Mitteilungen aus dem Stadtarchiv
Im Winter 2025/26 wurde der Bestand R 12 a (Maria Wiehe in Geseke) des Stadtarchivs Geseke geordnet und verzeichnet. Er umfasst Unterlagen aus dem Nachlass des ehemaligen Geseker Bürgermeisters August Wiehe (1897-1978), seiner ersten Ehefrau Johanna Wiehe, geborene Budde (1901-1971), und seiner zweiten Ehefrau Maria Wiehe, geborene Nübel (1923-2019), und besteht aus insgesamt 248 Verzeichnungseinheiten.
Unter den Materialien befinden Familienpapiere und Fotos zu den Familien Wiehe, Budde und Nübel, biografisches Material zu August Wiehe (u.a. Lebenslauf und Auszeichnungen), Korrespondenz (u.a. mit dem in Elspe tätigen Dechanten Conrad Budde), Redemanuskripte, Zeitungsartikel und Fotos zu den von August Wiehe als Bürgermeister begleiteten Veranstaltungen (u.a. Geseker Seifenkistenrennen 1955, Einweihung des Karl-Arnold-Denkmals 1962, Einweihung der Altentagesstätte im Kolpinghaus Geseke, Empfang der Geseker Olympiasiegerin Ingrid Becker und des Paderborner Erzbischofs Lorenz Kardinal Jaeger 1968, Einweihung des Neubaus des Gymnasiums Antonianum 1969 und der Sporthalle des Schulzentrums Mitte 1972 sowie Verabschiedung des Geseker Stadtrats 1974), Fotos zu weiteren öffentlichen Veranstaltungen und Gebäuden (u.a. Gösselkirmes, Schützenfeste der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Geseke und Saal des ehemaligen Kolpinghauses), Aufnahmeanträge von Mitgliedern des Christlichen Kulturrings Geseke aus dem Jahr 1947 sowie eine umfangreiche Totenzettelsammlung. Die Unterlagen liefern reichhaltiges Material zur Geseker Stadtgeschichte und sind ab sofort im Stadtarchiv einsehbar.
Neben den genannten Materialien soll an dieser Stelle auf einen weiteren, erst kürzlich übernommenen Bestand des Stadtarchivs hingewiesen werden. Es handelt sich um den Bestand R 54 a (Klaus Hohmann in Paderborn), der am 10. März 2026 von dem Paderborner Historiker, Autor und Studienrat a.D. Klaus Hohmann schenkungs- und dankenswerterweise an das Archiv abgegeben wurde.
Er umfasst Unterlagen zur Familie des bekannten Eringerfelder Oberforstmeisters Heinrich Kneer (1877-1952) und zu der mit dieser verwandten Familie Hohmann. Neben Familienpapieren, Fotos, Aufsätzen und genealogischem Material zur Familie Kneer enthält er unter anderem eine aus Anlass der Hochzeit des Lehrers Fritz Hohmann aus Herdecke und der Josepha Kneer aus Eringerfeld herausgegebene Hochzeitszeitung aus dem Jahr 1897 und ein von Fritz Hohmann verfasstes Gedicht zur Erinnerung an das goldene Dienstjubiläum des Oberförsters Joseph Kneer (1831-1909) in Eringerfeld aus dem Jahr 1902. Besonders erwähnenswert erscheint jedoch ein von Klaus Hohmann selbst im Jahr 2023 verfasster „Auszug aus den Lebenserinnerungen 1938-1964“ mit dem Titel „Auf Schloss Schwarzenraben sowie in Schloss und Forsthaus Eringerfeld als evakuierte Familie vom Mai 1943 bis zum 30.10.1945“. Im Gegensatz zu den bereits im 46. und 76. Jahrgang der Lippstädter Heimatblätter 1965 und 1996 veröffentlichten Aufsätzen „Als der zweite Weltkrieg zu Ende ging. Tagebuchskizzen aus schlimmen Tagen - Aufgezeichnet von Forstmeister Heinrich Kneer † Eringerfeld“ und „Das Kriegsende 1945 in Schwarzenraben nach dem Tagebuch von Christine Gräfin Eltz“ beschreiben Hohmanns Aufzeichnungen die Eindrücke eines Kindes von den letzten Kriegsjahren und der Nachkriegszeit auf Schwarzenraben und in Eringerfeld. Zudem geben sie ganz persönliche und individuelle Einblicke in die Familienverhältnisse der an den beiden Orten wohnhaften Familien von Ketteler und Kneer - Eine lohnenswerte Lektüre und eine wichtige Quelle zur heimischen Orts- und Familiengeschichte.