Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine

Der Krieg des russischen Präsidenten Putin gegen die Ukraine fordert sehr viel menschliches Leid. Die Menschen flüchten millionenfach und suchen Schutz und Hilfe in den Nachbarländern der Ukraine, aber auch in Deutschland.

Die Stadt Geseke erklärt sich solidarisch mit den vom Krieg betroffenen Bürgern der Ukraine. Die uns als Kommune zugewiesenen Menschen, die hier Zuflucht finden vor den schrecklichen Ereignissen in ihrem Heimatland, möchten wir nach besten Kräften mit allen erforderlichen Hilfen ausstatten.

Zahlreiche Gesekerinnen und Geseker helfen längst schon durch Spenden oder durch individuelle Aktionen. Herzlichen Dank an alle, die sich bereits engagieren oder noch helfen wollen.

Wir möchten Ihnen auf dieser Seite einige (erste) Informationen geben im Zusammenhang mit der Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge in Geseke und einige Möglichkeiten aufzeigen, die Menschen sowohl hier wie auch in ihrem Heimatland zu unterstützen.
 

Erstaufnahme und Registrierung

Wir möchten Ihnen ausdrücklich davon abraten, auf privater Basis selbst an die ukrainische Grenze zu fahren und Menschen von dort aus nach Deutschland zu holen. Deutlich sinnvoller ist es, die Kriegsflüchtlinge über die offiziellen Wege der EU-Mitgliedstaaten nach Deutschland kommen zu lassen.

Falls Sie jedoch für Geflüchtete einen Transfer nach Deutschland organisieren wollen, bitten wir Sie als Stadt Geseke, die Menschen nur dann direkt nach Geseke zu bringen, wenn Sie zuvor geklärt haben, wo eine Unterkunft zur Verfügung steht. Geflüchtete, die in Deutschland keine zuvor abgestimmte Wohnadresse haben, sollten sich bitte unbedingt zunächst in eine Erstaufnahmeeinrichtung begeben.

Es ist zudem grundsätzlich vorteilhaft, wenn die Menschen aus der Ukraine möglichst bereits registriert in den Kommunen ankommen. Dies geschieht idealerweise in einer zentralen Aufnahmeeinrichtung. Dort werden neben der Registrierung verschiedene weitere Formalitäten erledigt, die wichtig sind, damit den Geflüchteten später vor Ort schnell und effektiv geholfen werden kann. Erstaufnahmeeinrichtungen finden sich in allen Bundesländern, beispielsweise für das Land Nordrhein-Westfalen in Bochum:

Landeserstaufnahmeeinrichtung Bochum:
Die Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) Bochum ist verkehrsgünstig zu erreichen. Die Anschrift lautet Gersteinring 50, 44791 Bochum. Telefonisch ist die LEA unter der Telefonnummer 02931 82 - 6600 zu erreichen.

Von dort aus werden die Menschen dann in dem dafür vorgesehenen Verfahren weiterverteilt. Sie werden in einer Landesaufnahmeeinrichtung untergebracht und dann schließlich nach einem bestimmten Aufnahmeschlüssel den Kommunen zugewiesen.

Geflüchtete, die unmittelbar auf privatem Wege in Geseke Aufnahme gefunden haben und dort bleiben können, müssen sich demgegenüber nicht an eine zentrale Aufnahmeeinrichtung wenden. Sie können auch später noch registriert werden im Rahmen der Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 24 AufenthG. Diese Menschen werden daher gebeten, sich möglichst zeitnah an die Ausländerbehörde des Kreises Soest zu wenden. Weitere Informationen dazu finden Sie auchhier und auch im folgenden Abschnitt.


Wichtig: Meldung beim Ausländeramt

Für die Meldung beim Ausländeramt sollte ein spezielles Formular verwendet werden, das ausgefüllt und online direkt zur Ausländerbehörde gesandt werden kann. Die Bestätigung und idealerweise einen Ausdruck der Formulardaten benötigen Sie sowohl beim Sozialamt wie auch beim Bürgerbüro zwecks Anmeldung. Diese Unterlagen sollten gut aufbewahrt werden, da sie gegebenenfalls auch noch bei anderen Behörden vorzulegen sind, solange nicht die eigentlichen Aufenthaltspapiere ausgestellt sind. Die Registrierung wird dann später durch die Ausländerbehörde in Soest vorgenommen.

Auch diejenigen Geflüchteten, die (zunächst) keine Leistungen beim Sozialamt beantragen, aber vorerst in Geseke bleiben möchten, sollten sich bitte unbedingt im vorstehenden Sinne bei der Ausländerbehörde anmelden.

Anmeldung beim Bürgerbüro

Sobald die Anmeldung bei der Ausländerbehörde mit dem vorstehenden Formular erledigt ist, sollten sich die Geflüchteten, sofern sie vorerst in Geseke bleiben möchten, beim Bürgerbüro (Einwohnermeldeamt) der Stadt Geseke anmelden. Bitte nur nach Terminvereinbarung unter 02942 500151. Dort bitte nach Möglichkeit die zuvor ausgedruckte Bestätigung der Anmeldung bei der Ausländerbehörde mitnehmen und außerdem alle persönlichen Dokumente, insbesondere die Pässe der anzumeldenden Personen. Falls es beglaubigte Übersetzungen der Pässe gibt, sollten die bitte auch mitgebracht werden. Wichtig für in Privatwohnungen untergebrachte Menschen ist außerdem das Mitbringen einer Wohnungsgeberbestätigung.

Bitte beachten Sie: Die Anmeldung beim Bürgerbüro ist außerordentlich wichtig. Sie wird sowohl von der Ausländerbehörde (für die Registrierung) wie auch vom Sozialamt (für die Leistungsgewährung) verpflichtend gefordert.

Weitere Auskünfte zum Ablauf der Anmeldung erteilt das Bürgerbüro.
 

Leistungen zum Lebensunterhalt und für medizinische Behandlung

Leistungsanspruch bei der Stadt Geseke:

(Rechtslage bis 31.05.2022)

Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, die über einen Schutzstatus nach § 24 AufenthG verfügen, haben bei Bedürftigkeit einen Anspruch auf Leistungen zum Lebensunterhalt nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Dies ergibt sich aus § 1 Abs. 1 Nr. 3a AsylbLG. Medizinische Behandlung wird nach den Regelungen des AsylbLG ebenfalls finanziert. Wer etwa einen Arzt oder Zahnarzt aufsuchen möchte, erhält auf Nachfrage einen Behandlungsschein vom Sozialamt, und zwar direkt für ein Quartal. Die Geldleistungen für den Lebensunterhalt werden in der Regel einmal monatlich per Barscheck (einzulösen bei der Sparkasse Geseke) ausgezahlt.

Sollte im Einzelfall für Geflüchtete die Möglichkeit bestehen, auf vorhandenes Einkommen oder Vermögen zuzugreifen, wären diese verfügbaren Finanzmittel zunächst für den Lebensunterhalt einzusetzen, bevor ein Anspruch auf AsylbLG-Leistungen geltend gemacht werden kann. Bei der Anrechnung von Erwerbseinkommen sowie beim Vermögenseinsatz werden Freibeträge gewährt. Wir beraten dazu gerne im Detail.

Bei Ausübung einer Erwerbstätigkeit kann unter Umständen auch ein Anspruch auf Kindergeld bestehen. Zudem sei darauf hingewiesen, dass Geflüchtete, die ledig, verwitwet oder geschieden sind, für ihre minderjährigen Kinder eventuell Unterhaltsvorschuss erhalten können; Letzeres kann auch für getrennt Lebende gelten, sofern die Trennung auf eigenem Entschluss beruht und nicht allein auf äußeren Umständen, wie etwa Krieg und Vertreibung. Bitte fragen Sie uns im Zweifel. Wir unterstützen Sie bei der Realisierung vorrangiger Sozialleistungsansprüche.

Für den Erstantrag auf AsylbLG-Leistungen sollten bitte folgende Unterlagen beim Sozialamt vorgelegt werden:

  • alle persönlichen Dokumente, z.B. Pässe, Heiratsurkunden, eventuelle Übersetzungen von Papieren,
  • nach Möglichkeit ein Ausdruck der Anmeldung bei der Ausländerbehörde (siehe oben),
  • eine Meldebescheinigung (Bestätigung des Bürgerbüros der Stadt Geseke über die erfolgte Anmeldung),
  • soweit vorhanden, Nachweise über eventuelles Einkommen und/oder Vermögen und
  • die Bankkarte, falls in Deutschland bereits ein Girokonto eingerichtet wurde.

Die persönliche Antragstellung kann erheblich vereinfacht und beschleunigt werden, wenn eine Vertrauensperson als Übersetzer/in mitgebracht wird. Selbstverständlich kann der Antrag auch bereits vorab ausgefüllt und uns per Post zugesandt werden.

Informationen zum Leistungsrecht des AsylbLG finden Sie hier.

Leistungsanspruch beim Jobcenter:

(Rechtslage ab 01.06.2022)

Inzwischen ist geplant, dass erwerbsfähige Geflüchtete aus der Ukraine mit einem Aufenthaltsstatus nach § 24 AufenthG ab dem 01.06.2022 Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch, 2. Buch (SGB II) erhalten sollen. Für solche Leistungen, die dann anstelle der AsylbLG-Leistungen erbracht werden, sind die Jobcenter zuständig. Nach derzeitigem Stand wird dies für alle Personen gelten, denen eine Fiktionsbescheinigung oder eine Aufenthaltserlaubnis durch die Ausländerbehörde ausgestellt wurde.

In dem Zusammenhang ist es sinnvoll, rechtzeitig vor dem 01.06.2022 ein Bankkonto bei einem deutschen Kreditinstitut einzurichten, soweit noch nicht geschehen. Außerdem ist es erforderlich, dass Sie sich kurzfristig eine gesetzliche Krankenkasse auswählen und mit Wirkung vom 01.06.2022 dort zur Pflichtversicherung anmelden. Die Anmeldebescheinigung ist dem Jobcenter zur Antragstellung vorzulegen, damit das Jobcenter die monatlichen Beiträge zu der gewählten Krankenkasse abführen kann.

Für die Beantragung von Leistungen nach dem SGB II wird sich entweder das Jobcenter oder das Sozialamt kurzfristig bzw. im Laufe des Monats Mai mit Ihnen in Verbindung setzen. Den Kurzantrag auf SGB II-Leistungen können Sie auch hier herunterladen und verwenden.

Sollte es in Einzelfällen dazu kommen, dass das Jobcenter die laufende Zahlung ab Juni noch nicht aufnehmen kann, wird das Sozialamt insoweit noch vorleisten, so dass eine unterbrechungsfreie Leistungsgewährung und ein nahtloser Zuständigkeitswechsel ermöglicht werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Leistungsantrag beim Jobcenter mit allen erforderlichen Unterlagen vorliegt.

Zahlungsverpflichtungen gegenüber privaten Wohnungsgebern bzw. Vermietern wird das Jobcenter im Rahmen der gesetzlichen Leistungsansprüche nach dem SGB II grundsätzlich weiterhin bedienen.

Tipp: Gerne weisen wir an dieser Stelle darauf hin, dass das Jobcenter AHA | Kreis Soest auch eine Smartphone-App anbietet. Die App beinhaltet viele nützliche Informationen und digitale Services des Jobcenters, auch in verschiedenen Sprachen. Die App steht in den App-Stores von Google und Apple zum Download zur Verfügung.
 

Spenden

Selbstverständlich können wir alle auch diejenigen Menschen unterstützen, die in der Ukraine verblieben sind, weil sie ihre Heimat nicht verlassen möchten oder können. Beispielsweise durch Spenden.

Von den offiziellen Stellen in der Ukraine wurde darauf hingewiesen, dass die Annahme individueller Sachspenden von privater Seite dort mitunter schwierig zu koordinieren ist. Es ist zu empfehlen, sich mit Sachspenden eher an größere, professionelle Akteure zu wenden, die sehr viel Erfahrung mit internationalen Hilfslieferungen haben.

Wir bitten auch um Verständnis, dass die Stadt Geseke aus logistischen Gründen leider keine Sachspenden annehmen kann.

Insbesondere benötigt werden Geldspenden. Die Kommunen des Kreises haben mit dem Ukrainischen Generalkonsulat in Düsseldorf Kontakt aufgenommen. Nach Rücksprache mit dem Generalkonsulat bitten die Kommunen - so auch die Stadt Geseke - darum, Geldspenden an das Blau-Gelbe Kreuz

Blau-Gelbes Kreuz e.V., Köln
IBAN: DE78 3705 0299 0000 4763 46
BIC: COKS DE 33 XXX (Kreissparkasse Köln)

Verwendungszweck: Hilfe für die Ukraine

zu richten. Wir möchten hierzu auch auf die gemeinsame Pressemitteilung der 14 Bürgermeister im Kreis Soest verweisen.
 

Wohnraumangebote

Information für Wohnraumsuchende:

Unterkunftsportale:
Für Geflüchtete, die eine private Unterkunft in Deutschland suchen, kann auf Plattformen wie z.B. https://elinor.network/gastfreundschaft-ukraine/ oder https://www.host4ukraine.com/ oder https://warmes-bett.de/ nach privaten Bleibemöglichkeiten recherchiert werden.


Information für Anbieter von Wohnraum in Geseke:

Private Wohnangebote ohne reguläre Mietverträge:
Wohnungseigentümer, die im Rahmen humanitärer Hilfe Wohnraum für Geflüchtete aus der Ukraine anbieten möchten, werden gebeten, sich an die Abteilung Soziale Sicherung der Stadt Geseke zu wenden. Gleiches gilt natürlich für Wohnungsmieter, wobei wir aber dringend empfehlen möchten, eine auf längere Sicht geplante Aufnahme von Geflüchteten in eine Mietwohnung zuvor einvernehmlich mit dem Vermieter abzustimmen.

Idealerweise verwenden Sie zur Meldung einer Wohnmöglichkeit bitte dieses Online-Formular. Sie können das Formular komplett am Bildschirm ausfüllen und ganz einfach an uns versenden.

Bitte beachten Sie, dass wir Ihnen in der Regel nicht direkt antworten, sondern die Angebote zunächst sammeln und erst dann darauf zurückkommen, wenn Menschen konkret untergebracht werden müssen.

Private Anbieter, die Räumlichkeiten im Rahmen humanitärer Hilfe - also ohne verbindlichen Mietvertrag - zur Verfügung stellen, gehen damit zunächst keinerlei rechtliche Verpflichtung ein, da sie dies ja rein freiwillig tun. Auch die Stadt Geseke ist im Rahmen solcher privater Hilfsaktionen in keiner Weise rechtlich eingebunden, sondern erfüllt hier nur eine vermittelnde Aufgabe. Ein solches Nutzungsverhältnis kann, wenn es aus irgendwelchen Gründen nicht gut funktionieren sollte, grundsätzlich jederzeit und ohne Einhaltung einer Frist wieder beendet werden. Wir bitten Sie aber, Wohnraum nur dann anzubieten, wenn prinzipiell eine etwas längerfristige Perspektive (also nicht nur wenige Wochen) zur Nutzung besteht.

Wer in dem Sinne hilfebedürftige Menschen aus der Ukraine auf freiwilliger Basis, z.B. im eigenen Haushalt / Wohnobjekt, aufnimmt bzw. unterbringt, kann selbstverständlich vom Sozialamt in angemessener Höhe eine monatliche, pauschale Erstattung erhalten für die Nebenkosten (Heizung, Wasser, Strom, Abfall...). Das geht sehr unkompliziert. Solange und soweit die Stadt Geseke den aufgenommenen Menschen AsylbLG-Leistungen gewährt (siehe auch Infos weiter oben), werden diese monatlichen Pauschalbeträge dann auch direkt an die Wohnungsgeber überwiesen. Die AsylbLG-Leistungen für den Lebensunterhalt (z.B. Beköstigung) gehen demgegenüber in aller Regel direkt an die leistungsberechtigten Personen.

Angebote von Wohnungen zur Anmietung:
Die Kostenübernahme für eine Grundmiete im Rahmen eines regulären Mietvertrages kann zwar nicht pauschal zugesagt werden, ist aber ebenfalls möglich. Wohnungsanmietungen mit verbindlichen Mietverträgen wären vorab von den Geflüchteten bzw. deren Vertrauenspersonen mit dem Sozialamt der Stadt Geseke abzustimmen, sofern die Mietzahlung aus AsylbLG-Mitteln erfolgen soll.

In diesem Sinne sind Wohnungsanmietungen durch Geflüchtete nach vorheriger Prüfung grundsätzlich denkbar und wünschenswert. Sofern Sie als Vermieter gerne ukrainischen Flüchtlingen eine Mietwohnung im Rahmen eines regulären Mietvertrages anbieten möchten, aber noch keine konkreten Mietbewerber haben, dann nutzen Sie bitte dieses Formular. Tragen Sie dort bitte unter „Wünsche, Anmerkungen“ ein, dass Sie speziell für Menschen aus der Ukraine Wohnraum anbieten möchten. Die Stadt Geseke wird gerne versuchen, Ihnen aus dem Personenkreis passende Mieter zu vermitteln.

Die Stadt Geseke bedankt sich ausdrücklich und sehr herzlich bei allen Anbietern von freiem Wohnraum.

Hier noch einmal die beiden Formulare zur Meldung einer freien Unterkunft:

Haftung bei Schäden, Versicherungsschutz:
Bei privater Aufnahme von Bewohnern können sich unter Umständen auch Fragen des Haftungsrechts aufgrund von Sachschäden (in der Wohnung) stellen. Grundsätzlich ist es zunächst so, dass jede Person für Schäden, die von ihr verursacht werden, selbst haftet. Für Schäden in einer Mietwohnung haftet im Übrigen, unabhängig davon, wer sie verursacht hat, der Mieter gegenüber dem Vermieter. Soweit Schäden den Deckungsumfang bestehender Hausrat- oder Gebäudeversicherungen betreffen (z.B. Feuer, Leitungswasser...), dürfte jedoch grundsätzlich eine Regulierungspflicht des Versicherers gegeben sein.

Sofern Sie sich als Wohnungsgeber/in gerne noch weitergehend absichern möchten, können Sie ggf. den Abschluss bzw. Nachweis einer Privathaftpflichtversicherung für die Vergabe Ihrer Wohnung zur Bedingung machen. Insoweit ist auch darauf hinzuweisen, dass manche Haftpflichtversicherer in bestimmten Tarifen eine kostenlose Mitversicherung von im eigenen Haushalt aufgenommenen Geflüchteten anbieten. Fragen Sie doch ggf. mal bei Ihrem eigenen Versicherer nach, ob ein solcher Versicherungsschutz ohne Mehrkosten gewährt werden kann.

Im Rahmen regulärer Mietverhältnisse kann zudem die Zahlung einer Mietkaution vereinbart werden.
 

Integrationsangebote

Für neu ankommende Geflüchtete stehen zunächst die Unterbringung, die Sicherung des Lebensunterhalts und die medizinische Versorgung im Vordergrund. Dies sind auch die Aufgaben, die das Sozialamt der Stadt Geseke derzeit vorrangig und sehr intensiv beschäftigen.

Angebote der Integration müssen selbstverständlich folgen und werden jetzt nach und nach aufgebaut. In erster Linie geht es da zunächst um die Betreuung und Beschulung der Kinder und um Sprachförderung.

Manches ist schon auf den Weg gebracht und vieles wird sich in nächster Zeit noch entwickeln. Die Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der - neben der Stadt Geseke und dem Kommunalen Integrationszentrum - viele weitere Akteure mitwirken oder sich zukünftig noch einbringen werden, beispielsweise die Kindertageseinrichtungen und Schulen, verschiedene Bildungsträger, Arbeitgeber, die Bundesagentur für Arbeit, das Jobcenter, die Kirchengemeinden, gemeinnützige Vereine und Organisationen, Vermieter, pensionierte Lehrpersonen und weitere Ehrenamtler.

Auch auf diesem Wege sagen wir als Stadt Geseke herzlichen Dank an alle haupt- und ehrenamtlichen Kräfte, die sich bereits kümmern oder in Zukunft mithelfen wollen.

Zugleich gilt es aber auch, Geflüchtete unmittelbar nach ihrer Ankunft nicht gleich mit gut gemeinten Integrationsangeboten zu überfordern. Häufig ist es so, dass die Menschen noch unter dem Eindruck schlimmer Ereignisse stehen, erstmal (auch mental) „ankommen“ müssen und eine Zeitlang für sich selbst brauchen.

Und nicht wenige Ukrainer/innen planen zudem eine Rückkehr in ihre Heimat, sobald die Situation vor Ort das zulässt. Oder sie sind noch unentschlossen. Insofern gilt es, im Einzelfall mit Augenmaß zu prüfen, was unmittelbar oder perspektivisch sinnvoll erscheint, was tatsächlich gewünscht ist und ob entsprechend bedarfsgerechte Angebote gemacht werden können.

An dieser Stelle möchte die Stadt Geseke auch hinweisen auf ein interessantes Angebot des Volkshochschul-Verbandes. Der Deutsche Volkshochschul-Verband bietet auf seiner Lernplattform www.vhs-lernportal.de Deutschsprachkurse jetzt in einer Version auf Ukrainisch an. Das Online-Portal umfasst eine breite Palette an Kursen, in denen Anfänger/innen wie Fortgeschrittene Deutschkenntnisse für Alltag und Beruf erwerben können. Alle Kurse stehen den Geflüchteten kostenfrei zu Verfügung. Es werden lediglich ein Smartphone und ein Internetzugang benötigt. Mit den ebenfalls auf Ukrainisch vorhandenen Apps zu den Deutschkursen kann zudem offline gelernt werden. Alle Lernenden werden von Online-Tutor/innen unterstützt, diese korrigieren Aufgaben, motivieren und geben Lerntipps. So können insbesondere diejenigen Geflüchteten, die noch keinen Platz in einem Deutschkurs vor Ort gefunden haben, die Zeit nutzen, um selbständig mit dem Deutschlernen zu beginnen. Das vhs-Lernportal wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung entwickelt.

Unter dem Titel „Willkommensangebote und Sprachförderung für Geflüchtete aus der Ukraine“ bietet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) einige Informationen für ukrainische Kriegsflüchtlinge. Unter diesem Link des BAMF finden Sie Infos zu Erstorientierungskursen, MiA-Kursen, Integrationskursen und Berufssprachkursen.
 

Arbeitserlaubnis / Stellenangebote

Grundsätzlich gilt: Arbeiten dürfen Geflüchtete erst, wenn ihnen durch die Ausländerbehörde ein Aufenthaltstitel erteilt worden ist, aus dem hervorgeht, dass eine Arbeitsstelle angenommen werden darf. Bei Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis kann die Ausländerbehörde auch zunächst eine so genannte Fiktionsbescheinigung (ein vorläufiges Dokument) ausstellen und diese Bescheinigung ebenfalls mit dem Zusatz versehen, dass eine Arbeitsaufnahme gestattet ist. Insofern wird eine Erwerbstätigkeit in aller Regel relativ unkompliziert möglich sein.

Konkrete Fragen rund um das Thema Arbeitserlaubnis richten Sie bitte an das Ausländeramt des Kreises Soest (Tel. 02921/303020). Die Stadt Geseke kann Ihnen hierzu leider keine verbindlichen Auskünfte erteilen, da dies in die Zuständigkeit der Ausländerbehörde fällt.

Unterstützung bei der Arbeitsvermittlung leistet gerne die Arbeitsagentur (siehe nachfolgender Link). Oder schauen Sie doch einmal im Job-Portal für ukrainische Arbeitssuchende: https://www.jobaidukraine.com/
 

Externe Links mit weiteren Informationsangeboten

Unterstützung auf ehrenamtlicher Basis

Wenn Sie sich vorstellen können, in der aktuellen Krise die Menschen oder auch unsere Arbeit ehrenamtlich zu unterstützen, z.B. durch Übersetzungsdienste, Begleitdienste zu Behörden oder durch andere Aktivitäten, dann melden Sie sich bitte bei der Abteilung Soziale Sicherung der Stadt Geseke. Wir haben nachstehend auch einige allgemeine Informationen der Stadt Geseke zum Thema "Ehrenamtliche Flüchtlingshilfe" für Sie verlinkt.


Ihr Ansprechpartner: