge Wolf nau?

 

In dien Nigenhunertfünftiger Johren lät dey Geiseker Papiersackfabrik Feldmann Tementtuiten auk in Wierl inne Gefängnise klieben.

Drügen Heynz hadde grode seynen Führerschein maket, un drofte mit diem Ford FK 1000 dey Säcke iut Wierl afhahlen. Wo dey Knastrologen dey Säcke inladeren, sech eyner taun Drügen Heynz: „Gift et in Geiseke dey Metzkerigge Wolf nau?“

Heynz woßte et nit. Do secht dey Knastrologe: „Do is ne Kierke, eyne Bäckerrige, eyne Bieke un eyne Brügge.“

Heynz woßte et ümmernau nit un schüddelte dien Kop. Do sachte dey Knastrologe: „Do sin ik domols inbruken, dorümme sitte ik hey.“

 

Läter was et dey Gaststätte Siebers in dey Halle. Van Dage is et dey Ingang teun Stadtpark.

 

 

 

Dey Ientedankmisse in dey briunen Teyt

 

In dey briunen Teyt voer dien Kreige was et verbuhen, dat dey Vereine geschloten in dey Kirke inmascheieren.

 

Niu was wiehe Irntedankmisse. Do sachten se alle: „Wat söll wei niu maken.“

Do wühern ümme Kike veier Gasthuiser,

Do sachte use Vah:

„Wei scheytet se an!

Jey got no Struchholz. Un jey got no Auster.

Und jey got no Willeke. Un jey got no Engels.

Un wenn dey Pastauer ubhört teu Lühen, dann goht wei alle Mann inne Kirke.“

Seu wot et maket. Dat was nui key Inmarsch, dat wör ment eyn geschlotenen Kirkgang.

 

Do konnen dey Briunen auk nix gigen maken.

Ierntedank un Wiesebäum

 

Dey Wiesebäum was teun fastemaken det Feuhers. Hey word längst üwer dat Feuher lagt, un dann fürne un echten mit Seylen öwer eyne Haspel fastetroken. Domit wör dey Ladung sikert.

Wann dat leste Feuher infohrt wor, dann saten dey Ierntehölpers oben up dien Feuher un halen dien Ierntehahn hauge. Seu konnen alle sein, dey Iernte was inbracht.

Upen Huowe wör dey Ierntehahn ane Dielendür uphangen. Niu wor mit dien Ierntehölpers un dien Buern Ierntedank fihert. Mit gut Ietten un drinken.

Jans und Liesebeth

 

Jans was seun ollen Öhm. Dey sat für dien Hiuse upe Bank. Do kamm dey Nowerschke Liesebeth für bey und frochte: „No Jans, wie geit dann seu?“

„Ach“, sachte Jans, „Liesebeth et geit dien Ene teu. Dey Knoken wit nit mehr, un dey Puste geit auk nit so recht. Ower Liesebeth, wann ik dan taut sin, geiste dan auk mit meyner Begräfte?“

„No klor“, sechte Liesebeth, „ich sin doch deyne Nowerschke.“

Do sachte Jans: „Stiftest diu mey auk en Kranz?“

„Siker“, sachte Liesebeth, „mit scheunen Bleumekes upe.“

Do sacht Jans: „Dat is gut Liesebeth, dann gif mei dat Gield für dien Kranz bius, dann kann ik mey nau en Schnäpsken drinken.“

Kreggewinkels Köhleken

 

Kreggewinkes Köhleken wör eyn Geyseker Orginal. Hei hade ne Wirtskowt am Rennenkampe un eynen Kriutdaden un eynen Kuohlenhannel.

Jieden Sunndag, kamm Köhleken läter in de Haumisse, un geng dann dür dien Mittelgang bis vürne in dey eiste Bank.

Do secht use Vah teu ihne:

„Köhleken, dui köst je auk freuher in de Haumisse kumen.“

Do sachte Köhleken:

„Heinrich, das verstehst du nicht wenn ich durch den Mittelgang gehe, dann stoßen sich die Leute in der Kirche an, und sagen:“ Dem Köhleken müssen wir die Kohlen auch noch bezahlen.“

 

Dat wör dey eynfachste Mahnunge.

Lappen Lämmeken

 

Dey Doktor Lappe was eyn dreyfacher Doktor. Dorup wör seyne Mämme wane stolt. Sey kührer ment van use Doktor Doktor Doktor.

Dey Doktor Lappe hiet viel öer dey Geyseker Geschichte schriwen.

Seyne Mämme was eyn Geyseker Orginal. Un alle kühern ment van Lappen Lämmeken.

Eyn mol hiet se dien Doktor Doktor Doktor in Düsseldorf besocht. Dat hiet se unse Vah vertalt.

Se sachte: „Heinrich ik mocht in Düsseldorf seu nädig ups Abe. Un wihe ik wiher upstohen wolle, hewe ik mey an dey Kihe dey do hanget haugetrocke. Do stietet dat Water runner, ik dachte, mey wör dey ganze Geyseker Sprink dür dey Mese floten. Nige Mauden düget nich.“

 

 

Anmerkung: AB oder auch ABE oder Abe ist ein Synonym für Abort, Abtritt, Toilette

 

Lütke Fast

 

Lütke Fast heyt kleyne Fastnacht. Dat Lütgefastsingen dey Kinner was in oller Teyt en „Heischengang“. Dey Kinner van dien Armen un kleinen Lühen gengen Fastnacht Dunerdag met en Spieß (dat was en teusamen genageltet Krüz) van Hius teu Hius.

Do in dien Buernhuisern all schlachtet wohern was, kregen dey Kinner Worst up dien Spieß.

 

Dey Kinner sangen:

„Lütge Lütge Fast, in sin seun kläner Gast. Ik iette seu gernen Worst.

Gif mey eyne, gif mey eyne ower nit seune ganze kleyne.

Lot mey nit seu lange stohn, ik mot neu en Huiseken wider gohn.“

 

Do droften dey Kinner ins Hius kumen, un dey Buresfrugge stikere inen Worst an dien Lütgerspieß.

Läeter wor dey Briug wider plieget. Do gengen dey Kinner no deyn Onkels un Nowern henne.Lütke Fast

 

Lütke Fast heyt kleyne Fastnacht. Dat Lütgefastsingen dey Kinner was in oller Teyt en „Heischengang“. Dey Kinner van dien Armen un kleinen Lühen gengen Fastnacht Dunerdag met en Spieß (dat was en teusamen genageltet Krüz) van Hius teu Hius.

Do in dien Buernhuisern all schlachtet wohern was, kregen dey Kinner Worst up dien Spieß.

 

Dey Kinner sangen:

„Lütge Lütge Fast, in sin seun kläner Gast. Ik iette seu gernen Worst.

Gif mey eyne, gif mey eyne ower nit seune ganze kleyne.

Lot mey nit seu lange stohn, ik mot neu en Huiseken wider gohn.“

 

Do droften dey Kinner ins Hius kumen, un dey Buresfrugge stikere inen Worst an dien Lütgerspieß.

Läeter wor dey Briug wider plieget. Do gengen dey Kinner no deyn Onkels un Nowern henne.

Nowers un Heoner

 

Freuher sachten dey Lühe liuter: „Wiegen Blagen un Heohner gift et an iersten Streyt.“

Dat briuket ower nit teu seyn, wann man seu nickelig is wie Nowers Heinrich.

Heinrich un Biernd dat wöhern echte Nowers. Sey maken manch Späßken teusammen, un hölpen sich gigenseytig wo Hölpe nädig was.

 

Niu wör dat Malör graut. Biernd seyn Heonerhof un Heinrich seyn Goern lachten tigennaner. Niu kamm dat, wie et kummen mochte. Biernd seine Heohner kriupen düern Luok innen Taun, un spazeyerten in Heinrich seyn Goern. Se fratten dey Planten af.

Do fäng Heinrich seyne Frugge an teu schennen: „Biernd seyne Heohner friettet us dien ganzen Goern blank. Niu goh do henne un sech ihne, hey sall dat Luok innen Taun teumaken."

„Dat make ik anners;" sachte Heinrich: „Deu mey mol twey Egger:"

Hey stak dey Egger inne Böxendaschke, un genk no seynen Nower Biernd henne.

Do sachte hey teun Biernd: „Diu, deyne Heohner leget dey Egger bey us inen Goern. Van Dage will ik se dey naumol wiehebringen. Ower, wann se dat neumol deuet, dann gif ik dey de Egger nit wiehe.“

 

Dey Taun was niu teu un Streyt wiegen dey Heohner het et nit giewen.

Prinz Hiermann dey Ierste „Dey Mollige“

 

Karl Hermann was en Geyseker Orginal un Gastwärt am Markt. 1955 was hey auk Prinz Karneval in Geyseke. Am Reosenmodag mochte hey dey Prinzenrede an dat närrische Volk hallen. Do stand hey bey Rolshofen am Markt uoben up dey hauge Treppe

Do fäng hey an teu kühern:

„Meine lieben Prummelstrünke, vergesst nie, dat Geseke zwischen Beckum und Kleinenberg liegt.“

 

Un ik kann jiu versiekern, dat düt van Dage auk nau stimmet.

Prinz Hiermann dey Ierste „Dey Mollige“ V2

 

Karl Hermann was en Geyseker Orginal un Gastwärt am Markt. 1955 was hey auk Prinz Karneval in Geyseke. Am Reosenmodag mochte hey dey Prinzenrede an dat närrische Volk hallen. Do stand hey bey Rolshofen am Markt uoben up dey hauge Treppe

Do fäng hey an teu kühern:

„Meine lieben Prummelstrünke, vergesst nie, dat Geseke zwischen Beckum und Kleinenberg liegt.“

 

Un ik kann jiu versiekern, dat düt van Dage auk nau stimmet.

Rohden Dokter

 

Heinrich Rohde, dey was Autoschlossermester bey Richters Jans.

Hey was keyn Dokter, ower se sachten teu ihne liuter Dokter. Un 

do hadde hei auk nix bey. Wat man nau dobey seggen mot, hey mochte keyne Fruggenslühe liehen. Öwer dey Langhaarigen mochte hey sik liuter iergen, wie hey sachte.

Eynmol, do wöhern se upp Kiegelitflug. Als se im Hotel ankumen wöhern, mochten se dien Namen upp dien Serviettenumschlag schreywen. Rohden Doktor schräw do upp Heinrich Rohde Geseke.

Un dey Sonecks Biernd, düse Lächfittig schräw do unner „Doktor 

med. Frauenarzt“.

Niu nam dat Schiksal seynen Laup. Dey Kiegelbreuers kämen van dien Kneipenbummel wieher ins Hotel. Do kamm dei Hoteldirektor

angelaupen un sachte teun Rohden Heinrich: „Gut, daß sie kommen Herr Doktor, wir haben eine Frühgeburt im Haus. Sie müssen uns dringend helfen.“ Do nam Rohden Heinrich dey Schuoken inne Hand un läp wat hey konn. 

Schwatschlachten am Hölterwige

 

In dey Teyt im 2. Weltkreige, do wöhern dey Lebensmittel knap. Do wurd viele Orts schwatgeschlachtet. Dann dat Schlachten moßte beym Amte anmellet wern, dat wör Fürschrift. Üme düses teu ümmegeihen, wot heimlich schwatschlachtet.

 

Richters Jans woll auk Schwatschlachten. Seyn Schwoger Anton iut Scharmede was Hiusschlächter, un dey hade dat Schlachten un dat Worsten ine Hand numen. Niu drofte keyner dat Fikel qwiken hörn. Dann wand dat eyn verkerter Nower höre, konn hey ihne bey der Polizei anscheyten. Jans hade eyne Idee. Hey bugere in seyne Wirkstihe dien Auspuf uner seynen Auto Opel P 4 unerdenne. Sau lange wie dey Schlächter Anton dat Fikel afschlachten moßte, feuhere Jans mit seiynen Opel dien Hölterwieg Berg up. Hey macht seu als woll dat Auto nit ant feuhern kamm. Wie nui dat Fikel afschlachtet wö, gafte seyne Gerda ihne Entwarnung. Jans feuher seynen Opel wihe in seyne Wirkststihe am Hilwege trüge. Niu konn dey Schwoer Anton in aller Ruge dat Fikel verworsten.

 

Wie sachte Jans: „Bieter ne halwe Stunne Angst, as als diern ganzen Winter teu schmachten.“

Schwattschlachten bey Onkel Franz

 

Schweyne wöhern liuter im Winter schlachtet bey Frost. Dey mochten eyne Nacht up dey Ledder dürfreysen.

Im Kreyge mochte jide Schlachtung bey Amt anmeldet wern. Dann mochte eyn Deyl afgiwen wern (mestens dey Schinken) wigen dien Nahrungsmangel. Onkel Franz haddde eyn Schweyn anmeldet un dat annere wort schwattschlachtet.

As nui dey Schweynehälften teun dürfreyen ub dey Leder sollen, do räp meyne Tante; „Dey Trichinenbekeyker kümmet!“ Do wohen dey Hölper ower flott. Wo niu henne mit diern twedden Fickel. Use Vah geng upen Schoppen un Franz seyn Twillingsbrauer Onkel Wilm (dat was seun Unmüner) dey gafte dey Schweynehälften an.

Wie niu dey Trichinenbekeyker mit dey Arbeyt ferig was, sachte hey teun Onkel Franz: „Franz eyn Schweyn mit twei Stierten hewe ik auk nau nit seyn.“

Do hiet sik nau eyn Schnäpsken drunken, un dey Sake was in Ordnunge.

Sieweneykers Friemel

 

Siewneykers Friemel dey hadde eyne Gastwertskoft, Kuohlenhanel und Landwertskoft an dey Ecke Veihstrote, Calenhof.

Hey was Junggeselle un seyne Hiushälerrin hade mehr teu segen als hey.

 

As dey Üikeraner Karnevalsgesellskoft bey ihne Karneval fiehern wollen, gaft et eyn graut Problem. Dann Friemel hadde ment eyn Plumpsklo im Goern. Do sachte Friemel: „Dey Fruggenslühe dey goht im Goern ups ABE, un dey Mannslühe goht beym Nower Pickert up dey Miste.“

 

Un domit was dat ganz Problem echternaner.

 

 

Anmerkung: AB oder auch ABE oder Abe ist ein Synonym für Abort, Abtritt, Toilette

Van Dauendriegen

 

Bey us in Geyiseke, in dey Teyt do wo dey Nowers nau teusammen hallen, do was dat Dauendriegen in dey Noberschoft nau Ehrensake. Nui will ik jiu dat mol van dey Begräfte van Gallen Oma vertellen. Gallen Oma wör für Weyhnachten sturwen. Niu was dey Begräfte tüschken dey Fiherdage. Rorbergs Heinrich dey hatte eyn Lebensmittelladen in dey Veyhstrote hey bestallte liuter dey Driegers. Wey Mannslühe wöern alle im Hiuse. Do wöhrn wey Driegers je mannstark. Ower Schiers Wilm, dien hadden wey nau nie miehenuhmen teun Driegen. Hey woll niu auk mol miehe. Rorbergs Heinrich besurgere ihene en schwatten Anzug un Zyliner. Niu soh Schiers Wilm wie en echten Dauendrieger iut. Rorbergs Heinrich, dey vertalte dien Schiers Wilm: „Wann dey Sarg im Luoke is, dann biehet dey Pasteuer föher dien nächsten, dey iut use Midde stierwen wet. Dann most diu seyhen, dat diu nit tüschken dey Lühe steyhst. Beste is, diu geyhst ganz an Ene stohen. Dann kann dey nix passeiern.“

Niu kamm dey graute Dag för Schiers Wilm. Noh dey Dauenmisse

geng et nohen Kärkhoff henne. Schiers Wilm was all ganz raderich.

Ik mochte mit Schiers Wilm dien Sarg vürne driegen weyl wey beyden nit seu graut wöhern. Wey mochten dien Sarg mit dien Stricke nunerloten. Un Schiers Wilm, düse Schlamein, lät dat Stricke loss. Do hadden wey dien Srag mit Gallen Oma fast haugekante in dien Luoke sitten. Jiu könnt mey gläwen, wey mochten us wat quiwelen bis wey dien Sarg wiehe uoben hadde.

Nohier, beym Kaffedrinken, do hiet Rorbergs Heinrich liuter vertalt:

„Wey hiet seuviel Applaus kriegen, wey mochten dey Oma paarmol 

rup un runer loten.“

Ower niu widder teun Begräfnis. Dien Sarg hadden wey glücklich ins Luok kriegen. Do fäng dey Pasteuer an teu biehen. Schiers Wilm fäng an teu ruckesen. Wo dey Pasteuer an dey Stihe kamm:

„Und nun wollen wir für den Nächsten beten, der den Toten aus unserer Mitte folgen wird“. Do stand Schiers Wilm ganz alläne biuten anne Seyte un strahlere wie seun Kumoniaunkind.

Wäschke waschken am Sprink

 

Wäschke waschken, dat wör freuher eyne schwore Arbeyt. Dorümme wor auk ment eynmol inen Monat woschken. Teun Waschken wor viel Water briuket, dat mochte iut dey Pumpe oder uit dien Saut (Brunnen) halt weren. Am Owend feuhir wor dey Wäschke in eynen graute Kiettel kuoket, ümme am annern Murgen waschken teu können.

Teun Wäschke speuhlen, wor dey Wäschke upen Handwogen paket, dann feuheren dey Fruggen teun Sprink ümme dey Wäschke teu speuhlen. Do drafen sik dey Fruggen un kühern van Niggeste un annere Lühe.

Beym speulen is auk manch Wiäschkestücke in dien Sprink lanet. Dann siusere et dür dey Halle in dien Geiseker Bach un lanere in dey Lippe.

 

Düt hiet mey eyne Frugge van Uppsprune vertalt:

„Jau dann flaug dey Unerbuchs in dey Heder ,siusere am Bahnhuof in Saltkuotten vürbey, un af no dey Mutters Gottes no Vierne.“

 

In Geiseke gafte et nau twey Waschkstiellen eynmol am Deig, un noch eynmol in dey Waschkgasse, van Dage Gerberstrote, bey dey Brügge

Wat is dey Multer? Dey Multer is dey Arbeytslaun des Mühlers

 

Freuher was dat Schraut und dat Miehl ment bis twei Dage haltbor, weyl et nit seu reyne was wie vandage. Dorümme mosste dey Buer öfter teu Meuhle feuhern. Wann dey Mühler dat Korn mohler, geng dey Buer teu Mühlerin inne Küke, und drank sik eyn Schnäpsken. 

Befür dat Korn mohlen wurd, namm sik dey Mühler eynen Däl van dyen Korn af. Dat was seyn Lauhn. Dat was dey Multer.

 

Wann van Dage eyner heymlig Geld bey Seyte deut, dann secht man: „Dey multert“.

 

Wann dey Buer mit diem frischk gemohlenen Miehl teu Hiuse wör, dann backere dey Buersfrugge bis teu teyn Braute in dey Backse up dien Huof. Braut was länger haltbor als Miehl

Dat lieste Braut was seu druige, dat mocht man in dien Koffe instippen.

Wätmanns Heil

 

Ub eyner Treywjacht haden dey Geiseker Jiägers eynen Jagdrühen anschuoten, un eynen hiet se daud schuoten, wat nit jieder wieten sall.

 

Niu was Hofenowend van dien Schützenvereyn im Feldschlösschen. Ik makere dat Progamm, un kam als Jiäger antroken in dien Sool rin. Mit Rucksack un Flinte, un trock eynen hölternen Wackldackel echter mey hier.

Dey Jiägers satten alle teuhaub an eynen Dischk, un wöhern ganz ubgereget. Sey sachten: „Dey weyt dat alle, dey vetellt dat gleig.“

 

Ik hewe van dien Rühen nix vertallt, ower alle Schützen im Sool wosten echterhier, wat mit dien Rühen paseiert wör. Dey Jiägers wöhern seo rappelig, sey hiet hit sik dann sölwers verohen.

 

 

Wike hiet use Wilm schlon

 

Ik was nau in dey Schaule in dey drüten Klasse mit 50 Scheulern.

 

Eines Murgens was ein grautet Hallo ub dien Schaulhof.

Wibergs Vah kam mie einer Pierdekutschke mit dey Schwiepe harre knallend ub dien Schaulhof gefohrn. Hey steyg van dien Kutschkbock af un knallere wider mit dey Schwiepe un räb:

„Wike hiet use Wilm schlon!“

Dann läb hey in die Schaule rin, teu dey Klasse wo Wilm sat. Hei knallere wider mit dey Schwiepe un stall dien Magister teu Rede.

 

Ik kann jiu versikern, dey Magister hiet use Wilm nit mehr schlon.