Vergabeverfahren Stadthausneubau beendet 

Geseker Firma Hans & Lenze baut die neue Stadtverwaltung  

 

Geseke. Der Rat der Stadt Geseke hat in der nicht-öffentlichen Sitzung am 16.07.2026 einstimmig und ohne Gegenstimme seine Zustimmung zur Zuschlagserteilung für die Planung, den Bau sowie den 10-jährigen Betrieb eines Stadthauses an die Firma Hans & Lenze Baugesellschaft mbH & Co.KG aus Geseke erteilt.

Dem Beschluss ging ein umfangreiches und mehrstufiges Vergabeverfahren voraus, das von der DKC Kommunalberatung GmbH, Köln, IWB Ingenieure Beratung GmbH & Co.KG, Braunschweig und BEMK Rechtsanwälte PartGmbH, Braunschweig, inhaltlich fachlich umfassend begleitet wurde.

Rund zwei Jahre dauerte das EU-weite Vergabeverfahren, das mit dem Ziel durchgeführt worden ist, ein geeignetes Unternehmen zu finden, das auf dem insgesamt 4.184 qm großen Grundstück zwischen dem Gymnasium Antonianum und der Stiftskirche St. Cyriakus ein neues Stadthaus plant, baut und betreibt. Entschieden hatte man sich für die Durchführung eines Verhandlungsverfahrens mit Teilnahmewettbewerb. Bewertet wurden die Angebote anhand einer im Vorfeld vom Rat der Stadt Geseke festgelegten Wertungsmatrix. Dabei floss der Angebotspreis mit 50% in die Gesamtbewertung ein, die übrigen 50% verteilten sich auf die Qualität mit den Unterkriterien Städtebau und Architektur, Funktionale Qualität, Bauliche und technische Qualitäten, Bauumsetzung und Logistik sowie den späteren Betrieb des Gebäudes. 

Für die Bewertung von Architektur und Städtebau setzte der Rat ein fraktionsübergreifend besetztes Architekturgremium ein. Die Entwürfe der drei Bieter wurden anonym beurteilt. Nach einer ersten Bewertungsrunde erhielten alle Bieter die Möglichkeit, ihre Konzepte zu überarbeiten und zu verbessern. Im Anschluss erfolgte eine zweite Sitzung des Architekturgremiums, die die Punkte für den Bereich Architektur und Städtebau vergaben. Das Gremium hatte sich einstimmig für den Sieger des Wettbewerbs entschieden.

Die Bewertung der weiteren fachlichen Kriterien zur Qualität erfolgte gemäß der Empfehlung der externen Berater in Abstimmung mit der Projektgruppe der Verwaltung. Auf Grundlage der Bewertungsmatrix und der daraus erfolgten Bewertungen wurde der Bieter mit der insgesamt höchsten Punktzahl ermittelt. Der Rat erteilte in nicht-öffentlicher Sitzung am 16.07.2026 den Zuschlag nach der erfolgten Bewertung. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 19 Mio. Euro.        

6 Mio. Euro erhält die Stadt Geseke als Festsummen-Förderung aus der Städtebauförderung des Landes. Vorgabe ist, dass das neue Stadthaus bis zum 31.12.2028 errichtet wird. 

„Nach jahrzehntelangen Diskutieren und Warten ist der entscheidende Schritt geschafft. Wir alle freuen uns sehr, dass es nun endlich losgeht “, spricht Bürgermeister Dr. Remco van der Velden seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Herzen. „Dass unser neues Stadthaus von Hans & Lenze, einem Geseker Unternehmen, gebaut wird und zudem der in Geseke lebende Architekt Carsten Rinsdorf mit seinem RSA Team das Gebäude geplant hat, ist sehr erfreulich.  Zumal sich der Entwurf gegen starke Konkurrenz von bekannten Firmen durchgesetzt hat. Dieses Ergebnis zeigt, wie viel Kompetenz in unserer Region vorhanden ist. Davon profitieren nicht nur wir als Stadt, sondern auch das lokale Handwerk und die heimische Wirtschaft“. 

Die Dienststellen der Verwaltung verteilen sich bisher auf fünf Standorte in der Kernstadt von Geseke (An der Abtei, Am Teich, Bäckstraße, Bachstraße und Mühlenstraße); nicht alle Standorte sind zudem barrierefrei für die Bürgerinnen und Bürger aber auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu begehen. Mit dem neuen Stadthaus wird eine bürgernahe, zentrale und vor allem auch barrierefreie Anlaufstelle für alle Verwaltungsleistungen geschaffen, in dem sich dann auch ein Multifunktions- und Versammlungsraum befinden wird. Räumlichkeiten für die Polizeistation Geseke könnten angeboten werden. Der Neubau bildet zur Innenstadt hin einen kompakten Baukörper und öffnet sich auf der rückseitigen Gebäudeseite zu einem begrünten Innenhof. Dieser sorgt für viel Tageslicht in den Arbeits- und Aufenthaltsbereichen und schafft einen attraktiven Freiraum. Der Innenhof ist über eine Einbahnstraße von der Wichburgastraße Richtung Auf dem Stifte erschlossen und ermöglicht zugleich einen barrierefreien Zugang zum I. Obergeschoss. Der Haupteingang liegt zur Innenstadt und ist ebenfalls vollständig barrierefrei erreichbar. Alle Geschosse sind über Aufzüge erschlossen, so dass das Gebäude uneingeschränkt nutzbar ist. Die Verwaltungsbereiche befinden sich im 1. bis 3. Obergeschoss, der Multifunktionsraum im 2. Obergeschoss im Gebäudeteil zur Stiftskirche St. Cyriakus. David Danne, Geschäftsführer Hans & Lenze Baugesellschaft mbH & Co.KG: „Dieses Projekt ist für uns eine echte Herzensangelegenheit. Von Anfang an war es unser Ziel, das Stadthaus zu realisieren.  Für uns als Unternehmen mit Firmensitz in Geseke ist es eine besondere Ehre, dieses einmalige Projekt für unsere Heimatstadt umsetzen zu dürfen. Dass wir dabei sowohl wirtschaftlich als auch planerisch überzeugen konnten, freut uns ganz besonders.“  Dem schloss sich Carsten Rinsdorf, Architekt und CEO der RSA-Rinsdorf Ströcker Architekten GmbH an: „Für mich ist dieses Projekt sehr emotional. Ich lebe mit meiner Familie in Geseke und diese Verbundenheit zur Stadt ist in den Entwurf eingeflossen. Uns war es wichtig, die prägenden Bauwerke und Sichtachsen, das Gymnasium Antonianum, die Stiftskirche St. Cyriakus und das neue Stadthaus harmonisch miteinander zu verbinden. Die archäologischen Funde waren dabei keine Herausforderung, sondern eine spannende Bereicherung. Umso mehr freuen wir uns, einen neuen Mittelpunkt für Geseke mitgestalten zu dürfen.“

Der ergänzende Projektvertrag ist noch zu unterzeichnen. Im Moment wird er lediglich um redaktionelle Details ergänzt, so dass der Vertrag Ende Juli unterzeichnet sein wird.